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Kultur

10.05.2019

Museum im Friedberger Schloss ist eröffnet

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Bürgermeister Roland Eichmann, Museumsleiterin Dr. Alice Arnold-Becker und Kunstminister Bernd Sibler bestaunen die Exponate im neuen Friedberger Schlossmuseum. Die Ausstellung öffnete am Freitagabend für geladene Gäste erstmals. Ab Sonntag ist sie dann für die Öffentlichkeit zu besichtigen.

Kunstminister Sibler lobt die Ausstellung im Friedberger Schloss: „Sie macht Geschichte erlebbar.“ Die viel gelobte Museumsleiterin erzählt von Höhen und Tiefen.

Nach vierjähriger Schließung hat das Museum im Wittelsbacher Schloss seine Pforten wieder geöffnet. Am Freitagabend fand ein Festakt für geladene Gäste aus Politik, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft, mit Förderern und Leihgebern statt. Kunstminister Bernd Sibler zeigte sich bei der Einweihung beeindruckt: „Seit über 130 Jahren beheimatet das Wittelsbacher Schloss ein Museum. Diese Tradition wird mit der neu gestalteten Dauerausstellung in bemerkenswerter Weise fortgeführt“, sagte er. Die Beteiligten hätten mit viel Kreativität ein spannendes Konzept erarbeitet und umgesetzt. „Friedberger Geschichte wird hier mit mehreren Sinnen erlebbar.“

Museum im Schloss: "Planmäßig und vorbildlich"

Zu einem Exponat hat der Freistaat eine besondere Beziehung. Eine Kutschenuhr zählt zu den 100 Heimatschätzen, also zu regionalen Kleinoden, die mit besonderen Bezügen zu Bayern verbunden sind. Die Fülle an kostbaren Exponaten zeigt laut Sibler, welch große Schätze es in Bayern gibt: „Unsere nichtstaatlichen Museen bewahren einen entscheidenden Teil unseres kulturellen Erbes.“

Dr. Astrid Pellengahr, Leiterin der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern, sagte sie sei „fasziniert von dem planmäßigen und vorbildlichen Vorgehen“ von der Stadt als auch vom Museumsteam. Sie unterstrich die Rolle solcher Ausstellungen für den Erhalt der Demokratie: „Museen wie dieses sind von jeher Orte der Aufklärung.“ Den Friedbergern gab sie mit auf den Weg: „Bleiben Sie diesem Haus mit Neugier verbunden.“

Bernd Sibler, Dr. Alice Arnold-Becker, Achim Dannenberg, Tanja Hammerl, Dr. Ursula Ibler, Volker Babucke, Dr. Astrid Pellengahr und Roland Eichmann (von links) beim Festakt zur Museumseröffnung im Wittelsbacher Schloss.

Kosten für Ausstellung in Friedberg bei rund 1,7 Millionen Euro

Die Ausgaben für das Projekt von rund 1,7 Millionen Euro zeigen aus Sicht von Friedbergs Bürgermeister Roland Eichmann, dass die Präsentation des kulturellen Erbes der Stadt wichtig sei. Er dankte insbesondere der Museumsleiterin Dr. Alice Arnold-Becker: „Sie ahnen nicht, was diese Frau durchgemacht hat: Höhen, Tiefen, Verzweiflung und Euphorie.“ Die Ausstellung trage letztlich in jedem einzelnen Detail ihre Handschrift.

Dr. Arnold-Becker selbst ließ in ihrer Rede die lange Geschichte der Neugestaltung Revue passieren, hatte sie doch das erste Konzept bereits 2007 erstellt. Auf dem Weg, der immer neue Windungen nahm, habe sie stets das Sprichwort begleitet: „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen“. Für den Satz gab es besonders langen Applaus. Arnold-Becker stellte den Gästen das Museum vor, das vom West- bzw. Nordflügel in den Südflügel verlegt wurde.

Sieben Abteilungen bilden Ausstellung des Schlossmuseums in Friedberg

Es hat nun sieben Abteilungen, nämlich Stadtgeschichte, Uhren als größter Bereich, Fayencen, Archäologie, sakrale und moderne Kunst sowie Schlossgeschichte, die in der Tordurchfahrt untergebracht ist. Im Rahmen der Neukonzeption wurde die Stadtgeschichte ausgebaut, hier geht es insbesondere um die Rolle Friedbergs als Grenzstadt von Bayern. Die berühmten Friedberger Uhren können nun großzügiger präsentiert werden. Auch ist die archäologische Abteilung in Anbetracht der erwarteten Schülergruppen bewusst im größten Saal untergebracht – in Nachbarschaft zu dem erstmals vorhandenen museumspädagogischen Raum.

Ein Zimmer im Friedberger Museum ist ausschließlich Werken des Künstlers Fritz Schwimbeck gewidmet.

Im Erdgeschoss ist Raum für sakrale Kunst und insbesondere das Wallfahrtswesen in Form eines „Pilgerwegs“ sowie für die Präsentation der Friedberger Künstler: Neben Werken des Malers Karl Müller-Liedeck und des Grafikers Fritz Schwimbeck werden Münzen von Reinhart Heinsdorff vorgestellt, auf den die Gestaltung der deutschen Seite des Eurocent zurückgeht.

Museumsleiterin mit Humor in Eröffnungsrede

Ein Hauptaugenmerk des neuen Museums liegt neben der kreativen Gestaltung durch das Münchner Atelier Hammerl & Dannenberg auf der Vermittlung, sei es mit den vielen Mitmachstationen und Medien, sei es mit dem Museumskatalog des Likia-Verlags mit Fotografien von Andreas Brücklmair.

Auf charmante Art wies Museumsleiterin Dr. Arnold-Becker am Ende ihrer Eröffnungsrede und vor dem Rundgang durch die Ausstellung auf die begrenzten Kapazitäten hin: „Ich freue mich über jeden, der sich erst kulinarisch stärkt und sich dann die Exponate anschaut. Die Räume sind einfach etwas zu klein für uns alle.“

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Ute Krogull: Mit seinem Museum kann Friedberg glänzen

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57 Bilder
So feierlich wurde das Friedberger Museum eröffnet
Bild: Peter Fastl
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