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Friedberg

31.07.2020

Betrug entlarvt: Sportfreunde Friedberg danken der Sparkasse

Vorsicht, Betrug: Dank einer wachsamen Sparkassenmitarbeiterin blieben die Friedberger Sportfreunde vor einem Verlust bewahrt.
Bild: Uwe Anspach, dpa (Symbol)

Plus Unbekannte hatten die Unterschrift des Vorsitzenden der Sportfreunde Friedberg gefälscht. Bei dem versuchten Betrug ging es um fast 10.000 Euro.

Als Anne Bürk die Unterschrift von Fritz Sedl auf einem Überweisungsträger der Sportfreunde Friedberg sah, wurde die Sparkassenmitarbeiterin stutzig. Denn die Signatur entsprach nicht der Unterschriftsprobe des Vorstandsvorsitzenden – diese liegt der Sparkasse nämlich zum Abgleich vor. Der Betrug flogt auf - ganz zur Freude der Betroffenen.

Daraufhin informierte die Sparkasse den Verein, dem keine Überweisung über fast 10.000 Euro bekannt war – schon gar nicht nach Frankreich. Denn dorthin sollte das Geld laut der IBAN-Nummer fließen. Zwar könne es vorkommen, dass Vereine größere Summen ins Ausland überweisen, sagt Sedl, zum Beispiel für eine Abschlussfahrt. Aber gerade in Zeiten einer Pandemie sei das unwahrscheinlich. Den Überweisungsvorgang führte Bürk deshalb gar nicht erst aus.

Versuchter Betrug in Friedberg: Geld sollte nach Frankreich fließen

Damit hat sie dem Verein viel Ärger erspart. Denn hätte die Sparkasse die Überweisung angewiesen, wäre das Geld wohl weg, sagt Sabine Greim. Die Gewerbekundenbetreuerin ist bei der Stadtsparkasse zuständig für Vereine und macht Betrugsopfern wenig Hoffnung. Ein Rückruf der Überweisung sei zwar möglich, allerdings müsse dann der Betroffene, in diesem Fall also der Betrüger, zustimmen. „Das kommt normalerweise nicht vor“, sagt Greim. „Denn ohne Kundeneinverständnis darf auf Konten nicht gebucht werden.“

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Der beschriebene Fall war nicht der erste versuchte Betrug zulasten der Sportfreunde Friedberg. Bereits vor zwei Monaten hatte der Schatzmeister Werner Schäffner eine Lastschrift von 438 Euro von einer unbekannten Firma entdeckt. „Zum Glück ist er aber sehr penibel“, sagt der Vorstandsvorsitzende Sedl lachend. Er gab die Lastschrift zurück und wurde danach nicht mehr zu einer Zahlung aufgefordert. Das sei ein Indiz dafür, dass wohl Betrüger am Werk waren, sagt Sedl.

Versuchter Betrug in Friedberg: Was die Polizei dazu sagt

Der Polizei ist diese Betrugsmasche seit Langem bekannt. „Vor zehn, 20 Jahren versuchten es Betrüger aber öfter als heutzutage“, sagt Martin Binder. Der Grund sei, wie der stellvertretende Leiter der Friedberger Polizeidienststelle erklärt, dass Überweisungen damals noch überwiegend in Papierform getätigt wurden.

„Eine Unterschrift ist recht schnell gefälscht“, warnt Binder Vereine davor, unterschriebene Schriftstücke in Umlauf zu bringen – gerade auch im Internet.

Oft kommen laut Binder nicht die Vereine selbst dem Betrüger auf die Schliche, sondern die Banken. Sie haben immer wieder mit gefälschten Überweisungen zu tun, bestätigt Sabine Greim von der Stadtsparkasse. „In diesen Fällen greifen unsere Kontrollmechanismen. Darüber hinaus sind die Kollegen natürlich geschult und erfahren.“

Betrugsversuch gegen Sportfreunde: Ermittlungen im Ausland sind schwierig

Bei gefälschten Überweisungen stellt die Polizei Ermittlungen bezüglich der Herkunft des Schriftstücks an. Dabei liege der Fokus laut Binder auf der Spurenverfolgung. Die Recherche im Ausland gestaltet sich jedoch schwierig. Solche Fälle werden an die Staatsanwaltschaft übergeben.

So weit ist es bei den Sportfreunden Friedberg nicht gekommen. „Zum Glück“, sagt Sedl erleichtert. „Das haben wir Frau Bürk zu verdanken. Wir sind froh über derart aufmerksame Mitarbeiterinnen.“ Sagt er und überreicht der Frau einen Blumenstrauß.

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