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Stadtbad Friedberg

20.05.2015

Schwimmen und schwitzen wird teurer

Der Sprung ins Schwimmbecken wird von Herbst an teurer.
Bild: Archivfoto: Glas

Ein moderater Zuschlag, längere Aufenthaltszeiten oder lieber alles beim Alten lassen? Nach kontroverser Debatte glaubt der Werkausschuss, dass es gute Gründe für eine Anpassung gibt

Friedberg Für jeden Badegast legt die Stadt Friedberg sieben Euro drauf – unter dem Strich mehr als eine Million Euro im Jahr. Welche Konsequenzen sind aus diesem Verlustgeschäft zu ziehen? Darüber gingen im zuständigen Werkausschuss die Meinungen auseinander. Am Ende empfahlen die Mitglieder eine moderate Erhöhung der Eintrittspreise um durchschnittlich fünf Prozent, über die der Stadtrat im Juni zu entscheiden hat.

Bereits zum zweiten Mal wurde über das Thema im Ausschuss diskutiert. Auslöser der Debatte war, dass für den Eintritt in die Sauna ab Jahresmitte nicht mehr der reduzierte Mehrwertsteuersatz gilt, sondern die vollen 19 Prozent abgeführt werden müssen. Bei der ersten Beratung hatten die Stadtwerke eine ganze Reihe von Prüfungsaufträgen bekommen, etwa ob die Badezeit von derzeit eineinhalb auf zwei Stunden verlängert werden sollte oder ob eine Familienkarte eingeführt werden könnte. Auch einen Vergleich mit anderen Bädern der Region wollten die Stadträte haben. „Wir sind nicht die Allergünstigsten, aber wir haben mehr zu bieten“, stellte Bürgermeister Roland Eichmann mit Blick auf die Millioneninvestitionen der vergangenen Jahre fest.

Stadtwerke-Chef Holger Grünaug legte zwei verschiedene Gebührenmodelle vor – eines mit einer unveränderten Badezeit, die dann für Erwachsene 3,70 statt bisher 3,50 Euro kostet, ein zweites mit einer auf zwei Stunden verlängerten Aufenthaltsdauer, bei der gleich vier Euro fällig werden.

Herta Widmann favorisierte für die CSU-Fraktion das zweite Modell – aus Gründen der Familienfreundlichkeit. Denn mit Kindern seien die eineinhalb Stunden oft schwer einzuhalten. Wenn dann für weitere 30 Minuten nachgelöst werden muss, kommt dies teurer, als wenn gleich für zwei Stunden bezahlt wird. Das sah auch Jakob Eichele (Freie Wähler) so. Für Marion Brülls (Grüne) kam es jedoch nicht infrage, den Mindesteintrittspreis gleich um 50 Cent zu erhöhen. Peter Feile (SPD) lehnte jede Preissteigerung ab. Bei rund 126000 Besuchern im Jahr kämen so gerade 20000 Euro an Mehreinnahmen zusammen, sagte er.

Dem widersprach Leo Büchler ( CSU): „Wir haben eine Menge Geld in die Hand genommen. Wenn wir eine solche Aufenthaltsqualität schaffen, ist es nicht unmäßig, eine Erhöhung anzustreben. Bürgermeister Eichmann fand, dass man die Erhöhung mit der großen Attraktivität gerade für Familien begründen könne.

Die CSU unterlag knapp mit ihrem Votum für das Modell mit den verlängerten Badezeiten. Der Vorschlag von Peter Feile, die Tarife beizubehalten und nur den Eintritt in die Sauna an die geänderten Mehrwertsteuersätzen anzupassen, scheiterte sogar deutlich. Am Ende fand sich eine breite Mehrheit für die moderate Steigerung bei unveränderten Badezeiten. So zahlen Erwachsene künftig für eineinhalb Stunden 3,70 Euro statt 3,50, Jugendliche 1,90 statt 180. Kinder bis sechs Jahre in Begleitung Erwachsener sind weiterhin frei.  Die neuen Preise gelten nach der Sommerpause.

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