Newsticker
EU und Astrazeneca streiten um Corona-Impfstoff
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Die Immobilienpreise in Friedberg steigen trotz Corona weiter

Aichach-Friedberg

21.08.2020

Die Immobilienpreise in Friedberg steigen trotz Corona weiter

Das Baugebiet an der Afrastraße ist derzeit das größte Projekt dieser Art im Stadtgebiet Friedberg. Es soll mehreren Hundert Menschen Wohnraum verschaffen.
Bild: Ute Krogull

Plus Die Nachfrage in Friedberg ist seit Corona leicht gesunken. Trotzdem steigen die Preise. Makler erklären, wie es bei Häusern und Wohnungen weitergeht.

Trotz der stärksten Rezession seit der globalen Finanzkrise 2009 steigen die Preise auf dem lokalen Immobilienmarkt unbeirrt an. Auch in Zukunft soll sich das Preisniveau im Raum Friedberg weiter erhöhen. Wie regionale Makler und Immobilienexperten berichten, gibt es dafür mehrere Ursachen. Eine davon ist möglicherweise die Krise selbst.

Petra Gerber, Immobilienmaklerin aus Friedberg, weist auf eine coronabedingt gesunkene Nachfrage auf dem lokalen Markt hin. „Wer nicht kaufen oder mieten muss, wartet ab.“

Für Immobilien in Friedberg gibt es weniger Interessenten

Ähnliche Erfahrungen macht Arthur Fiedler, ebenfalls Makler in Friedberg. Für angebotene Wohnimmobilien gebe es weniger Interessenten, jedoch übersteige die Nachfrage noch immer das knappe Friedberger Angebot. „Wo es vor Corona zehn Interessenten gegeben hat, gibt es nun noch drei. Doch das sind immer noch zwei zu viel, so dass die Preise stabil bleiben“, sagt Fiedler.

Diese Wahrnehmung bestätigt Andreas Klein, Immobilienexperte der Stadtsparkasse Augsburg: „Corona hat auf den privaten Wohnungsmarkt in unserer Region keinen spürbaren Einfluss. Es gab weder Notverkäufe noch stiegen die Preise aufgrund von Inflationsängsten. Die Nachfrage ist zwar etwas zurückgegangen, jedoch von dem Niveau ,sehr stark‘ auf ,stark‘.“

Immobilien im Raum Friedberg wurden in einem Jahr um 4 Prozent teurer

Wie aus Zahlen der Stadtsparkasse Augsburg hervorgeht, liegt die Immobilienpreisentwicklung im Friedberger Raum knapp unter dem diesjährigen bundesweiten Niveau: Für Wohnimmobilien liegen die Preise hier momentan um vier Prozent höher als im Vorjahr. Bundesweit wurde ein Plus von 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal erreicht, wie aus dem Immobilienpreisindex des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken (VDP) für das zweite Quartal 2020 hervorgeht.

Der Friedberger Makler Christian Oppermann spricht bereits jetzt von einer vollständig erholten Nachfrage für Wohnimmobilien in Friedberg und Umgebung. Dies liege vor allem an der ausgezeichneten Infrastruktur und Verkehrsanbindung an Augsburg und München: „Friedberg punktet bei allen Altersgruppen. Die jüngere Generation bleibt meist hier, und wer nach der Schule wegzieht, kommt oft wieder zurück“, so Oppermann.

Dieser Bau in der Metzstraße in Friedberg-West ist ein Beispiel für Nachverdichtung,das in der Nachbarschaft stark umstritten war. Nun werden die Wohnungen im „Metzpark“ im Internet für bis zu 15 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter angeboten.
Bild: Ute Krogull

Der Druck auf den regionalen Immobilienmarkt ist seit Jahren anhaltend groß, die Miet- und Kaufpreise zählen nach hohen Wachstumsraten in den vergangenen Jahren zu den höchsten im Augsburger Umland, wie aus dem letzten vorgelegten Wohnimmobilienmarktbericht der Hypovereinsbank für den Raum Augsburg und Umgebung hervorgeht.

Die Pandemie hat möglicherweise sogar einen preistreibenden Effekt auf den Immobilienmarkt gehabt: Einer vom Unternehmen Commerz Real in Auftrag gegebenen Studie des Meinungsforschungsinstituts YouGov zufolge stieg das Ansehen von Kapitalanlagen in Immobilien während der Corona-Krise signifikant an:

Im Zeitraum von Februar bis Juni erhöhte sich die Zahl der Befragten, die Immobilien für eine sinnvolle Kapitalanlage hielten, von 51 auf 56 Prozent, und statt 45 Prozent der Befragten bewerteten im Juni 49 Prozent eine Kapitalanlage in Immobilien als sicher.

Die Preise für regionale Immobilien dürften sich – vor allem in Anbetracht der aktuellen Zinslandschaft – also auch in Zukunft durchaus positiv entwickeln. „Im Friedberger Raum, insbesondere in Kissing und Mering, könnten die Preise aufgrund der größeren Attraktivität für Münchner sogar um ein bis zwei Prozentpunkte mehr ansteigen als in Augsburg“, so Andreas Klein.

Wie sieht der Preis bei Gewerbe-Immobilien in Friedberg aus?

Der Immobilienexperte erklärt weiter, dass sich über die Entwicklung des gewerblichen Sektors in der Stadt Friedberg aufgrund der geringen Anzahl an Transaktionen in der Region keine datengestützten Aussagen treffen ließen, dass man bei der Stadtsparkasse allerdings eine dem bundesweiten Trend entsprechende Entwicklung für realistisch halte. In Deutschland stiegen laut VDP-Index die Preise für Gewerbeimmobilien um insgesamt 3,9 Prozent, lediglich Einzelhandelsimmobilien verbuchten einen Preiseinbruch von 1,3 Prozent.

Lesen Sie auch den Kommentar:

Das könnte Sie auch interessieren:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.


Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

22.08.2020

Wer soll sich das noch leisten können ??
Denke " Wir sind alle keine Großverdiener ".
Da muss man schon Super bezahlte Jop's haben.
Nicht ein mal mehr die Mittelschicht, wird da mit halten können.

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren