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Handball Bayernliga

19.11.2017

K. o. vier Sekunden vor Schluss

Ein Bild mit Symbolcharakter: Andreas Dittiger am Boden. Der TSV kassierte in Ottobeuren ganz spät den entscheidenden Treffer.
Bild: Peter Kleist

Der TSV Friedberg muss beim Aufsteiger Ottobeuren eine vermeidbare Niederlage einstecken. Wie es in den Schlusssekunden dazu kommt

Das war bitter für die Friedberger Bayernliga-Handballer. Die erste Mannschaft verlor am Samstagabend beim Aufsteiger TSV Ottobeuren mit 25:26 (11:9) Toren. Dabei vergab die Truppe von Trainer Mirko Pesic zahlreiche gute Chancen und kassierten vier Sekunden vor dem Ende den entscheidenden Gegentreffer.

Die erste Hälfte nahm dabei einen Verlauf, der viel über die Probleme des TSV an diesem Tag aussagt. Die ersten vier Minuten lang dominierten die Gäste den Aufsteiger klar und führten schnell mit 4:0. Danach sollte es aber über eine Viertelstunde dauern, bis Friedberg das fünfte Tor gelang. In dieser langen Zeitspanne verwarfen die Handballer zahlreiche aussichtsreiche Chancen aus teilweise hervorragenden Positionen.

Darum stand es nach 20 Minuten erst 5:5, was auch an der guten Abwehrarbeit der Gäste lag. Kurzzeitig lief es in der Schlussphase des ersten Durchgangs dann wieder besser beim TSV; in acht Minuten trafen die Herzogstädter öfter als in den 20 zuvor und stellten auf 11:8.

In den letzten Angriff vor der Pause ging Friedberg in Überzahl. Doch anstatt diese vorteilhafte Situation sicher auszuspielen und den Vorsprung zur Pause auf vier Treffer auszubauen, leisteten sich die Gäste trotz ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit einen schlimmen Fehlpass. Ottobeuren konnte so praktisch mit der Halbzeitsirene noch auf 9:11 verkürzen.

Auch im zweiten Durchgang bestanden die Friedberger Probleme im Angriff fort. Dies hatte schließlich auch Auswirkungen auf die Defensive. Normalerweise hatte Friedberg seinen Gegner hier gut unter Kontrolle, doch oft war zu betrachten, dass ein Fehlwurf im Angriff zuvor dann auch im Gegenzug zu Konzentrationslücken in der Arbeit nach hinten führte.

So wurde das Spiel nach dem 13:13-Ausgleich eine wahre Nervenschlacht. Die beiden Teams waren in den letzten 20 Minuten auf Augenhöhe; keines konnte sich mit mehr als einem Tor absetzen. Friedberg war jedoch weiterhin vor dem gegnerischen Tor viel zu nachlässig. Bei einer besseren Chancenverwertung hätten die Herzogstädter ihren Gegner immer noch distanzieren können. So kam es, wie es fast kommen musste: Beim Stand von 25:25 traf Fabian Abstreiter 30 Sekunden vor Schluss zur vermeintlichen 26:25-Führung. Die Schiedsrichter pfiffen ihn aber wegen eines vermeintlichen Schrittfehlers zurück. Im Gegenzug kassierte ein Friedberger Spieler wegen einer Unbeherrschtheit eine vermeidbare Zeitstrafe – und vier Sekunden vor dem Ende traf der Linksaußen des TSV Ottobeuren zum Sieg für seine Farben. So verlor Friedberg völlig unnötig mit 25:26 beim Aufsteiger.

Friedberg v. Petersdorff; Kraus, Okyere, Haggenmüller (5), Wagenpfeil (2), Thiel (4), Schnitzlein, Augner (3), T. Müller, M. Schneider (2), Dittiger, Abstreiter (9/5).

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