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Mering

15.04.2019

Quereinsteigerin mischt Bürgermeisterwahl in Mering auf

Viel vorgenommen hat sich Gloria Lipert, falls sie in einem Jahr Merings neue Bürgermeisterin werden sollte.
Bild: Peter Stöbich

Geschäftsfrau Gloria Lipert hat in Mering lange zugeschaut und kommt zum Ergebnis: Das kann man besser machen.

Gloria Lipert ist Friseurmeisterin und betreibt seit einigen Jahren den Salon Artistic Barber. Interessiert verfolgte die heute 31-jährige Geschäftsfrau die Entwicklung Merings und vor allem des Zentrums. In den vergangenen Jahren mussten hier wie in vielen Orten etliche Läden schließen. „Viele Bürger ärgern sich darüber, dass immer nur geredet und geplant wird, aber nichts wirklich vorwärts geht“, sagt die 31-Jährige. Daran möchte Gloria Lipert, die in Neusäß lebt, nun etwas ändern. Mit der Ankündigung für das Bürgermeisteramt in Mering zu kandidieren, hat sie in der Marktgemeinde für mächtig Aufsehen gesorgt. Denn zuvor ist sie politisch nicht in Erscheinung getreten.

Gloria Lipert muss eine große Hürde überwinden

Doch auch die Kandidatur politischer Quereinsteiger ist von der bayerischen Gemeindeordnung abgedeckt – sofern einige Voraussetzungen erfüllt sind. Größte Hürde dürfte es werden, innerhalb von nicht einmal zwei Monaten die nötigen 180 Unterstützer-Unterschriften im Rathaus zu sammeln. Gloria Lipert wirbt daher jetzt schon für ihre Kandidatur. Ihre Hochglanz-Broschüren am Meringer Bahnhof waren schnell vergriffen. Doch bei einer ersten Infoveranstaltung in ihrem Salon kamen nur drei Besucher.

Trotzdem hatte die Anwärterin auf den Rathaussessel eigens einen Sicherheitsdienst engagiert. Und dieser facht Gerüchte an, die seit Bekanntwerden ihrer Kandidatur kursieren. Kritiker werfen der 31-Jährigen wie auch dem Sicherheitsdienst Vigtherius aus Gilching nämlich vor, rechten Gruppierungen nahe zu stehen. In Facebook-Einträgen hatte die Friseurmeisterin zudem vor einer Islamisierung Deutschlands gewarnt. Die Vorwürfe weist sie im Gespräch mit unserer Zeitung jedoch von sich. Sie sei katholisch und komme aus einer religiösen Familie: „Für mich ist Gottes Wort ein persönliches Anliegen. Das hat aber keineswegs mit einer rechten Gesinnung zu tun“. Ebenso weise der Sicherheitsdienst die Vorwürfe zurück. Vielmehr vermutet die Kandidatin, dass mit unfairen Mitteln gegen sie Stimmung gemacht werde. „Ich finde, das ist kein sauberer Wahlkampf“, sagt sie.

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Meringer Geschäftsfrau legt Schwerpunkt auf Ortsgestaltung

In ihrem Wahlprogramm legt die 31-Jährige ihren Schwerpunkt auf die Ortsgestaltung – mit kühnen Plänen: Sie stellt sich einen ringförmigen Boulevard ums Zentrum vor. Der eigentliche Ortskern soll zur Fußgängerzone werden. Häuser, die dabei im Weg stehen, sollen abgerissen werden. Die Kosten für ihren Boulevard Mering schätzt sie auf 50 Millionen Euro. Etwa die Hälfte hofft sie, über Zuschüsse zu refinanzieren. Außerdem will sie Gebühren und Steuern erhöhen, bei den laufenden Ausgaben einsparen und neue Einkünfte etwa durch den Verkauf eines Boulevard-Magazins schaffen. Dennoch erscheint das Vorhaben insgesamt eher unrealistisch für eine finanzschwache Kommune wie Mering, die nach derzeitiger Haushaltsplanung auch ohne Boulevard auf einen Schuldenstand von 16 Millionen Euro bis 2022 kommt. Das wird sie sich auch von ihren Konkurrenten im Wahlkampf vorhalten lassen müssen. Denn andere haben ebenfalls schon Interesse am Rathaussessel bekundet.

Für die CSU geht deren Ortsvorsitzender und zweiter Bürgermeister Florian Mayer ins Rennen, für die SPD der Pöttmeser Geschäftsstellenleiter Stefan Hummel und für die Grünen die Fraktionssprecherin im Gemeinderat Petra von Thienen. (mit sev und stö)

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19.04.2019

Liebe Frau Frey,

zunächst möchte ich ausdrücklich betonen, dass es sich lediglich um insgesamt drei sanierungsfällige Bestandsimmobilien handelt, die im Idealfall einem Straßenbau weichen könnten. Die Eigentümer werden selbstverständlich fair und im Verkehrswert ihrer Immobilien angemessen entschädigt.

Bei den "Steuererhöhungen" handelt es sich um eine Neuregelung der Gewerbeertragsteuer in Mering, welche den aktuellen und einheitlichen Gewerbesteuerhebesatz (380% v. H.) in ein 2-Stufen-Modell umwandelt.
Hierbei wird für kleine und mittelständische Unternehmen nach wie vor eine 380% v. H. Regelung beibehalten und eine erweiterte Regelung von 420% v. H. für Großbetriebe und Konzernableger - zumindest für die Dauer der Finanzierungslaufzeit der Gesamtinvestition geltend. Meiner Meinung nach haben auch Großbetriebe ihren Anteil an Verantwortung für das Gemeinwesen zu leisten, anstatt nur von günstigen Faktoren zu profitieren und Millionengewinne zu erzielen.
Wie man die Gewerbeertragssteuer nach dem abgeschlossenen Investitionsverfahren gestaltet, ist dann neu zu berechnen.

Es tut mir sehr leid, dass Herr Stöbich sich hier nicht an die Fakten aus der Informationsverantaltung hält und stattdessen lieber auf Dramatik setzt.

Weiter ist die Ortsgestaltung nicht die einzige Problematik im Ort, das Spektrum der Modernisierungsarbeit ist sehr umfangreich und umfasst sämtliche Bereiche im Gemeindewesen. Es gibt reichlich zu tun und ich werde mich in allen Punkten bemühen, diese zügig und realistisch auf Kurs zu bringen.

Zu den Gerüchten kann ich nur betonen, dass selbstverständlich gegen mich Stimmung gemacht wird. Dies war zu erwarten, aber davon lasse ich mich nicht abschrecken, auch wenn dieses Verhalten meines Erachtens völlig daneben ist. Meine Gegenkandidaten und der Kreis der Gemeinderäte besteht aus erwachsenen Menschen - könnte man meinen. Leider kann ich bei all dem Verhalten, welches mir entgegengebracht wird leider nicht davon ausgehen, dass ich meine Arbeit als Bürgermeisterin mit vernünftig agierenden Menschen angehen kann.
Ich hoffe demnach auf gute Besserung für die Betroffenen und wünsche allen ein schönes Osterwochenende und Ihnen Frau Frey vielen Dank für tolle Arbeit, die Sie hier leisten.

Hochachtungsvoll

G. Lipert

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