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Stadtverwaltung Friedberg

16.05.2014

Referenten setzen sechsjährige Amtszeit durch

Baustelle Stadtverwaltung: Die Pläne von Bürgermeister Roland Eichmann haben einen Dämpfer erhalten.
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Baustelle Stadtverwaltung: Die Pläne von Bürgermeister Roland Eichmann haben einen Dämpfer erhalten.
Bild: Catrin Weiykopf

Dämpfer für die Pläne von Bürgermeister Eichmann. Stadtrat will nicht gegen die Betroffenen handeln

Friedberg Der Friedberger Stadtrat hält auch in der neuen Wahlperiode am Referentensystem fest. Bei der Sitzung am kommenden Donnerstag sollen die Stellen des Baureferenten und des Finanzreferenten für die komplette sechsjährige Amtszeit besetzt werden. Dies kündigte Bürgermeister Roland Eichmann ( SPD) nach einem Treffen des Ältestenrates mit.

Bereits im vergangene Herbst hatte der Stadtrat beschlossen, auf eine Ausschreibung der Stellen zu verzichten. Damit hätten die Amtsinhaber Wolfgang Schuß (Finanzen) und Carlo (Haupt) ohne Auswahlverfahren erneut gewählt werden können. Bei beiden läuft die Amtszeit Ende Mai aus. Der dritte im Bunde, Kommunalreferent Wolfgang Basch, steht erst 2017 zur Wiederwahl an. Bei einer letzten Sitzung im April hatte der alte Stadtrat dann auf Wunsch von Roland Eichmann die Referentenwahl von der Tagesordnung genommen. Die Entscheidung sollte dem neu gewählten Gremium überlassen werden, das in den kommenden sechs Jahren mit den Referenten zusammenarbeiten muss.

Bürgermeister Eichmann hatte im Gespräch mit unserer Zeitung bereits mehrfach deutlich gemacht, dass er eine Strukturreform der Verwaltung für sinnvoll erachtet, unabhängig von Personalfragen. Um Zeit für diesen Prozess zu gewinnen, wollte er Schuß und Haupt nur für drei Jahre wählen lassen. Bis 2017, wenn auch die Amtszeit des Kommunalreferenten ausläuft, hätte dann eine Grundsatzdebatte geführt werden können: Hält Friedberg am Referentensystem fest, das das eigentlich dazu gedacht ist, Führungspositionen in größeren Städten auf Zeit mit externen Fachleuten zu besetzen? Oder kehrt die Verwaltung zu einer herkömmlichen Organisationsform mit Laufbahnbeamten zurück?

Einig waren sich die Stadträte, dass eine solche Verkürzung der Amtszeit auf drei Jahre nur mit Zustimmung der Betroffenen möglich sei. Sowohl Haupt wie Schuß seien damit aber nicht einverstanden, berichtete Bürgermeister Eichmann unserer Zeitung. Gegen den Willen der beiden habe sich eine große Mehrheit bei den Stadtratsfraktionen auch nicht für diesen Schritt erwärmen können.

„Wir haben die Alternative: Entweder sechs Jahre, oder wir stehen ohne Referenten da“, erläuterte Roland Eichmann. Beide hätten nämlich anklingen lassen, dass sie dann auf eine Wiederwahl verzichten und aus den Diensten der Stadt Friedberg ausscheiden würden. Der neue Bürgermeister hätte damit kurz nach Amtsantritt zwei seiner engsten Mitarbeiter verloren, was auch für ihn keine verlockende Perspektive ist. Zumal die Referenten in der Friedberger Stadtverwaltung nicht nur Führungsaufgaben wahrnehmen, sondern auch selbst teilweise Sachbearbeiterfunktionen wahrnehmen. Bis zur Neubesetzung der Stellen wären auf jeden Fall Monate vergangen.

Trotz dieses Rückschlags hält Eichmann an dem Ziel fest, die Amtszeiten aller drei Referenten zu synchronisieren – wenn nicht 2017, dann 2020. Das ist für ihn Grundlage, um über eine Modernisierung und Neustrukturierung der Verwaltung zu entscheiden. Für den erfahrenen Moderator ist aber auch klar: Politik und Mitarbeiter müssen dabei mitziehen.“

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