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Burgau

19.09.2019

29999 Hähnchen bringen für Burgau Probleme mit sich

Angesichts vieler ungeklärter Fragen kann die Stadt Burgau den Bau eines Hähnchenmaststalls auf Harthauser Flur nicht befürworten.
Bild: Michael Hochgemuth (Symbolfoto)

Warum die Stadt Burgau gegen den Bau eines Maststalls auf Harthauser Flur ist.

Was ein einziger Gockel ausmachen kann. Zwar auf Harthauser Flur, aber unweit der Burgauer Stadtteile Limbach sowie Groß- und Kleinanhausen, soll ein sogenannter Hähnchenaufzuchtstall gebaut werden – für maximal 29999 Tiere. Warum diese krumme Zahl? Antwort: Bei 30000 Hähnchen wäre eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig. Mit einem Hähnchen weniger geht es ohne. Bei den Mitgliedern des Burgauer Bauausschusses sorgte dieses Detail noch für eine gewisse Heiterkeit. Wesentlich problematischer seien andere, weil ungeklärte Punkte. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt könne der Bau des Hähnchenmaststalls aus Sicht der Stadt Burgau deshalb „nicht befürwortet“ werden.

Federführend bei dem Projekt sind die Gemeinde Rettenbach und das Landratsamt. Als Nachbarkommune ist Burgau in das Genehmigungsverfahren eingebunden. Rettenbach und verschiedene Fachabteilungen der Kreisbehörde halten den Bau des Mastbetriebs grundsätzlich für möglich, allerdings seien noch etliche Fragen zu klären.

Lärm- und Geruchsbelästigungen könnten erheblich sein

Es fehlen auch noch wichtige Unterlagen. Unter anderem zu der Frage, mit welchen Lärm- und Geruchsbelästigungen zu rechnen sei. Die könnten durchaus beachtlich sein, erklärte Stadtbaumeister Werner Mihatsch. Und damit Burgauer Bürger beeinträchtigen. Denn der Maststall soll auf einem Grundstück nahe der Staatsstraße (früher B10) gebaut werden, etwa 600 Meter von der nächsten Wohnbebauung in Limbach entfernt, 950 Meter von Kleinanhausen und 1200 Meter von Großanhausen.

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Ungeklärt seien ferner die Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung. Bürgermeister Konrad Barm hat zudem leise Zweifel, dass das in den Unterlagen genannte Verkehrsaufkommen tatsächlich ausreichen wird.

Erreichbar ist das fragliche Grundstück derzeit nur über einen Wirtschaftsweg, dieser und die anderen Feldwege seien aber für die Landwirte, nicht für Lastwagen vorgesehen. Schon der Standort im Bereich der alten B10 sei schlecht, erklärte CWG-Rat Frank Rupprecht. An dieser „exponierten Stelle“ sei der Stall von Weitem sichtbar. Rupprechts Fazit: „Die Auswirkungen auf die Stadtteile können enorm sein.“

Pro Jahr wären sieben bis acht Aufzuchten möglich

Nach den Angaben, die der Stadt Burgau vorliegen, ist der Mastbetrieb auf maximal 29999 Hähnchen ausgelegt. Die Mastdauer, im Fachjargon Durchgang genannt, soll etwa 49 Tage betragen. Damit wären pro Jahr sieben bis acht Aufzuchten möglich, in der Summe jährlich also 210000 bis 240000 Tiere.

Pro Durchgang wären laut Unterlagen etwa 13 Lkw-Fahrten nötig, um Küken und Futter anzuliefern beziehungsweise die schlachtreifen Hähnchen abzuholen.

Angesichts der vielen ungeklärten Fragen und der noch fehlenden Unterlagen könne die Stadt Burgau den Bau zum jetzigen Zeitpunkt nicht befürworten, heißt es im Beschluss des Bauausschusses. Ob verträgliche Lösungen gefunden werden, müsse das weitere Genehmigungsverfahren zeigen, erklärte Bürgermeister Konrad Barm. Die Schlussfrage im Ausschuss lautete: „Werden die 29999 Hähnchen jeden Abend durchgezählt?“

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