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Landkreis Günzburg

04.06.2019

BRK-Kreisverband und Ex-Geschäftsführer einigen sich

Der Günzburger BRK-Kreisvorsitzende Matthias Kiermasz hält den Vergleichsvorschlag, den das Arbeitsgericht gemacht hat, für angemessen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Der Kreisvorstand des Roten Kreuzes stimmt dem gerichtlichen Vergleichsvorschlag zu. Was das bedeutet.

Die gerichtliche Auseinandersetzung zwischen dem Günzburger Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) und seinem ehemaligen Geschäftsführer Werner Tophofen gehört endgültig der Vergangenheit an. Der BRK-Kreisvorstand hat dem Vergleichsvorschlag des Arbeitsgerichts zugestimmt. Dem Vernehmen nach soll der Beschluss einstimmig getroffen worden sein.

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Danach erhält Tophofen, wie berichtet, eine Abfindung in Höhe von 120000 Euro. Ferner steht ihm ab Februar und bis Ende Juni – danach wird die ordentliche Kündigung wirksam – eine monatliche Vergütung von 9100 Euro zu. Außerdem haben sich beiden Parteien dazu verpflichtet, gegenseitig auf jedwede weitere Ansprüche zu verzichten. Damit ist für die Zukunft ausgeschlossen, dass ein Schadensersatz geltend gemacht werden kann. Die Entscheidung hat der Kreisvorstand getroffen „auf der Grundlage einer ausführlichen Darlegung unseres Fachanwalts sowie der schriftlichen, mit der Landesgeschäftsführung abgestimmten Stellungnahme des Bezirksgeschäftsführers und unter Abwägung der Chancen und Risiken einer fortgesetzten rechtlichen Auseinandersetzung“. Das teilt BRK-Kreisvorsitzender Matthias Kiermasz mit.

Kiermasz spricht von einem klugen Vorschlag

Er hält den Vorschlag des Gerichts für „klug und angemessen“. Das sieht auch der Geschäftsführer des schwäbischen Bezirksverbands, Karl Kilburger, so. Kilburger glaubt, dass die Position des Roten Kreuzes bei einem Fortgang des Rechtsstreits „nicht besser geworden wäre“.

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Der Ex-Geschäftsführer kann noch immer nicht fassen, wie man mit ihm nach 42 Berufsjahren, 32 davon in Günzburg, umgegangen sei. „Was man mir angetan hat, kann man mit Geld nicht aufwiegen“, sagte er gegenüber unserer Zeitung.

Daniel Freuding ist der Nachnachfolger Tophofens – seit 20. März im Amt, im Augenblick allerdings nur interimsweise. Das Rote Kreuz ist auf der Suche nach einer dauerhaften Lösung. 18 Bewerber gibt es für diesen Posten. Der 45-jährige Freuding ist einer davon.

Am vergangenen Samstag hat die erste Runde der Vorstellungsgespräche vor einer Findungskommission stattgefunden, die aus sechs Personen besteht – darunter der Vorsitzende, sein Stellvertreter, Vertreter der Wasserwacht, des Jugendrotkreuzes und der Bereitschaften sowie die stellvertretende Kreisgeschäftsführerin.

Deutlich weniger Fördermitglieder

Das Gremium wird dem Vorstand einen Vorschlag unterbreiten. Ob darüber am 18. Juni entschieden wird, vermochte Kiermasz nicht zu sagen. An jenem Tag ist jedenfalls die nächste reguläre Vorstandssitzung.

Eine der Hauptaufgaben der Rotkreuz-Führung dürfte darin bestehen, Vertrauen zurückzugewinnen. Der Rückgang der Fördermitglieder ist signifikant. 9231 solcher Mitglieder zählte das Rote Kreuz Mitte Mai. Vor vier Jahren waren es noch 1800 Mitglieder mehr, wie Freuding auf Nachfrage sagte.

Damals sei eine bundesweite Kampagne zur Mitgliedergewinnung gestartet. Sie wurde von Externen umgesetzt und kam alles andere als gut an. Nicht wenige dachten damals eher an eine Drückerkolonne an der Haustür denn an einen durch das Rote Kreuz Beauftragten.

Und auch die internen Dauerquerelen der vergangenen Monate hätten manchen abgeschreckt, die Hilfsorganisation weiterhin zu unterstützen. „Ich kann das zwar nicht quantifizieren. Aber solche Rückmeldungen gab es“, antwortet Freuding am Montag auf eine entsprechende Frage.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:

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