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Einsatz

23.02.2018

Sicherheitswacht Friedberg – zwischen Polizei und Bürger

Die Sicherheitswacht unterstützt die Polizei bei Streifengängen und Großveranstaltungen. In Friedberg und Umgebung machen zehn Bürger mit.

Sie sind Helfer der Beamten: Die Männer und Frauen zeigt Präsenz an Brennpunkten und unterstützen bei Veranstaltungen. 

 20 Stunden pro Monat ist jedes der Mitglieder der Sicherheitswacht mit der Dienstjacke unterwegs. Einer von ihnen ist Harald Drexl. Er sagt: „Dabei erlebt man schon einiges. Aber natürlich sind Schlägereien und dergleichen selten.“ Karl Geßler pflichtet ihm bei: „Auf Streife ist es nie langweilig. Viele Bürger berichten mir Probleme, die sie der Polizei wahrscheinlich nicht anvertrauen würden.“ Marlene Winkler bestätigt, dass es meist um kleinere Streitigkeiten oder um liegen gelassenen Abfall gehe. „Wir können dann fast immer durch Gespräche die Situation entspannen.“ Oft bedankten sich Passanten bei ihr für das beruhigende Gefühl, das sie hätten, weil die Sicherheitswacht in der Gegend regelmäßig unterwegs ist.

In Parks und Wohngebieten unterwegs

Die Streife in Parks, Wohnsiedlungen, an Haltestellen und anderen Treffpunkten ist nur ein Aufgabengebiet der Ehrenamtlichen. Die Sicherheitswacht stärkt der Polizei auch bei Veranstaltungen den Rücken. Peter Zimmermann, stellvertretender Leiter der Polizeidienststelle Friedberg, gibt den Helfern bei einem Treffen die Einsätze 2018 bekannt: Schlagertage, Fête de la Musique, Südufer-Festival, Reggae in Wulf, Volksfest… Offensichtlich ist er froh über die Unterstützung durch die Sicherheitswacht.

„Sie macht das, wofür wir von der Polizei leider nicht mehr ausreichend Kapazitäten haben. Wir können einfach nicht ständig selbst auf Streife gehen, wenn dann an den Schreibtischen die Arbeit liegen bleibt.“

Zehn Mitglieder

Mit den vier Neuzugängen, die ihre Prüfungen am 30. November 2017 bestanden haben, kann Zimmermann nun auf zehn Angehörige der Sicherheitswacht zählen, die auch in Ortsteilen ihre Runden drehen. Auch in Kissing sind sie anzutreffen; Mering wäre zwar geeignet, doch dort fehlen die Bewerber. Die Ehrenamtlichen sollten am besten im eigenen Ort eingesetzt werden, denn da kennen sie sich am besten aus, merkt Zimmermann an.

Die Sicherheitswacht ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Polizei und Gesellschaft. „Für uns von der Polizei gilt das Legalitätsprinzip, wir müssen alles ahnden, was wir sehen. Die Sicherheitswacht ist da flexibler“, erklärt Zimmermann. Aman Ghorab sieht das ebenfalls so. Er ist sich sicher, dass er auch deswegen gerade mit Jugendlichen leichter ins Gespräch kommt.

Zwischen Bürgerrechten und Polizeibefugnissen

Die Kompetenzen der Sicherheitswacht bewegen sich irgendwo zwischen allgemeinen Bürgerrechten und den Befugnissen der Polizeibeamten. Das sorgt immer wieder für Klärungsbedarf: Dürfen die Männer und Frauen von der Sicherheitswacht die Funkgeräte der Polizei mit auf Streife nehmen? Ja. Aber nur, wenn die Polizei sie gerade nicht benötigt. Dürfen sie im Dienst die Parkplätze der Polizei benutzen? Ja. Aber Schlüssel für die Schranke bekommen sie nicht, denn damit käme man auch ins Gebäude. Organisatorisch ist diese Sonderstellung nicht immer einfach zu bewältigen. Dennoch fühlt sich die Sicherheitswacht nicht nur von der Bevölkerung, sondern auch von der Polizei gut angenommen. „Von den Beamten werden wir freundlich und mit Respekt behandelt“, sagt Drexl. Das sei schon während der Ausbildung so gewesen. An die erinnern sich alle gerne zurück: „Wir haben viel gelernt, von der Arbeitsweise der Polizei über Rechtsgrundlagen bis zur Selbstverteidigung.“

In 40 Stunden wird den Kandidaten das nötige Wissen für den späteren Einsatz an die Hand gegeben. Vorher müssen aber zwei Fürsprecher für die Eignung der Bewerber bürgen, denn Verantwortung und Zuverlässigkeit sind unerlässlich. Die Sicherheitswacht wurde in Bayern 1994 probeweise eingeführt und seitdem mehrmals erweitert. 1500 Mitglieder soll sie seit dem letzten Beschluss vom September 2017 zählen. 

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