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Porträt

26.09.2012

Aus Liebe zu Milch und Käse

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Das Ehepaar Gabriele und Günther Berndt (von links) wird das Käslädle an Andrea Höffler zum 1. Oktober übergeben.

Das Ehepaar Berndt übergibt Krumbacher „Lädle“ aus Altersgründen an Andrea Höffler

Krumbach Viele Käseliebhaber in der Region kennen es: das Milch- und Käslädle der Berndts in Krumbach. Nun möchte sich das Ehepaar aus Altersgründen zurückziehen. Andrea Höffler wird den Laden ab dem 1. Oktober weiterführen. Dieses Geschäft ist in seiner Art etwas ganz Besonderes; bedenkt man, was die Supermärkte bieten. Denn hier kann man tatsächlich noch frische Milch zapfen, sich Joghurt und Quark abfüllen und ein dickes Stück Käse vom Laib herunterschneiden lassen.

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Die kleinen Molkereien aus unserer ländlichen Gegend beliefern direkt den Laden mit ihren Produkten. Da leuchten in schönstem Gelb die Schöneberger und Schießener Bauernkäse, der Roggenburger Raclette oder auch ein Weißbierkäse. Die Ziegenrolle macht ebenso Appetit wie das „geräucherte Schaf“, der Heublumenkäse oder der Ziegencamembert. Eine große Auswahl an regionalen Produkten wird in der Käsetheke präsentiert. Gabriele Berndt: „Aber ganz ohne Italien und Frankreich kommt man nicht aus.“ So ist auch ein guter Parmesan im Angebot und der Fromage Affinois.

Als das Ehepaar Gabriele und Günther Berndt aus Weißenhorn vor 13 Jahren ihr Milch- und Käslädle in Krumbach eröffnete, wollten sie bevorzugt die regionalen Produkte offen anbieten. Dabei waren sie nicht einmal vom Fach. Gabriele Berndt ist Dekorateurin. „Ich konnte mir nicht vorstellen, einen Käse zu erkennen, ohne das Etikett zu lesen. Aber ich mag Käse und durch Probieren lernt man’s.“

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Günther Berndt als kaufmännischer Angestellter hatte seinen Job bei einer Illertisser Firma verloren, weil diese geschlossen wurde. „Mit 56 Jahren – wer nimmt einen denn schon?“ Zunächst war Berndt ein Jahr lang Hausmann. Ihm fiel auf, dass viele Hausfrauen direkt bei der Molkerei Milch und Käse einkaufen gingen. Schließlich überlegten beide: „Wie wär das, wenn wir selbst einen Laden aufmachen?“ Sie nahmen das Risiko auf sich und entschieden sich für Krumbach, „weil das so ein hübsches Städtchen ist. Aber wir hatten keine Ahnung, auf was wir uns da eingelassen hatten!“

Als Erste richteten sie im Neubau in der Bahnhofstraße – mitten im Baudreck – ihren Laden ein. „Ich war furchtbar aufgeregt, aber von da an ging es nur noch aufwärts“, erzählt Gabriele Berndt. Beide sprechen von einem Phänomen, wenn sie an ihre Kunden denken: „Wir haben lauter nette Kunden, kennen viele mit Namen und man baut eine Beziehung zu ihnen auf.“ In diese 13 Jahre fiel auch die BSE-Krise. Da stürmten die Leute regelrecht den Käseladen, beim Käse gab es Engpässe, denn der muss Zeit zum Reifen haben. Niemand wollte mehr Fleisch essen. Nun möchten Gabriele und Günther Berndt sich mehr aufs Wandern und Radeln verlegen, obwohl sie hin und wieder im Laden aushelfen werden. Zum Glück haben sie Andrea Höffler gefunden, die das Käslädle wie bisher weiterführen wird. Sie ist bestens vertraut mit Käse und Kunden, denn seit vier Jahren bedient sie mit im Laden. Zunächst arbeitete sie als Sekretärin, versorgte dann als Hausfrau ihre Kinder und war schließlich teilzeitbeschäftigt im Käslädle. „Es wäre ganz traurig gewesen, wenn der schöne Laden hier geschlossen hätte.“ Deshalb wird sie nun das Geschäft weiterführen.

Auch ihr ist es wichtig, offene und regionale Produkte anzubieten. Dem Verpackungswahn möchte sie damit entgegen wirken. „Es könnten noch mehr Kunden mit ihren eigenen Gefäßen oder Flaschen für die Milch kommen, um den Verpackungsmüll zu vermeiden.“ Höffler: „Sicherlich werde ich mal etwas Neues bringen, wie jetzt den saisonalen Frischkäse.“ Aus der Region werden bei ihr weiterhin Honig aus Krumbach, Sauerkraut aus Stoffenried und Gewürzessige aus der Region zu haben sein. Der Schwerpunkt liegt auf „offen und regional“, was die Kunden zu schätzen wissen.

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