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Günzburg

14.05.2015

Das Legoland bekommt neue Nachbarn

Ja zur Musterhaussiedlung, erneut ein Nein zur Kundentankstelle beim V-Markt: Der Günzburger Stadtrat hat in seiner Sitzung am Montagabend über die Weiterentwicklung des Geländes in der Nachbarschaft von Legoland beraten.
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Ja zur Musterhaussiedlung, erneut ein Nein zur Kundentankstelle beim V-Markt: Der Günzburger Stadtrat hat in seiner Sitzung am Montagabend über die Weiterentwicklung des Geländes in der Nachbarschaft von Legoland beraten.
Bild: Rebekka Jakob

Auf dem Kimmerle-Areal zwischen Legoland und Baumarkt soll eine Musterhaussiedlung entstehen. Für ein anderes Vorhaben gibt es vom Stadtrat erneut eine Absage.

Wohnzimmer, Küche, Bad, voll möblierte Schlafräume und hübsche Hausgärten: In der direkten Nachbarschaft von Legoland soll bald eine wahre Wohnidylle entstehen. Einziehen wird dort aber erst einmal niemand: Die 21 Häuser, die auf dem Kimmerle-Areal gebaut werden sollen sind nämlich nicht zum Wohnen, sondern zum Kaufen da. Der Günzburger Stadtrat stimmte einhellig für die Musterhaussiedlung, die auf dem Gelände zwischen Legoland-Allee und V-Baumarkt vorgesehen ist. Ein weiteres Bauvorhaben in dem Gebiet bekam aber erneut eine Absage.

Bauherr der „Fertighauswelt Günzburg“ ist der Bundesverband Deutscher Fertigbau. Die 1961 gegründete Interessenvertretung der industriellen, bundesweit tätigen Hersteller von Häusern in Holzfertigbauweise vertritt 45 Mitgliedsunternehmen und betreibt mit der „Fertighauswelt“ an 18 Standorten in Deutschland Musterhaussiedlungen. Standorte sind unter anderem in Berlin und Dresden, in Frankfurt, Hannover, Köln, in München und Stuttgart. Auch in Ulm neben dem Messegelände präsentiert der Bundesverband Deutscher Fertigbau 18 Fertighäuser verschiedener Hersteller – das Günzburger Projekt soll allerdings mit 21 Häusern noch etwas größer werden.

Das Musterhaus-Angebot passt zum Familienpark Legoland als Nachbar

Oberbürgermeister Gerhard Jauernig hat sich gemeinsam mit Bürgermeister Anton Gollmitzer (FWG) und den Stadträten Elmar Mannes (SPD) und Günter Treutlein ( CSU) die Ausstellung in Wuppertal angesehen. „Dort kommen jedes Jahr bis zu 80 000 Besucher, um sich die Häuser anzusehen“, so Jauernig im Stadtrat. Der Freizeitpark als Nachbar habe keine Einwände gegen das Projekt, so der Oberbürgermeister weiter. Tatsächlich passt das Angebot für künftige Bauherren ausgesprochen gut zu dem Familien-Park, findet auch CSU-Stadtrat Dr. Thomas Ermer. „Das passt zu Lego, zum Thema Freizeit und zu jungen Familien. Und es ist auch eine optische Bereicherung.“

Deutlich schwieriger, so Ermer, sei dagegen ein zweiter Bauantrag in dem Gebiet, der vom Betreiber des benachbarten V-Baumarktes zum wiederholten Mal an die Stadt herangetragen wurde: die Zulassung einer Kunden-Tankstelle. Hier waren die Meinungen im Stadtrat geteilt. Problematisch machte die Entscheidung auch die Tatsache, dass die Stadtratsmitglieder wie auch die Verwaltung im Vorfeld der Entscheidung Briefe, Anrufe und E-Mails erhalten hatten, in denen vehement gegen die Errichtung einer Tankstelle beim Baumarkt protestiert wurde.

Der Ton macht die Musik

Mehrere Stadträte kritisierten in der Sitzung am Montag die Schreiben, die offenbar von Betreibern anderer Tankstellen in der unmittelbaren Nachbarschaft gekommen waren. Von „drohendem Unterton“ in den Texten war dabei die Rede. Bereits 2006 hatte der Stadtrat eine Änderung des Bebauungsplanes Deffingen-Süd abgelehnt und damit eine Tankstelle auf dem Areal verhindert. Auch damals hatte es mehrseitige Schreiben an die Ratsmitglieder gegeben, die Argumente gegen die Planung auflisteten. Die Räte stimmten am Ende mit 15:6 Stimmen erneut gegen eine Planänderung, machten aber deutlich, dass dies nicht aufgrund der eingegangenen Schreiben geschehe. Stadtrat Elmar Mannes: „Wenn man etwas in einem solchen Ton verschickt, kann man auch leicht das Gegenteil erzielen.“ Oberbürgermeister Jauernig pflichtete bei: „Druck ist nicht unbedingt ein guter Ratgeber in der Politik.“

Für die einstimmig beschlossene Musterhaussiedlung sind nun noch einige Arbeiten notwendig – denn durch den Bau, zu dem auch 140 Parkplätze, ein Werbepylon und ein Empfangsgebäude gehören, verringern sich die bestandskräftig festgesetzten Grünflächen und das Regenrückhaltebecken. Dafür muss ein Ausgleich geschaffen und das Entwässerungskonzept verändert werden. Sind all diese Vorgaben erfüllt, können die Häuslebauer anrücken.

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