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Friedberg

23.02.2021

Statt Zoom und Co: Eine Plattform aus Friedberg wird tausendfach genutzt

Natürlich nutzt der Jugendclub seine Plattform, um sich zu treffen.
Bild: Markus Hupfauer (Jugendclub)

Plus Schon 3000 Videokonferenzen hat das Portal des Jugendclubs und Markus Hupfauers übertragen. Hier können sich Freunde oder Geschäftspartner trotz Corona-Pandemie treffen.

Einfach einen Namen für die Konferenz aussuchen und den Freunden den Link zuschicken - und schon kann es losgehen. Hinter der Idee des Jugendclubs verbirgt sich eine Kommunikationsplattform ähnlich großer Anbieter wie Zoom oder Skype. Aber hier ist der Anbieter in Deutschland verortet und muss sich daher an andere Datenschutzbestimmungen halten als die amerikanischen Konzerne.

Anbieter sind der Jugendclub Friedberg und dessen Vorsitzender Markus Hupfauer. Der Jugendclub sei sehr sozial eingestellt, sagt Hupfauer, mit der Plattform wolle man das Vereinsgeschehen am Leben erhalten. Aber auch andere Leute können friedbergzusammen.de nutzen. Die Plattform sei im April 2020 gestartet und mit der Zeit immer bekannter geworden, erzählt Hupfauer. Meistens werde die Plattform genutzt, um sich einen geselligen Abend mit Freunden zu machen, oder Familien hätten den Großeltern ein Tablet gegeben, um so kommunizieren zu können. Dies hätten die Leute auf unterschiedlichem Wege, beispielsweise per Facebook, erzählt. Wer über was auf der Plattform spricht, könne aus Datenschutzgründen niemand einsehen.

Freunde treffen - jetzt eben online

Auf friedbergzusammen.de können sich bis zu 100 Teilnehmer treffen, man kann sich per Video und per Audio unterhalten und sich gegenseitig den Bildschirm freigeben. So gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, sich etwas am Computer zu zeigen. Außerdem können sich die Teilnehmer miteinander YouTube-Videos anschauen, erklärt Hupfauer. Feedback gibt es von den Benutzern in Form von Sternen, fünf ist dabei das Maximum, die Plattform werde meist gut bewertet. Durchschnittlich würden die Besprechungen der Menschen eine bis eineinhalb Stunden dauern, und etwa vier Personen würden teilnehmen. Die Kosten trage der Jugendclub Friedberg als Verein und etwa 50 Prozent zahle er selbst, beschreibt der Informatiker. Die Betriebskosten liegen im Monat zwischen 50 und 100 Euro. Der Verein sehe es als seinen Sinn, den Jugendlichen aus Friedberg einen Treffpunkt zu bieten. Jetzt geschehe das eben digital, sagt er.

Kürzlich hat die Konferenzplattform die Marke von 3000 Videokonferenzen erreicht, bis zu diesem Datum wurden 10.000 Stunden Videokonferenzen für 9000 Teilnehmer abgewickelt. Ziel ist, so Hupfauer auch, die negativen Folgen des Lockdowns zu bekämpfen. Habe man sich früher gerne mit Freunden getroffen, sei dies im ersten Lockdown völlig verboten gewesen und auch jetzt dürfe man nur eine andere Person sehen. Der Jugendclub möchte aber nicht fördern, dass man sich mal mit dem einen, mal dem anderen Freund trifft, und wollte es daher einfach machen, ein Online-Meeting zu starten, sagt Hupfauer.

Während Lockerungen weniger Video-Konferenzen

Am Anfang, vor dem Teil-Lockdown, habe die Plattform einen großen Ansturm erlebt, in dem zwanzig bis dreißig Meetings jeden Abend stattgefunden haben. Während der Phase der Lockerungen sei dies aber zurückgegangen, sagt er. Nun, seit wieder weniger Dinge erlaubt sind, werden wieder mehr Konferenzen über freidbergzusammen.de abgehalten. "Je weniger man sich treffen kann, desto mehr wird es angenommen", sagt Hupfauer.

Online trifft sich auch die Friedberger SPD-Fraktion, für sie sei die Plattform des Jugendclubs die einfachste uns schnellste Lösung gewesen, erklärt Stadtrat Sebastian Pfundmeir. Hier müsse man keine Apps installieren, brauche keinen Account und habe auch keine anderweitigen, zum Beispiel zeitlichen, Beschränkungen. Man brauche nur ein Gerät mit Kamera und Mikrofon. Außerdem sei es die sicherste Lösung gewesen, er habe sich mit Hupfauer intensiv darüber ausgetauscht, erklärt Pfundmeir, der auch im Jugendclub ist. Für die Fraktion sei die Sicherheit besonders wichtig gewesen. Das Portal werde von der SPD genutzt, um auch in diesem Bereich persönliche Kontakte möglichst zu beschränken. Das sei bei reinen Besprechungen, ohne Abstimmungen, problemlos möglich. Die Konferenzen funktionierten so genauso gut wie vorher, und auch mit der Technik klappe alles, sagt er.

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