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Krankenhaus: Wenn Trainer und Team nicht harmonieren

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Kommentar Von Thomas Goßner
07.06.2019

Die Schwierigkeiten der Kliniken an der Paar sind auch hausgemacht.

Die Kliniken an der Paar kommen aus den Negativschlagzeilen nicht heraus. Berichte über einen Aufstand der Ärzte und anonyme Vorwürfe gegen Klinik-Geschäftsführer Krzysztof Kazmierczak, Kritik an unzureichender Information über die wirtschaftliche Entwicklung der Krankenhäuser, Verzögerungen beim Neubau in Aichach, Turbulenzen in der Geburtshilfe, explodierende Defizite.

Landkreis Aichach-Friedberg nimmt viel Geld in die Hand

Dabei hat der Landkreis Aichach-Friedberg in den vergangenen Jahren viel Geld in die Hand genommen, um die wohnortnahe Versorgung der Menschen im Wittelsbacher Land sicherzustellen. Die Probleme wurden dadurch aber nicht beseitigt. Was läuft falsch in den Kliniken an der Paar?

Die widrigen Rahmenbedingungen der Berliner Gesundheitspolitik spielen dabei gewiss eine beträchtliche Rolle, doch inzwischen drängt sich der Verdacht auf, dass die Schwierigkeiten auch hausgemacht sind. Landrat Klaus Metzger macht entgegen seiner sonst eher zurückhaltenden Art deutlich, wo er die Verantwortung für den Betrieb der Klinik sieht: Der Werkausschuss stellt politisch die Weichen, für das operative Geschäft sind Geschäftsführung und Ärztliche Direktoren zuständig.

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In den Kliniken an der Paar stimmt die Chemie nicht

Dass zwischen Teilen des medizinischen Personals und dem Klinikchef die Chemie nicht immer stimmt, ist kein Geheimnis. Schon in der Vergangenheit kam es zu Differenzen über die strategische Ausrichtung der Häuser. Kreisräte bescheinigen Kazmierczak eine gute inhaltliche Arbeit, aber Mängel in der Kommunikation.

Vielleicht ist es ja wie im Fußball: Nicht immer sind eine Top-Mannschaft und ein Top-Trainer gemeinsam erfolgreich. Bei den Sportvereinen weiß man in der Regel, was zu tun ist, wenn der Abstieg droht. Gut möglich, dass auch in der Politik die Geduld endlich ist.

Lesen Sie dazu unseren Bericht Werden Patienten weggeschickt?

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07.06.2019

Um wirtschaftlich sich zu halten, trotz steigender Einschränkungen, Dank unserer Politik, Bedarf es weiterhin ein ausgewogenes Chirurgenteam zu haben und zu halten. Heißt Klinik-, wie auch Belegärzte.
Und hier gibt es schon seit längerem das Problem, dass Ärzte natürlich auch lukrativere Angebote von anderen Kliniken bekommen. Wieso kann die "Konkurrenz" abwerben? Wieso nimmt man das seit Jahren hin und ändert nichts?
Plan OP's von Belegärzten füllen auch die Betten.
Plan OP's von Klinik Fachärzten füllen ebenfalls die Betten.
Aber wenn Belegärzte wegbleiben, da man Uneinigkeiten bei der Honorierung ha, ist das eine große Lücke.
Und wenn Hausärzte ganz andere Kliniken empfehlen, da man das Chirurgenteam nicht mehr kennt (die Korifeten lässt man ziehen), dauert es sehr lange, um wieder Vertrauen bei den Hausärzten aufzubauen.
Die Lücke ist dann ein Loch.
Defizite vorprogrammiert.

Und zum Schluss noch eine Einschätzung zum Neubau Aichach.
Der größte Teil, der einer stationären Behandlung Bedarf, sind unsere älteren Mitbürger. Hier ist, wenn möglich auch die Familie gefragt, den Angehörigen während des Aufenthaltes mit persönlichen Dingen zu versorgen und auch da zu sein. Wenn man sich die Einzugsgebiete der beiden Kliniken anschaut, ist es doch klar, wo mehr Ballungsraum drum herum ist. Würden Sie eine doppelt so weite Strecke in Kauf nehmen, nur um in einem Neubau zu liegen? Ich denke nicht, wenn eine andere Klinik in der Nähe ist.
Fazit
Da Aichach die nächsten Jahre an Fördermittel gebunden ist, wird es die Klinik in Friedberg treffen, fall es zu einem Verkauf kommt. Eine Schließung kann ich mir persönlich nicht vorstellen. Nach Privatisierung klappt es dann vielleicht auch wieder mit den Ärzten.
Statt Weglauf ... Zulauf?

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