Newsticker
Impfkommission Stiko empfiehlt AstraZeneca jetzt auch für über 65-Jährige
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Lokalsport
  4. Landkreis-Trainer fiebern mit WM-Spielern

Handball

17.01.2019

Landkreis-Trainer fiebern mit WM-Spielern

Bundestrainer Christian Prokop (rechts) jubelt nach einem Treffer seiner Mannschaft. Das deutsche Team hat bei der Handball-Weltmeisterschaft bereist die Hauptrunde erreicht.
Bild: Soeren Stache/dpa

Ihre Teams begleiten sie von der Bezirksliga bis zur Bayernliga. Doch die Coaches aus Kissing, Mering und Friedberg haben auch die Weltmeisterschaft im Blick.

Die deutschen Handballer haben es geschafft. Das Team von Bundestrainer Christian Prokop steht in der Hauptrunde der Weltmeisterschaft. Nach dem dramatischen Unentschieden in allerletzter Sekunde gegen Weltmeister Frankreich überwog bei der Nationalmannschaft zwar zunächst der Frust. Dennoch stand mit dem Ergebnis bereits vor dem letzten Gruppenspiel gegen Serbien fest, dass die Nationalmannschaft bei dem Turnier, das im eigenen Land und in Dänemark ausgetragen wird, weiterkommt.

Auch die Handball-Trainer aus dem Süden des Landkreises verfolgen die Spiele gespannt. Wie schätzen sie die Chancen der Deutschen ein, ins Halbfinale zu kommen? Was sagen sie zu der umstrittenen Wechselregel für Torhüter?

Kissinger Trainerin ist nicht ganz überzeugt

Anita Steiner trainiert die Herren des Kissinger SC in der Bezirksoberliga. Sie ist nicht ganz von der deutschen Nationalmannschaft überzeugt. „Ich sehe kein Tempospiel“, sagt sie. Die Mannschaft zeige keine Gegenstöße. Demnach versucht sie nicht, die gegnerischen Teams nach deren erfolglosem Angriff auszukontern. „Dabei hätten wir von der Qualität her die Leute.“ In Steiners Augen haben sich andere Mannschaften wie Dänemark oder Norwegen mit ihrem temporeichen Spiel bisher besser präsentiert. Die Trainerin zählt diese eher zum Favoritenkreis. Allgemein sorgt die neue Torhüter-Regel für Diskussionen bei Handball-Fans. Sie sieht vor, dass der Schlussmann rausgenommen und durch einen nicht mehr besonders gekennzeichneten Feldspieler ersetzt werden kann. Mit dieser Veränderung lässt sich zum Beispiel im Handumdrehen eine Überzahlsituation herstellen: sieben gegen sechs. Das eigene Tor bleibt aber auch verwaist. Steiner kritisiert, dass Bewegung aus den Partien genommen wird, wenn sieben Feldspieler auftreten. „Für die Zuschauer wird das Spiel dadurch nicht attraktiver.“

Julia Rawein trainiert die Kissinger Damen in der Landesliga. „Ich freue mich, dass die deutsche Mannschaft bereits vorzeitig die Hauptrunde erreicht hat.“ Das spreche für die Qualität der Mannschaft. Bei der Partie gegen Russland hätten die Kissinger Handballerinnen und Handballer extra früher das Training abgebrochen, um sich zusammen die Partie anzuschauen. Sie ging letztlich 22:22 aus. „Wir haben sehr mitgefiebert“, sagt Rawein. Die Abwehr der Deutschen sei sehr gut aufgestellt, doch die Kissinger Trainerin vermisst auch ein wenig das Tempospiel.

Ob die Mannschaft es ins Halbfinale schafft, sei schwer abzuschätzen. Von der Wechselregel ist Rawein kein Fan. Durch die Überzahlsituation sieben gegen sechs werde das Spiel gehemmt. „Jeder will dann keinen Fehler machen, sonst steht das Tor leer.“ Sie sei eher der „6:6-Vollgas-Typ“.

Fadil Kqiku begeistert die Stimmung bei den Spielen

Fadil Kqiku trainiert das Bayernliga-Team des TSV Friedberg. Ihn hat die deutsche Mannschaft überzeugt, besonders das Spiel gegen den amtierenden Weltmeister Frankreich. „Das war sehr gut. Das war nicht so zu erwarten“, sagt er. Die junge Mannschaft habe sich gut weiterentwickelt. Etwas unglücklich sei der Ausgang der Partie mit 25:25 gewesen. „Das war eher ein Punktverlust als ein Punktgewinn.“ Doch er traut der deutschen Mannschaft noch viel zu. „Wenn sie so weiterspielt, dann kommt sie ins Halbfinale.“ Dazu trage auch die tolle Stimmung bei den Partien bei. Die deutschen Fans spornten die Mannschaft an. Die neue Wechselregel sagt Kqiku zu. „Aus taktischen Gründen hat sie Vorteile.“

Wolfgang Bludau ist der Trainer der Meringer Herren in der Bezirksliga. Zur Leistung der deutschen Mannschaft sagt er: „Ich bin sehr zufrieden.“ Manchmal hätte das Team ein wenig mehr Glück verdient. „Vor dem Frankreichspiel wäre man mit einem Unentschieden zufrieden gewesen, nach der Leistung der Deutschen war man dann etwas über das Ergebnis enttäuscht“, sagt er. Das Halbfinale traut er der Nationalmannschaft jedenfalls zu. Allerdings müsse sie „noch eine Schüppe drauf legen“. Bei der Chancenauswertung sieht Bludau Defizite. Zur Torhüter-Regel sagt er: „Ich halte es da mit dem alten Trainer Heiner Brand, der mit der nicht einverstanden ist.“ Bludau kritisiert, dass durch die Regel zu viele Tore durch einfache Würfe nach vorne fallen.

Viele Infos und interessante Artikel zur WM finden Sie hier: Handball-WM 2019: Das sind die ehemaligen Weltmeister

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren