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Friedberg

15.01.2019

So bereitet sich Friedberg auf die Landesausstellung 2020 vor

Die Stadtansicht von Friedberg im Jahr 1571: Einige Jahrzehnte zuvor hatte die Burg wohl ihr heutiges Aussehen erhalten, nachdem sie zu großen Teilen niedergebrannt war.
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Die Stadtansicht von Friedberg im Jahr 1571: Einige Jahrzehnte zuvor hatte die Burg wohl ihr heutiges Aussehen erhalten, nachdem sie zu großen Teilen niedergebrannt war.
Bild: Archiv Raab

Plus Friedberg bereitet sich auf die Bayerische Landesausstellung „Stadtluft macht frei“ vor. In diese wird auch die Altstadt einbezogen. Bis dahin ist noch viel zu tun.

Wenn von Mai bis November 2020 die Bayerische Landesausstellung mit dem Titel „Stadtluft macht frei“ im Wittelsbacher Land stattfindet, wird das nicht nur in einem Museum über die Bühne gehen. Schloss Friedberg und Feuerwehrhaus Aichach, aber auch die beiden Städte an sich werden einbezogen. Das ist ein Novum bei den Landesausstellungen, die in der Regel 100000 Besucher anziehen, zuletzt in Ettal. Dort ging es um den „Mythos Bayern“, 2020 geht es darum, wie Adelsgeschlechter wie die Wittelsbacher das Land mit ihren Städtegründungen prägten.

In Friedberg ist das Schloss Ort der Ausstellung

Der Landkreis, die Städte und das Haus der Bayerischen Geschichte stecken mitten in den Vorbereitungen. Es gibt Besprechungen und Vor-Ort-Termine; im März ist im Aichacher Kreisgut ein Kolloquium geplant. Koordinator der Vorbereitungen ist Wolfgang Müller, Leiter des Büros des Landrats. Er beschreibt das Konzept so: „Über das Geschichtliche hinaus soll die Region ,Wittelsbacher Land’ in den Mittelpunkt rücken.“ Denn hier nahm der Aufstieg der gleichnamigen Familie zur europäischen Königsdynastie seinen Anfang. Die Ausstellungen an beiden Orten werden sich Müller zufolge sehr unterschiedlich gestalten und ergänzen. Im Friedberger Schloss wird eine klassische Schau gezeigt, mit hochwertigen Exponaten. In Aichach werden im früheren Feuerwehrhaus Geschichtsszenarien mit moderner Medientechnik inszeniert.

Müller sagt: „Wer sich die Ausstellungen in Friedberg und in Aichach ansieht, wird viele Möglichkeiten haben, auch die Zeit davor und danach zu genießen“. Dafür werde ein Rahmenprogramm sorgen, von dem nicht nur auswärtige Besucher, sondern auch Menschen in der Region profitieren. Und vielleicht werden auch Alteingesessene ihre Städte mit neuen Augen sehen, denn an die Ausstellungen knüpft immer ein Rundgang an, dessen Teilnehmer ein Stück Geschichte in der Gegenwart entdecken sollen.

Der Salzkarrnerturm wird zum Museum

Friedberg will bei diesem Rundgang etwas Besonderes bieten. Es soll unter anderem der Salzkarrner-Turm (Hagerturm) an der Stadtmauer umgebaut werden. Bürgermeister Roland Eichmann sieht den Bau ideal, den Stand der nachmittelalterlichen Stadt darzustellen. Eine der Ebenen soll als Aussichtsplattform dienen. Architekt Wolfgang Rockelmann sei mit dem Umbau beauftragt, demnächst finde ein Workshop statt. Eichmann räumt ein, dass die Maßnahme eine „zeitliche Herausforderung“ sei. Das selbe gilt für andere Projekte, etwa den Schlosspark. Hier soll ein Spielplatz entstehen, Park und Wege werden umgestaltet und besser ausgeleuchtet. Durch den Schlossgraben wird ein Trampelpfad führen.

Der Hagerturm als Teil der Friedberger Stadtmauer soll für die Landesausstellung genutzt werden.
Bild: Thomas Goßner


Auch neben dem Schloss, auf dem Trinkl-Gelände, wird sich etwas tun. Aktuelle Idee ist, vor das alte Gebäude eine Holzfassade mit Wintergarten zu setzen, der als Sammelpunkt dient. Kassen werden installiert. Damit die Menschen nicht zu lange Schlange stehen müssen, versucht die Stadt, das Brandschutzkonzept anzupassen, so dass sich mehr als 500 Personen gleichzeitig im Schloss aufhalten dürfen. Denn auch das Museum, das diesen Frühling eröffnet, macht sich Gedanken über Co-Angebote zur Ausstellung. Abgesehen davon ist ein Verkehrskonzept erarbeitet worden und Anregungen von Bürgern, die bei Rundgängen ihre Ideen einbringen konnten, werden geprüft und umgesetzt. Hier geht es unter anderem darum, wie Wegebeziehungen deutlich gemacht werden können.

In Aichach ist Museumsleiter Christoph Lang Projektkoordinator. Bei der Landesausstellung ist ihm wichtig, die Bevölkerung einzubinden, vor allem beim Rahmenprogramm mit Musik, Theater, Tanz und Lesungen. „Stadt ist mehr als Mauern“, sagt er. „Stadt sind auch die Leute, die hier leben.“ Die Landesausstellung sei nicht nur für die Besucher aus ganz Bayern gedacht, sondern solle Teil des städtischen Lebens sein: „Ein ganz lang anhaltendes Bürgerfest.“ In Aichach steht das alte Feuerwehrhaus im Mittelpunkt, das dafür entsprechend hergerichtet wird. Weiterer Anlaufpunkt wird das Wittelsbacher Museum im Unteren Tor, bislang Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung München. Wenn die Stadt in diesem Jahr die Trägerschaft übernimmt, stehen laut Bürgermeister Klaus Habermann ein neues Konzept und bauliche Veränderungen an.

Zumindest im Rahmenprogramm soll auch Oberwittelsbach – Namensgeber der Herrscherdynastie – eine Rolle spielen. Der Burgplatz soll bis zur Landesausstellung neu gestaltet werden, eine Vorplanung gibt es bereits. Die Burgkirche wird voraussichtlich nicht besichtigt werden können. Wie berichtet, zieht sich die 2014 begonnene Generalsanierung hin, weil massive Schäden am Gewölbe entdeckt wurden. Deren Behebung soll im Februar beginnen und wird sich das ganze Jahr hinziehen.

Einen Bericht über Inhalt und Konzept der Landesausstellung lesen Sie hier: Was Besucher bei der Landesausstellung erwartet

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