Newsticker

Lauterbach: Bundesregierung soll Signal gegen angekündigte Lockerungen in Thüringen setzen
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Lokalsport
  4. Zum Profi ist es für Noah Thurner noch ein steiniger Weg

Sportskanone

27.11.2019

Zum Profi ist es für Noah Thurner noch ein steiniger Weg

Noah Thurner vom TC Friedberg ist derzeit gerade in Tunesien bei einem ITF-Turnier unterwegs. Der 19-Jährige ist momentan die deutsche Nummer 130 und er möchte versuchen, den Sprung zum Tennisprofi zu schaffen.
2 Bilder
Noah Thurner vom TC Friedberg ist derzeit gerade in Tunesien bei einem ITF-Turnier unterwegs. Der 19-Jährige ist momentan die deutsche Nummer 130 und er möchte versuchen, den Sprung zum Tennisprofi zu schaffen.
Bild: Peter Kleist

Plus Das Tennistalent des TC Friedberg hat sich dieses ehrgeizige Ziel gesetzt. Der 19-Jährige ist in Deutschland die Nummer 130 und sammelt bei ITF-Turnieren Weltranglistenpunkte.

Es ist dieser Tage nicht leicht, Noah Thurner zu erreichen. Das große Tennistalent des TC Friedberg ist entweder beim Training in der Halle oder einem internationalen ITF-Turnier unterwegs – und wenn das einmal nicht der Fall sein sollte, dann heißt es lernen. Schließlich will der 19-jährige Friedberger im kommenden Jahr an der ILS-Schule im Fernstudium sein Abitur absolvieren.

Fernstudium an der ILS-Schule

Für diese Schule haben sich der Teenager und sein Zwillingsbruder Dean vor allem aus einem Grund entschieden: „Da lassen sich Tennis und Schule besser miteinander vereinbaren“, so der 19 Jahre alte Noah, der aus seinem Berufswunsch auch kein Geheimnis macht: „Ich möchte es beim Tennis in den Profibereich schaffen, es zumindest versuchen und dafür hart arbeiten.“ Der Teenager ordnet diesem Ziel alles unter, Zeit für andere Hobbys wie Skifahren, Streethockey oder Basketball bleibt nicht mehr.

Training zweimal täglich

Zweimal täglich wird trainiert: Bei Jiri Zavadil, dem erfahrenen Trainer und langjährigen Jugendleiter des TC Friedberg, und auch bei seinem Cousin David Thurner. Dazu kommen auch separate Übungseinheiten mit seinem Personaltrainer Martin Dorn, der speziell auf die Beinarbeit Thurners sein Augenmerk legt. Auch im Therapie- und Trainingszentrum Friedberg sieht man Noah und seinen Bruder Dean zumindest einmal pro Woche. Dort kümmert sich Bernd Thurner bei speziellen Geräte-Trainingseinheiten um die Verbesserung von Noahs Kraftwerten.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

„Ich weiß, dass der Weg zum Tennisprofi ein sehr harter ist und es ist auch schwer, sich immer wieder neu zu motivieren – aber ich versuche es“, so Noah Thurner. Das Friedberger Talent arbeitet gezielt daran, seine wenigen Schwächen abzustellen. „Ich muss in Sachen Fitness, Kondition und Muskelaufbau noch einiges machen, da muss ich besser werden. Manchmal geht mir eben nach einer kräftezehrenden Qualifikation im Hauptfeld dann ein bisschen die Kraft aus“, gibt Noah Thurner zu. Talent hat der 1,90 Meter große Friedberger in jedem Fall – nicht umsonst wird er in der deutschen Rangliste auf Platz 130 geführt. In der internationalen ATP-Rangliste findet man ihn auf Platz 1492, auf jener der ITF an Position 1272. Derzeit bestreiten der Friedberger und sein Bruder wieder ein ITF-Turnier in Tunesien.

Erfolg in Ägypten

Bei einem dieser ITF-Turniere im Oktober im ägyptischen Sharm el Sheikh feierte Noah Thurner seinen – wie er sagt – bislang größten Erfolg. Thurner war in der Qualifikation an Position zehn gesetzt und kämpfte sich mit drei Siegen ins Hauptfeld vor.

Dabei stand er schon in der ersten Runde gegen den Mexikaner Luis Humberto Lopez vor dem Aus. „Da musste ich im Match-Tiebreak zwei Matchbälle abwehren und hab dann meinen siebten endlich verwandelt“, erinnert sich Thurner an den 6:4, 4:6, 17:15-Sieg. Danach folgten zwei Zweisatzsiege gegen die Italiener Raffaele Giuliano und Giuseppe Tresca, womit er in die Hauptrunde einzog.

Noah Thurner vom TC Friedberg spielt derzeit in Tunesien. Der 19-Jährige versucht, Profi zu werden.
Bild: Peter Kleist

Dort holte er mit dem 6:7, 6:4 und 7:6 gegen den an sieben gesetzten Amerikaner Denis Uspensky einen ATP-Weltranglistenpunkt. In der zweiten Hauptrunde aber passierte das, was Noah Thurner mit intensivem Training in Zukunft verhindern will: Beim 4:6, 4:6 gegen den Schweizer Riccardo Maiga musste er Kräfteverschleiß Tribut zollen.

Doch nicht nur in Sachen Athletik und Kraft will sich der Friedberger verbessern, auch technisch will Noah Thurner natürlich immer weitere Fortschritte machen. Vor allem an der Rückhand will er vermehrt arbeiten. „Ich umlaufe die Rückhand gerne, um meine Paradeschläge – die Vorhand inside-out und inside-in – machen zu können“, erzählt er.

In allen TCF-Mannschaften gespielt

Der 19-Jährige kam wie sein Bruder Dean früh zum Tennis und durchlief beim TC Friedberg Mannschaften in allen Altersstufen. Eines seiner frühen Vorbilder war sein Cousin David. „Wenn der bei den ITF-Turnieren in Friedberg gespielt hat, haben wir immer zugeschaut“, meint Noah Thurner. Den fasziniert am Tennis die Tatsache, dass es ein Einzelsport ist. „Du bestimmst selber, wie es läuft, du kannst dich nicht verstecken und nicht ausgewechselt werden. Du brauchst einfach Durchhaltevermögen und musst dich der Herausforderung alleine stellen“, erläutert der Teenager. Der betont auch, dass ihm das Tennisspielen – allen Anstrengungen zum Trotz – nach wie vor große Freude bereitet.

Im kommenden Jahr will Noah Thurner, der für den TC Friedberg auch schon in der Landes- und Bayernliga gespielt hat, noch häufiger die Herausforderung bei den ITF-Turnieren suchen. „Punktspiele haben nächstes Jahr bei mir nicht die oberste Priorität“, erklärt er. Unterstützung bei ihrer Tennislaufbahn erhalten die Brüder natürlich in erster Linie von ihren Eltern, aber auch der TC Friedberg hilft ein wenig mit der Übernahme der Meldegebühren und den Trainingseinheiten in der TCF-Halle.

Bei den Turnieren in Tunesien und denen im Jahr 2020 sollen nun nach Möglichkeit weitere ATP-Punkte folgen und vielleicht wird es ja was mit der Profikarriere. Und vielleicht zieht es den Friedberger nach dem Abitur ja auch an ein College in den USA – doch Noah Thurner weiß, dass es auch dorthin noch ein steiniger Weg sein wird.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren