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Friedberg

20.07.2020

Feuerwehreinsatz und Corona: Die Vorsicht fährt mit

Reicht der Schutz vor Corona aus, wenn die Feuerwehrler zu Einsätzen gerufen werden oder Übungen abhalten?
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Plus Wegen der Corona-Beschränkungen rücken viele Feuerwehrleute aus dem Wittelsbacher Land mit einem mulmigen Gefühl zum Einsatz aus.

Auch sie sind nah dran am Menschen: die Feuerwehren. Wie gehen sie im Landkreis mit der neuen Corona-Realität um? Was bedeuten die Auflagen und Beschränkungen für die Floriansjünger? Und vor allem: Was wird getan, um das Infektionsrisiko in der Truppe, auch bei Einsätzen, so gering wie möglich zu halten?

Helmut Müller, Kommandant der Adelzhauser Feuerwehr, sagt: „Man arbeitet vorsichtiger. Das Gefühl fährt trotzdem mit, auch jetzt noch.“ Durch die Lage Adelzhausens an der Autobahn A8 konnte die Mannschaft um Helmut Müller gut beobachten, welche Auswirkungen der Lockdown auf den Verkehr und damit auch auf das Unfallgeschehen in der Region hatte.

Für die Adelzhauser Feuerwehr wird es von Woche zu Woche mehr

„Es war sehr ruhig, wir mussten nicht so oft raus, zumindest, bis die Lockerungen kamen, jetzt wird es von Woche zu Woche wieder mehr“, erzählt Müller. Mit den Corona-Beschränkungen wurden sämtliche Übungen, Schulungen und Versammlungen abgesagt. Es wurden ausschließlich dringende Wartungsarbeiten durchgeführt und natürlich Einsätze gefahren.

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Kreisbrandrat Christian Happach mahnt zur Vorsicht.
Bild: Erich Echter

Kreisbrandrat Christian Happach legt auch bei den anstehenden Generalversammlungen und Kommandantenwahlen großen Wert auf die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln, „damit Corona nicht in die Feuerwehr gebracht wird und diese einsatzfähig bleibt“, wie er sagt. Während der Einsätze wurden generell Schutzmasken getragen und die Einsatzkräfte wurden zum Teil auf mehr Fahrzeuge verteilt als sonst üblich. Nach einem Einsatz desinfizierten die Aktiven die Fahrzeuge komplett.

In Kissing sind nicht alle gleichzeitig im Einsatz

„Auch wir sind während des Lockdowns ausgerückt, haben uns aber immer an die Anweisungen der Behörden gehalten“, betont der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Kissing. Der Kommandant der Feuerwehr Mering, Andreas Regau, achtete besonders in den ersten Wochen der Ausgangsbeschränkungen darauf, nicht immer alle verfügbaren Kräfte zu alarmieren. Zum Einsatz kamen nur so viele Leute wie nötig. Damit die Feuerwehr einsatzfähig bleibt, müsse das Ansteckungsrisiko auch untereinander so gering wie möglich gehalten werden.

„Gerade in den letzten Wochen hätten wir eigentlich immer mehr Kräfte als gewöhnlich verfügbar gehabt. Viele waren ja im Homeoffice und konnten schnell zur Stelle sein“, so Regau.

Friedberger Feuerwehr nähert sich der Belastungsgrenze

Normalerweise kommen bei einem Einsatz 30 Leute zum Feuerwehrhaus. Von diesen fuhr in den vergangenen Monaten aber lediglich die Hälfte mit zu den Einsätzen. Die Freiwillige Feuerwehr Friedberg spricht außerdem von einem höheren Aufwand bei Einsätzen als gewöhnlich. „Durch die Schutzausrüstung, die wir tragen müssen, haben wir bei jedem Einsatz einen Mehraufwand“, erklärt Kommandant Michael Geiger. Trotzdem sagt er: „Es lief bis jetzt alles reibungslos, auch wenn wir unserer Belastungsgrenze in den Einsätzen näher kommen.“

Bietet die Kleidung der Einsatzkräfte genügend Schutz vor einer Ansteckung? 
Bild: Erich Echter

Auch Bernhard Bichler, Kommandant der Feuerwehr Sielenbach, kennt das mulmige Gefühl vor einem Einsatz: „Da überlegt man schon, ob man sich was einfängt oder ob der Schutz ausreicht.“ Mit nur drei Einsätzen war aber auch in Sielenbach die Zeit während der vergangenen „Corona-Monate“ sehr ruhig. Wer beim Einsatz nicht mehr benötigt wurde, wurde sofort zurückgeschickt, um die Infektionsrisiken zu minimieren.

Die Geselligkeit bei der Feuerwehr kommt zu kurz

Ihren dringenden Pflichten konnte die Feuerwehr während der Pandemie zwar nachkommen, das Miteinander kam aber in den vergangenen Monaten zu kurz, so der Meringer Kommandant Regau. „Normalerweise wird nach der Übung und nach dem Einsatz im Feuerwehrhaus noch etwas geratscht“, erzählt er. Zwar konnte die Jahreshauptversammlung im März noch wie gewöhnlich stattfinden, andere Veranstaltungen fielen hingegen aus. Betroffen davon sind das Fronleichnamsfest, der Tag der offenen Tür und das Grillfest im August.

Immerhin ein Lichtblick: Seit einigen Wochen finden wieder Übungen in Kleingruppen statt. Zu Beginn durften bis zu sechs Personen daran teilnehmen, inzwischen wurde die Zahl auf acht erhöht. Nach den Sommerferien dürfe wieder mit 20 bis 25 Leuten geübt werden, freut sich Regau. Die besonderen Dienstanweisungen zum Umgang mit dem Coronavirus in Bayern wurden nicht verlängert. Weitere Lockerungen sind durch einen Stufenplan geplant.

Lesen Sie dazu den Kommentar: Vorsicht ist Pflicht für die Feuerwehr

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