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Handball

24.09.2019

Ardiana Merditaj und die EM-Qualifikation: „Ich hab’ da voll Bock drauf“

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Vorfreude auf die EM-Qualifikation: Ardiana Merditaj im Trainingsleibchen des Kosovo.
Bild: Jan Kubica

Ardiana Merditaj ist für die kosovarische Handball-Nationalmannschaft nominiert. In ein paar Tagen wird die 24-jährige Krumbacherin gegen Deutschland antreten. Bis dahin geht's um den Feinschliff.

Die Trikotnummer 13 begleitet Ardiana Merditaj durch ihre gesamte sportliche Laufbahn. Die 24-jährige Krumbacherin konnte es also gar nicht als schlechtes Omen werten, dass sie ausgerechnet am Freitag, den 13., Richtung Pristina aufbrach. Für derartige Nebengeräusche wäre sie auch viel zu aufgeregt gewesen. Immerhin ist die Handballerin für die kosovarische Nationalmannschaft nominiert, die in den kommenden Tagen in die Qualifikation zur Europameisterschaft 2020 einsteigt. Am Donnerstag, 26. September, steht für die Auswahl von Coach Agron Shabani die Partie in Slowenien an. Am Sonntag, 29. September, geht’s in Pristina gegen Deutschland. Auf diesen absoluten Höhepunkt in ihrer Karriere angesprochen, entgegnet Merditaj: „Ich hab’ da voll Bock drauf.“

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Ein guter Draht zum Trainer

Vor dem Spiel steht aber der Feinschliff. Und da rangiert Merditaj bei Shabani augenscheinlich hoch im Kurs. „Hier in Deutschland lernst du von klein auf Respekt vor dem Trainer. Das kommt mir jetzt bei ihm zugute, denn er hat im Unterschied zu den Kosovaren eine andere, mehr eine mitteleuropäische Mentalität – wie ich“, erklärt Merditaj den guten Draht zum Luxemburger auf dem Trainerstuhl. Shabani spürt aber auch, dass sich die Rückraumspielerin immer voll reinhaut – eine Eigenschaft, die sie vor geraumer Zeit schon im Trikot des VfL Günzburg auszeichnete und die ihm sofort auffiel, als er sie vor anderthalb Jahren im Trikot des TSV Ottobeuren spielen sah.

Das hatte Merditaj ihre erste Nominierung für den Nationalkader eingebracht und anschließend zwei Erlebnisse, von denen sie immer noch begeistert zu erzählen weiß. Zunächst ging’s vor heimischer Kulisse gegen Ungarn. Als sie die ersten Töne der Nationalhymne hörte, „hätte ich heulen können“, berichtet die 24-Jährige. „Da war ich schon megastolz drauf, das war für mich Gänsehaut pur.“ Wenige Tage später folgte der Auftritt in den Niederlanden. Obwohl die Partie gegen dieses Klasse-Team überdeutlich 16:42 verloren ging, feierte Merditaj einen persönlichen Erfolg. Sieben Tore erzielte sie vor 2500 Zuschauern – eine Leistung, für die ihr in Fachkreisen viel Respekt gezollt wurde.

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Inzwischen zählt die gelernte Altenpflegerin schon zu den routinierteren Spielerinnen im Nationalteam. Zugute kommt ihr im Miteinander, dass sie sehr gut albanisch spricht. Auch ihre soziale Kompetenz hilft ihr und anderen oft weiter. In Ottobeuren zum Beispiel brachte sie die als „beinahe untrainierbar“ geltende männliche D-Jugend auf Spur. „Die schreiben mir heute noch“, sagt Merditaj mit einem Lachen.

Die Chefposition passt zu ihr

Was freilich in ihrem Selbstbild als Sportlerin wirklich zählt, ist Leistung. Im Konkurrenzkampf ruhen alle Freundschaften, was Merditaj in die Worte „Auf dem Spielfeld musst du einfach besser sein als deine Freundinnen“ kleidet. Sie will immer selbst 60 Minuten lang spielen und nicht anderen dabei zusehen. Angst vor der Verantwortung plagt sie dabei nicht. Im Gegenteil: Selbstbewusst beschreibt die Rückraum-Mitte-Spielerin ihre Rolle als „Chefposition – das passt zu mir“. Und noch etwas hat sie verinnerlicht: „Du musst immer mit Herz spielen, volle Kanne. Weil ich das mache, ist es für meinen Trainer gar nicht so wichtig, in welcher Liga ich bin.“

Unlängst wechselte Merditaj vom bayerischen Landesliga-Absteiger TSV Ottobeuren zum Württemberg-Ligisten FC Burlafingen. Damit blieb sie auf der fünften Spielebene im deutschen Handball, und doch stehe Württemberg hier eine Stufe höher als Bayern, betont die Spielerin.

Das Vorbild spielt für die Niederlande

Zurück zur 13. Da hat Merditaj noch etwas nachzuholen, denn in Burlafingen hat es noch nicht geklappt mit der Wunschnummer. Über eine Alternative musste die 24-Jährige nicht lange nachdenken. Sie wählte die 79 der holländischen Nationalspielerin Estavana Polman – nicht, weil die 27-Jährige mit dem früheren Fußballprofi Rafael van der Vaart liiert, sondern weil sie als Rückraumspielerin von internationaler Klasse ein großes Vorbild für die Krumbacherin ist.

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