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Beachvolleyball

23.08.2017

Noch ist kein Boom in Sicht

Sie sind Olympiasiegerinnen, wurden unlängst Weltmeisterinnen: Kira Walkenhorst (links) und Laura Ludwig.
Bild: Herbert Neubauer/dpa

Sommersportart kommt im Landkreis gut an, einige Vereine haben auch eigene Plätze. Die jüngsten Erfolge deutscher Sportler machen sich derzeit nicht bemerkbar.

Dem Olympia-Märchen von Rio 2016, als Laura Ludwig und Kira Walkenhorst die Goldmedaille im Beachvolleyball für Deutschland nach Hause holten, folgte nun das Weltmeisterschafts- und Europameisterschaftsmärchen. Die beiden deutschen Spitzenspielerinnen triumphierten in Wien, wo sie erstmals Weltmeisterinnen wurden, und in Jurmala in Lettland holten sich überraschend Nadja Glenzke und Julia Großner den EM-Titel. In London 2012 hatten Jonas Reckermann und Julius Brink in dieser Sportart über Gold gejubelt. Auch bei den Volleyballvereinen in der Region wird im Sommer gerne „gebeacht“, einen regelrechten Boom haben die Goldmädchen und -jungs aber hierzulande bislang nicht ausgelöst.

„Nein, von einem Boom spüren wir beim TSV Friedberg noch nichts“, meint Christian Hurler, einer der Trainer des Friedberger Drittliga-Herrenteams. „Ich denke auch nicht, dass diese sportlichen Erfolge bei uns so großen Einfluss auf die breite Masse haben werden – und wenn, dann erst mit Verzögerung, also vielleicht im nächsten Jahr“, erklärt Hurler. Er selbst war mit seinem Bruder Alex übrigens in Wien vor Ort, als das Duo Ludwig/Walkenhorst bei der WM triumphierte. „Das war schon ein tolles Erlebnis“, erinnert sich Hurler, der mit seinem Bruder auch bei Turnieren der BVV-Serie im Einsatz war. „Außer uns haben auch Fabian Gumpp mit Kai Pilz, Michael Hurler mit Stefan Erhardt und auch Benny Sauerstein und Hannes Steffan teils miteinander und teils mit anderen Partnern bei Turnieren der EBV-Serie mitgespielt“, erläutert Hurler. Es seien also in diesem Sommer wieder mehr TSV-Spieler im Sand unterwegs gewesen als in den Jahren zuvor, zumal auf den drei Plätzen auf der TSV-Anlage auch zwei kleinere Turniere ausgetragen wurden. Das geplante wöchentliche Training lief dagegen weniger – vielleicht klappt es nächstes Jahr besser.

Auch beim Kissinger SC, in dessen Volleyballabteilung eine Damen- und eine Hobbytruppe aktiv sind, wird gebeacht – allerdings nur zu Trainingszwecken. „Aktiv bei Turnieren sind von uns keine Spielerinnen dabei“, sagt Abteilungsleiterin Sabrina vom Scheidt. Neben der Paartalhalle in Kissing gibt es ein Beachfeld, das allerdings der Gemeinde und nicht dem Verein gehört. Auch Sabrina vom Scheidt glaubt nicht daran, dass die jüngsten sportlichen Erfolge einen Run auf das Beachen auslösen werden. „Von einem Beach-Boom bei Hobbyspielern spüren wir nichts. Und wir würden das mitkriegen, denn die müssten ja zu uns kommen und sich das Netz ausleihen“, sagt die Abteilungsleiterin.

Frisch hergerichtet ist der Beachplatz der Volleyballabteilung des SV Ried – sehr zur Freude von Abteilungsleiterin Regina Müller. Gespielt wird auf dem Platz natürlich auch, sobald es das Wetter zulässt, und im Sommer wird auch manchmal auf dem Beachplatz trainiert. „Das machen wir, wenn wir mal nicht in die Halle können“, meinte Regina Müller. Auch sie bezweifelt, dass die sportlichen Erfolge der deutschen Beachduos sich nachhaltig auf die kleinen Vereine auswirken. „Ich weiß nicht, ob sich da bei uns groß was ändert“, so Müller. „Wir sind eine kleine Abteilung mit rund 60 Mitgliedern – und gebeacht wird eher spontan und hobbymäßig. Wir stellen auch keine Teams bei Turnieren“, erzählt sie weiter. Eine Damen- und eine Jugendmannschaft – in Spielgemeinschaft mit dem SV Wulfertshausen – stehen im Spielbetrieb. Unlängst hatte man ein Sommerfest mit Beachen auf dem Beachplatz organisiert – doch dann machte ein Unwetter dem Ganzen ein jähes Ende und man musste in die Halle ausweichen. „Doch da hat es auch Spaß gemacht“, so Regina Müller.

Der Volleyball-Abteilung des TSV Aichach gehören derzeit 115 Mitglieder an. Einen eigenen Beachvolleyballplatz hat der TSV nicht, deshalb wird diese Sommersportart auch nicht vom Verein angeboten, wie Beate Rappel vom Abteilungsleitungsteam erklärt. Nichtsdestotrotz treffen sich viele Spieler privat, um zu Beachvolleyballplätzen in Schrobenhausen, Friedberg oder Augsburg zu fahren. Die nähere, eher bei reinen Hobbyspielern beliebte Anlage im Aichacher Freibad wird dafür selten genutzt. Die jüngeren Volleyballer hätten gerne ein Beachfeld, doch das sei nicht zu verwirklichen, so Rappel.

Nicht mehr, sondern immer weniger Zulauf hat dagegen die Volleyballabteilung des TSV Aindling. Abteilungsleiterin Stefanie Narr bedauert: „Wir haben für die neue Saison nur noch eine Damenmannschaft und leider gar keine Jugend mehr, weil uns die Kinder und auch die Trainer fehlen.“

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