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Kreis Günzburg

22.02.2018

Bald kommen die Biomüllkontrolleure

Ein nicht gerade prickelnder Anblick: So sah es auf dem Komposthof Ost in Ellzee im Oktober 2017 aus, als ihn Mitglieder des Werkausschusses Kreisabfallwirtschaft in Augenschein genommen haben.
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Ein nicht gerade prickelnder Anblick: So sah es auf dem Komposthof Ost in Ellzee im Oktober 2017 aus, als ihn Mitglieder des Werkausschusses Kreisabfallwirtschaft in Augenschein genommen haben.
Bild: Kreisabfallwirtschaftsbetrieb

Der eingesammelte Biomüll im Landkreis ist zu sehr mit Plastik durchsetzt. Das will der Kreisabfallwirtschaftsbetrieb ändern – und lässt demnächst unter die Tonnendeckel schauen.

Im Herbst konnte sich der Werkausschuss des Landkreises auf dem Komposthof in Ellzee selbst ein Bild davon machen: So also sieht die Fracht aus, die Müllfahrzeuge abliefern, nachdem sie Biomülltonnen geleert haben. Da wird sich – das ist auf den ersten Blick erkennbar – bei weitem nicht alles in Kompost verwandeln. Denn die klassischen Plastiktüten und Kunststoffverpackungen verrotten nicht. Dem Kreisabfallwirtschaftsbetrieb sind die „Störstoffe“, wie Werksleiter Anton Fink den Plastikabfall nennt, eindeutig zu viel. Der Eigenbetrieb des Landkreises belässt es aber nicht bei Worten. Von März an sollen die Biomülltonnen im Landkreis stichprobenartig, aber durchaus systematisch kontrolliert werden – mit dem Ziel, die Qualität des Biomülls zu verbessern.

„Uns geht es darum, die Menschen, die etwas Falsches in die Tonne geworfen haben, aufzuklären“, sagt Karin Rauner, die in dem Eigenbetrieb des Kreises die Öffentlichkeitsarbeit erledigt. Bei Verstößen würden zunächst Gespräche geführt. An Bußgelder sei nicht gedacht, sagt Fink auf Nachfrage. „Sollte sich aber jemand uneinsichtig zeigen, könnte es sein, dass sein Gefäß gesperrt wird.“

Dabei ist der Kreisabfallwirtschaftsbetrieb (21 Mitarbeiter), der im Dezember auf das Areal Pro nach Leipheim umgezogen ist, bestrebt, die Zahl der Biomülltonnen zu erhöhen. Ende Januar waren 45033 Restmülltonnen zwischen 40 Litern und 2,5 Kubikmetern an die Privathaushalte, Vereine und Betriebe im Landkreis Günzburg ausgegeben. Die Zahl der Tonnen, in denen Biomüll abgeholt wird, erreicht im Vergleich zu den Restmülltonnen nicht einmal ein Viertel (10550 Tonnen in den Größen 60 und 120 Liter).

Am Schluss wird oft der entscheidende Fehler gemacht

Mehr und besserer Biomüll ist das Ziel. Manchmal sei es nicht zu begreifen, welchen Aufwand die Menschen betrieben, um Biomüll zu sammeln – und am Schluss doch den entscheidenden Fehler begehen. Herbert Schmid, der im Eigenbetrieb des Landkreises für die Hausmüll- und die Biomüllabfuhr zuständig ist, nennt als Beispiel „besten Biomüll“, der in einem aufgeschlitzten Tetrapack gesammelt wurde. Und anschließend wurde er mit der Verbundverpackung in die Biotonne geworfen. Zu den Störstoffen zählen auch Blisterschalen, Plastikflaschen, geschädigte und abgestorbene Pflanzen, die samt Plastiktopf entsorgt werden und deshalb nichts im Biomüll verloren haben. Und auch die dünne, transparente Tüte in der Obstabteilung eines Supermarktes zählt zu den Verpackungen, die biologisch nicht abbaubar sind.

Ist es Unwissenheit? Bequemlichkeit? Ekel vor zum Teil angeschimmelten Lebensmitteln? Oder spielen mehrere Faktoren bei der Entscheidung eine Rolle, Kunststoff in der Biotonne verschwinden zu lassen?

Über die Motivation der Menschen hat sich der stellvertretende Werkleiter Bernd Oehler noch keine Gedanken gemacht. Aber er glaubt, seine Pappenheimer zu kennen. Problematisch seien nicht die Einfamilienhäuser oder kleinen Wohnanlagen mit den Biomülltonnen.

Die „Problemstraßen“ sind bekannt

Dagegen träten in großen Wohnanlagen immer mal wieder Schwierigkeiten auf, den Müll richtig zu trennen. Die „Problemstraßen“, so Oehler, sind bekannt. Dort werden wohl in wenigen Wochen Biomüllkontrolleure unterwegs sein, die sich mit den Entsorgungsunternehmen kurzschließen, um den genauen Tourenplan abzustimmen. Schließlich nützt es nur etwas, vor der Leerung nachzuschauen.

Die Kontrollen im Frühjahr sollen, so der Plan, im Herbst dieses Jahres wiederholt werden. „Nur auf diese Weise“, sagt Fink, „können wir herausbekommen, ob unsere Bemühungen erfolgreich waren oder nicht.“

Über Details zu den anstehenden Überprüfungen will der Werkleiter den Kreisräten im Werkausschuss am 5. März berichten. Als „Mülldetektive“ werden dem Vernehmen nach Mitglieder des Serviceteams des Abfall- und Wertstoffzentrums Burgau eingesetzt werden.

Was darf in den Biomüll und was nicht?

Darf (Beispiele): Obst-, Salat- und Gemüseabfälle, Brot- und Gebäckreste, abgelaufene Lebensmittel (ohne Verpackung), Kaffeefilter und -pads, Teebeutel, Nuss- und Eierschalen, Milchprodukte (keine Milch), Käsereste (mit Naturrinde), Essensreste (ohne Fleisch-, Wurst- abfälle und Knochen), Grasschnitt, Baum- und Strauchschnitt, Unkraut, Laub, verwelkte Blumen, Blumenerde, Topfpflanzen, Federn/Haare, Sägespäne (unbehandelt).

Darf nicht: Zum Beispiel Plastiktüten, Asche, Blumengebinde, Blumentöpfe, Hygieneartikel, Fischreste/Gräten, Getränkekartons, mineralisches Katzenstreu und Hundekot, Straßenkehricht, Staubsaugerbeutel, Windeln, verpackte Lebensmittel.

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