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Forstwirtschaft

06.02.2015

Laubholz lohnt sich

„Die meisten Waldbesitzer hier im Raum hängen noch immer extrem an ihrer Fichte.“Revierförster Rudi Brandl

Hohe Preise bei Versteigerung sollen die Waldbesitzer überzeugen

Erstmals ist Laubholz aus dem Bereich der Forstbetriebsgemeinschaft Friedberg (FBG) über eine Stammholzversteigerung verkauft worden. Für die Eichen der FBG wurden im Durchschnitt 565 Euro für den Festmeter gezahlt. Eine mitgelieferte Birke erzielte stolze 200 Euro pro Festmeter und selbst für den Erlenstamm wurden noch 140 Euro gezahlt. „Diese Ergebnisse hätte keiner von uns erwartet“, so Anton Wittmann, Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft nach der Veröffentlichung der Preise. Bei der Submission in Leipheim werden Stämme auf einem zentralen Versteigerungsplatz präsentiert. Käufer aus ganz Europa geben ihr Angebot bis Ende Januar ab. Dementsprechend erzielt jeder Stamm den bestmöglichen Preis.

Eingeschlagen wurde das Holz im Nutzungsrechtewald Michelau, der zur Gemeinde Adelzhausen gehört. Die Beförsterung dieses Rechtlerwalds ist von der Gemeinde an das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Augsburg übertragen worden. Zuständig ist Revierförster Rudi Brandl von der Forstdienststelle in Eurasburg, der auch den Anstoß zur Teilnahme an der Submission gab.

„Die meisten Waldbesitzer hier im Raum hängen noch immer extrem an ihrer Fichte, Laubholz gilt vielen nur als Brennholz und hat dementsprechend leider immer noch zu Unrecht einen sehr schlechten Ruf“, so der Förster. Um das zu ändern, wurde in enger Zusammenarbeit mit der Forstbetriebsgemeinschaft und den „Rechtlern“ von Michelau dieser neue Vermarktungsweg beschritten.

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Brandl freut das Ergebnis der Versteigerung. Es zeigt, dass Laubholz für den Waldbesitzer durchaus auch wirtschaftlich sehr interessant sein kann. Dass der Umbau der hiesigen risikoanfälligen Fichtenreinbestände in Mischbestände und damit die Pflanzung von mehr Laubholz zwingend notwendig ist, steht für den Fachmann außer Frage. „Ich hoffe aber, dass es jetzt ein paar Waldbesitzern leichter fällt, über ihren Schatten zu springen“, sagt der Förster und verweist zusätzlich auf die üppige staatliche Förderung für gepflanztes Laubholz. (FA)

Die Forstbetriebsgemeinschaft Friedberg bietet Interessierten am Mittwoch, 11. Februar, eine Fahrt zum Versteigerungsplatz mit einer Führung durch einen der Versteigerer an. Die Abfahrt findet in Friedberg Herrgottsruh um 8.30 Uhr statt, die Rückkehr erfolgt circa um 15 Uhr. Eine Anmeldung ist bis 9. Februar möglich unter der Telefonnummer 0821/608248.

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