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Autenried

07.07.2019

Das sind die fairsten Fußballmannschaften im Landkreis

Vertreter von Sparkasse und BFV haben die fairsten Mannschaften im Landkreis Günzburg geehrt. Unser Bild zeigt sie mit Vertretern der Vereine (vordere Reihe von links): Ulrike Schoblocher (Sparkasse), Alfred Richter (FC Mindeltal), Christian Fritz (SG Reisensburg-Leinheim), Franz Göttel (VfL Leipheim); Manfred Anders (SG Reisensburg-Leinheim), Christian Schömer, Christian Schießl (beide SV Freihalden), Sparkassendirektor Daniel Gastl, (hinter Reihe von links): Spielgruppenleiter Gerhard Weng, Michael Donderer, Markus Vogt (beide SpVgg Wiesenbach), Claus Dietmayer (VfL Leipheim) und Daniel Olesch (FC Mindeltal).
Bild: Ernst Mayer

Fünf Vereine aus dem Landkreis werden für ihr faires Spiel geehrt. Wer weniger gut abschneidet und wo die Probleme liegen.

„Wenn ich mir Spiele in der Bundesliga oder der Champions League anschaue, dann regt mich das richtig auf“, sagt Alfred Richter. Er spricht aber nicht von umstrittenen Einsätzen des Videoassistenten oder dem Transferwahnsinn im Profifußball. Richter stört sich am Benehmen der Spieler auf dem Platz. „Ständig gehen die auf den Schiedsrichter los. Für den Nachwuchs sind das keine Vorbilder.“ Richter darf das sagen. Sein Verein, der FC Mindeltal, hat in diesem Jahr Historisches geschafft. Zum ersten Mal gehören zwei Teams aus einem Klub zu den fairsten im Landkreis Günzburg.

Dafür wurde der FC Mindeltal im Rahmen eines Empfangs in der Brauereigaststätte in Autenried vom Bayerischen Fußballverband (BFV) und der Sparkasse Günzburg-Krumbach geehrt. Spielgruppenleiter Gerhard Weng lobte die Mindeltaler, die seit vielen Jahren immer wieder ganz oben in den Fair-Play-Statistiken auftauchen, und die weiteren Preisträger. Besonders hob Weng die SG Reisensburg-Leinheim II hervor, die als Meister der B-Klasse West 1 gleichzeitig auch die fairste Mannschaft war. „Erfolgreich und fair zu spielen, das schließt sich nicht aus“, so Weng. Gleichzeitig übte er Kritik an den Vereinen, die am unteren Ende der Fair-Play-Tabelle zu finden sind (siehe Musterschüler und Sorgenkinder).

Hier ist auch der umgekehrte Fall zu den Reisensburgern zu finden. In der Kreisklasse West 1 ist der überlegene Meister Grün-Weiß Ichenhausen das unfairste Team. Wie aus der Statistik des BFV hervorgeht, haben die Grün-Weißen in der abgelaufenen Saison insgesamt 75 Gelbe, acht Gelb-Rote und zwei Rote Karten gesammelt. Weng wünschte sich, dass die Geehrten dabei mithelfen, ihre Sportkameraden zu maßregeln und im Gespräch auch unsportliches Verhalten zu thematisieren.

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Wichtiger Beitrag zur Erziehung junger Spieler

Sparkassendirektor Daniel Gastl bedankte sich bei den Vereinen für ihren Beitrag zur Erziehung junger Spieler. „Sie sind Vorbilder für den eigenen Nachwuchs. Fair Play fängt schon bei der Führung der Vereine an.“ Die Sparkasse sponsert traditionell mit 150 Euro dotierte Geldpreise für die fairsten Vereine der Saison. Für Gastl war es eine Premiere. Erstmals seit seinem Amtsantritt im September vergangenen Jahres war er bei der Fair-Play-Ehrung dabei. Und er zeigte sich begeistert von dem Engagement der Vereine. „Sie leben vor, wie wir unseren Sport verantwortungsvoll betreiben können. Die, die auf dem Platz am lautesten schreien, sind nicht automatisch die Tollsten.“

Noch im vergangenen Jahr hatte der damalige Kreisspielleiter Rainer Zeiser beklagt, dass vermehrt Teams mit Migrationshintergrund in den Fair-Play-Statistiken negativ aufgefallen waren. In allen fünf Ligen lag ein solches Team damals auf dem letzten Platz. Hier hat sich der Trend positiv entwickelt.

Damit der Erfolg aber nachhaltig ist, müsse bereits in der Jugend angefangen werden, sagt Alfred Richter vom FC Mindeltal. „Wir müssen die Spieler von klein auf schulen, wie sie miteinander umgehen müssen.“ Wenn sie dann natürlich auf das verweisen, was sie bei Bundesligaspielen gesehen haben, ist auch Richter mit seinem Latein am Ende. „Was soll ich dann sagen, außer ,Ja, das ist aber nicht richtig‘? Dieses Problem muss der DFB lösen.“

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