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Kirche  in Friedberg

12.10.2018

Ein Treffpunkt für alle Menschen in Friedberg

Das Pfarrzentrum St. Jakob steht vor großen Veränderungen – sowohl architektonisch wie auch konzeptionell.

Das Pfarrzentrum St. Jakob  in Friedberg soll zum Ort der Begegnung unabhängig von Religion und Kultur werden. Das verändert auch das äußere Erscheinungsbild.

Im Pfarrzentrum St. Jakob in Friedberg stehen Veränderungen bevor: Es soll ein Treffpunkt nicht nur den Katholiken, sondern allen Menschen unabhängig von ihrer Religion und Kultur zugute kommen. Stadtpfarrer Steffen Brühl stellte die Pläne jetzt im Ausschuss für Soziales, Bildung und Integration vor, wo sie positiv aufgenommen wurden.

Ein „Ort der Begegnung“ soll die beiden Klubräume ersetzen. Dort würden dann Autorenlesungen, kleine Konzerte und Ausstellungen stattfinden. Außerdem ermögliche eine Einbauküche Treffen ohne Konsumzwang. Bei der Gestaltung des Raumes ließen sich die Planer von Diplom-Ingenieur Sevket Dalyanoglu vom Projektbüro 678 in Augsburg inspirieren, der auch für die Planung des Umbaus zuständig ist. Er brachte sie auf die Idee, einen Diwan aufzustellen, eine Sofa-Sitzgruppe rings um einen niedrigen Tisch. Das orientalische Möbel eigne sich hervorragend zum Sitzen oder als Bühne für kleinere Auftritte, versicherte Dalyanoglu, der zusammen mit Brühl das Projekt vorstellte.

Natürlich wollen die Pfarreiangehörigen den Raum auch für ihre eigenen Zwecke nutzen und dort zum Beispiel nach dem Gottesdienst für einen Kaffee zusammenkommen. Vor allem aber betonte der Pfarrer den interkulturellen und interreligiösen Charakter des Raumes, der für alle kostenlos offen stehen soll.

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Das Bistum zahlt 200 000 Euro für das Projekt in Friedberg

Für den Umbau sicherte das Bistum Augsburg bereits die erforderlichen 200000 Euro zu. Dalyanoglu berichtete, dass für das Geld unter anderem die Mauer zwischen den Klubräumen durch eine bewegliche Wand ersetzt werden solle. Die Garderobe im Eingangsbereich des Pfarrheims werde verschwinden und dem Zugang zum Raum Platz machen.

Diese Veränderung, erklärte Brühl, sei aber nur der erste Teil des Plans. Sobald der Ort der Begegnung in Betrieb genommen würde, solle die Universität Augsburg zwei Jahre lang wissenschaftlich evaluieren, ob sich die Investition als nachhaltig erweise. Bei einem positiven Ergebnis folgte dann der zweite Schritt: die Vergrößerung der Bücherei und die Verbesserung ihrer Sichtbarkeit.

Der geräumige Eingangsbereich auf der Kirchenseite solle verschwinden und mehr Platz für die Bücherei schaffen. Stattdessen betreten Besucher das Gebäude künftig von der Westseite her. Anstelle der drei Erker, die bisher diese Außenwand zieren, solle ein großes Fenster Einblick in die Bücherei gewähren. Auch der Büroraum der Bücherei wird verändert. Wer wie viel für diese zweite Maßnahme zahlt, sei noch völlig offen, meinte Brühl. Die Kosten lägen bei etwa 530000 Euro. Und noch einen dritten Umbau des Pfarrheims stellte der Pfarrer dem Ausschuss vor: Die „Sankt-Jakobs-Stube“, eine Notunterkunft für eine Person, soll eine kleine Unterstützung für die obdachlosen Durchreisenden werden. Der Raum mit Bett und Waschbecken soll dassehr geräumige Herren-WC ersetzen.

Die Bücherei gehört zu gleichen Teilen der Stadt und der Pfarrei. Doch Brühl suchte nicht nur deswegen die Zustimmung und Unterstützung der Stadt Friedberg: Der neue Eingangsbereich liegt teilweise auf öffentlichem Grund. Und bei den erwarteten laufenden Kosten seien 28000 Euro noch nicht gedeckt, hier bat der Pfarrer um eine Beteiligung der Stadt.

Was die Friedberger Stadträte von dem Projekt der Pfarrei St. Jakob halten

Bürgermeister Roland Eichmann (SPD) stellte fest, dass es beim neuen Eingangsbereich zwar nicht um viel Fläche gehe, dass aber ausgerechnet zwei Behindertenparkplätze weichen müssten. „Die müssen wir natürlich an anderer Stelle neu schaffen.“ Wenn das möglich sei, habe er derzeit keine Bedenken.

Auch die Stadträte äußerten sich sehr wohlwollend. Roland Fuchs (SPD) und Elisabeth Micheler-Jones (Parteifreie Bürger) lobten besonders, dass der konfessionelle Gedanke keine Rolle in der Planung bei der Umgestaltung des Gebäudes spiele. Ingrid Becke (SPD) gab allerdings zu bedenken, dass es wichtig sei, Parallelangebote zu vermeiden. Gerade für Senioren gebe es schon ähnliche Begegnungsmöglichkeiten in der Nähe. Sie sprach sich dennoch für das Projekt aus.

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