Newsticker
Italien verschärft Corona-Maßnahmen in einigen Regionen
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. CSU will Baupolitik in Mering stärker steuern

Wohnen in Mering

30.01.2019

CSU will Baupolitik in Mering stärker steuern

Beim Oberfeld hat sich der Markt Mering mit dem Bauträger Dumberger zusammen getan. Geht es nach der CSU, soll die Kommune solche neuen Baugebiete künftig nur noch selbst aufplanen.
Bild: Philipp Schröders

Ortsvorsitzender Florian Mayer räumt Fehler in der Vergangenheit ein und nennt seine Ziele für die stark wachsende Marktgemeinde. Doch stellt er sich für seine Heimat auch als Bürgermeisterkandidat zur Verfügung?

Wohnen und Bauen bewegen als Thema die Menschen im boomenden Mering ganz besonders. Wie schwierig es ist, hierbei widerstreitende Interessen unter einen Hut zu bringen, zeigt das aktuell diskutierte mögliche Baugebiet am Kapellenberg. Schon in Hinblick auf die Kommunalwahlen 2020 befasst sich der Ortsverband der CSU mit der Baupolitik. Er hat dazu einen eigenen Arbeitskreis gebildet. Ortsvorsitzender und zweiter Bürgermeister Florian Mayer erläutert im Gespräch mit unserer Zeitung die Ziele, die sich die Meringer CSU hierbei gesetzt hat.

Mayer sieht Missverhältnis beim Wohnen in Mering

Sein Hauptanliegen sei es, dass die Kommune ihre Entwicklung stärker selbst steuert und damit für ein ausgewogenes Wohnangebot sorgt, sagt er. Mayer sieht momentan ein Missverhältnis: In den vergangenen 22 Jahren habe die Gemeinde keinen einzigen Bauplatz selbst geschaffen – bis auf die wenigen Parzellen am Oberfeld auf Drängen der CSU. Dagegen seien allein in jüngster Zeit von der Kreiswohnbau an der Schwägerlstraße und der Kissinger Straße auf den Gemeindegrundstücken 25 Wohneinheiten im geförderten Wohnungsbau geschaffen worden. Dazu kommt bald die große Erweiterung am Leonhardshof von Seiten der Kirche. Und auch eine Umwidmung der als Flüchtlingsunterkünfte gebauten Häuser in der Hartwaldstraße - wir berichteten – ist noch nicht gänzlich ausgeschlossen.

„Wir sind nicht gegen den sozialen Wohnungsbau“, betont Mayer. Es müsse jedoch insgesamt die Mischung stimmen. Was seiner Meinung noch fehlt, ist beispielsweise ein Mehr-Generationen-Wohnprojekt. Die Nachverdichtung innerorts müsse zwar sein, aber weiterhin – wie es heute schon geschieht - durch Bebauungspläne gesteuert werden.

Bei neuen Baugebieten für Mering will CSU eher bremsen

Aktuell in der Diskussion ist ein Baugebiet im Schnellverfahren nach Paragraf 13 b am Kapellenberg, wo auch ein Block für den sozialen Wohnungsbau vorgesehen wäre. Mayer hält dies jedoch an der Peripherie wegen fehlender Infrastruktur nicht für sinnvoll. Generell plädiert er dafür, dass Mering beim Wachstum auf die Bremse tritt und sich auch bei der Ausweisung weiterer Baugebiete zurückhält. Angesprochen auf den zweiten Abschnitt des Oberfelds sagt er: „Das würde ich nicht zeitnah machen“.

Und wenn es soweit ist, hat er eine klare Forderung: „In den Außenbereichen sollte ausschließlich die Gemeinde Neubaugebiete aufplanen“, betont Mayer. Zwar habe sich die Firma Dumberger am Oberfeld bisher als verlässlicher Partner erwiesen. „Aber dass man sich an einen anderen dranhängt, finde ich grundsätzlich falsch“. Mayer verweist auf die umliegenden Kommunen wie Kissing oder Ried, die ihre Baugebiete alle selbst ausweisen. Das wäre für ihn auch in Mering das Ziel. Dabei möchte er einen fairen Umgang mit den Grundstückseigentümern erreichen. Das gehe nur mit einer klaren Preispolitik und nicht mit einem unübersichtlichen Gewinn-Beteiligungs–Modell wie das, mit dem Bürgermeister Hans-Dieter Kandler bei den Eigentümern am Oberfeld gescheitert war. Mayer macht sich jedoch keine Illusionen: „Unter die 125 Euro, die jetzt schon am Oberfeld gezahlt wurden, können wir auf keinen Fall gehen. Aber öffentlich über Preise zu reden, halte ich nicht für günstig“, sagt er.

Baugebiete selbst in die Hand nehmen und nicht an Bauträger geben

Deutlichstes Argument dafür, die Baugebiete selbst in die Hand zu nehmen, ist für ihn die Erfahrungen an der Bürgermeister-Heinrich-Straße, wo im Übrigen auch die CSU größtenteils grünes Licht für die Überlassung an einen Bauträger gegeben hatte. „Das war aus heutiger Sicht ein riesen Fehler“, gibt Mayer zu. Denn zum einen hat dies bei den Grundstückseigentümern im benachbarten Oberfeld die Bereitschaft, zu günstigeren Preisen an die Kommune zu verkaufen, nicht gerade gefördert. Außerdem gab es bei dem Projekt eine Vielzahl an Schwierigkeiten. Unter anderem hatte der Bauträger erst nach dem Baubeginn an den Häusern die Erschließung vorgenommen. „Wenn man die Planung einem Bauträger überlässt, kann einem alles, was vertraglich nicht genau geregelt ist, hinterher auf die Füße fallen“, sagt Mayer.

Für die kommende Kommunalwahl mindestens genauso entscheidend wie die Themen, ist die Auswahl der Personen. Florian Mayer wäre als zweiter Bürgermeister und Ortsvorsitzender ein naheliegender Bewerber für das Amt des Gemeindeoberhaupts. Doch will er noch einmal antreten? „Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, ist das sicherlich vorstellbar“, sagt er noch zurückhaltend. Die Entscheidung könne erst nach den Vorstandswahlen in der CSU fallen, die im März stattfinden. Eine große Rolle spielt für Mayer die Kandidatenliste für den Gemeinderat. „Sie müssen mit dem Bürgermeister-Kandidat klar kommen – und umgekehrt“. Ein großes Anliegen ist es dem Ortsvorsitzenden, mehr Frauen auch auf aussichtsreiche Listenplätze zu bringen. Er gehe davon aus, dass bei der kommenden Wahl die CSU-Liste wieder für Nicht-Mitglieder geöffnet werde.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: „Mering zahlt für die Fehler der Vergangenheit“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren