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Freizeit

15.06.2017

Die Graugänse lieben den Weitmannsee in Kissing

Die Graugänse mögen den Weitmannsee, doch für Badegäste können sie ein Ärgernis sein.

 Der Erholungsgebieteverein macht den Weitmannsee bereit für die Saison. Am Ufer tummeln sich die Vögel neben den Badegästen. Das sorgt manchmal für Ärger.

 Die warmen Temperaturen locken immer mehr Menschen an die Badeseen. Die Saison läuft – auch in Kissing. Am Weitmannsee kümmert sich der Erholungsgebieteverein Augsburg (EVA) um den Badebereich. Er hat neue Holzbänke und -tische aufstellen lassen. Der Kiesstrand an der Badebucht auf Höhe des Restaurants wird regelmäßig gepflegt und der Sand am Beachvolleyballplatz soll bald durchgesiebt werden.

Den Rasen auf den Liegeflächen grasen zurzeit die Graugänse ab. Ein wenig erinnern die Vögel dabei an weidende Kühe. Doch es gibt ein Problem: Was vorne reinkommt, muss irgendwann hinten wieder raus. Badegäste, die auf der Wiese eine Decke ausbreiten möchten, ärgert der Kot der Tiere. EVA-Geschäftsführerin Elisabeth Burkhard sagt aber, dass sie schon schlimmere Jahre erlebt habe. Im Vergleich zu früheren Zeiten seien auch wenig Beschwerden eingegangen.

Der Weitmannsee Kissing gehört dem Erholungsgebieteverein

Der Weitmannsee und ein großer Teil um die Wasserfläche herum gehören dem Erholungsgebieteverein. Die Organisation versucht dort seit Jahrzehnten, einen Spagat zu schaffen. Der südliche Teil ist naturbelassen und bietet Tieren einen besonderen Lebenraum. Das Ostufer im nördlichen Teil ist als Naherholungsgebiet ausgerichtet.

Die Graugänse kümmert diese Einteilung allerdings wenig. Teilweise halten sie sich sogar lieber im Liegebereich als im naturbelassenen Teil auf. Grundsätzlich biete der See für die Graugänse ideale Bedingungen, wie Burkhard erklärt. Auf den vielen kleinen Inseln können sie ungestört brüten. Auf dem flachen Stück, wo sich der Kiesstrand und die Liegewiese befinden, haben sie eine ideale Start- und Landebahn. Ein weiteres Problem sind die Menschen. „Sie füttern die Gänse, obwohl es verboten ist“, sagt Burkhard. Das merken sich die Tiere. Die Geschäftsführerin und ihr Mitarbeiter Helmut Grimm haben schon Besucher mit Tüten voll Brot am See angetroffen. Dabei kann das den Vögeln schaden, zum Beispiel wenn es im Magen gärt oder verschimmelt ist. Für die Tiere sei genug Nahrung da. Das Grünzeug rund um den See reiche.

Kann man die Vögel in Kissing vertreiben?

Während die einen füttern, fordern andere, die Vögel zu vertreiben. „Die Vergrämungsmethoden sind uns bekannt“, sagt Burkhard. Zum Beispiel Jäger, die Warnschüsse abgeben, oder Jagdhunde, die einschüchtern. Das Problem: Die Vögel sind sehr schlau. „Wenn drei Mal in die Luft geschossen wurde, dann fliegen die nicht mehr weg. Die lernen das schnell“, sagt Burkhard. Einen Falkner einzusetzen, wäre sehr teuer. Zurzeit gibt der Verein im Jahr etwa 20000 Euro für die Pflege des Sees aus. Dazu gehört auch die Instandhaltung des Kinderspielplatzes und der öffentlichen Toiletten unter dem Restaurant.

Vor etlichen Jahren seien Vögel abgeschossen worden. Davon hält Burkhard nichts. Zumal die Jagdzeit erst im August beginnt, dann sind die Vögel schon weitergezogen. Meist verlassen sie im Juli den Weitmannsee. Derzeit ist Burkhard mit der Lage zufrieden. „Solange es in dem Maß ist wie in diesem Jahr, sehe ich da kein Problem.“

Sie schätzt, dass es zurzeit am Weitmannsee 20 brütende Paare mit 60 Jungen gibt. Die Vögel hinterlassen ihren Kot nicht nur am Ufer, sondern auch im See. Die Wasserqualität wird aber regelmäßig untersucht. Der Weitmannsee hat ausgezeichnete Werte. „Das ist ein ästhetisches, kein gesundheitliches Problem“, sagt Burkhard.

Trotz der Probleme gibt es Menschen, denen nicht genug Vögel da sind. Immer wieder rufen besorgte Tierfreunde bei der Geschäftsführerin an, weil sie Graugänse vermissen. Manche fragen, ob die Tiere abgeschossen wurden. Burkhard erklärt, dass nicht jedes Jahr alle zum See zurückkehren.

Der See gehört zum Trinkwasserschutzgebiet

Die Geschäftsführerin betont, dass der Erholungsgebieteverein bemüht ist, allen Seiten gerecht zu werden. Gestaltungsmaßnahmen am Weitmannsee seien nicht einfach. Dabei spielt nicht nur der Naturschutz eine Rolle. Der See gehört auch zum Trinkwasserschutzgebiet der Gemeinde Kissing. Alles ist streng reglementiert.

Fans hat der naturbelassene See jedenfalls. Eine 49-jährige Augsburgerin stellt gerade ihren Liegestuhl am Ufer auf. Sie betont, dass sie seit 20 Jahren extra zum Weitmannsee fährt. „Die Kulisse ist einfach traumhaft“, sagt die braun gebrannte Frau mit den kurzen grauen Haaren. Der Kuhsee oder der Friedberger See könnten da nicht mithalten. Und die Vögel? „Das ist halt Natur. Wen die Gänse stören, der soll einfach nicht hierherkommen.“

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