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Günzburg

20.09.2019

Der Rat der Börsen-Oma ist auch in Günzburg gefragt

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Als Börsen-Expertin hat sich die 81-jährige Beate Sander einen Namen gemacht. Wie macht man aus wenig Geld eine Million? Ihr Wissen vermittelt sie bei vier Veranstaltungen im Landkreis Günzburg ihr Wissen an Interessierte weiter. Der erste Termin fand am Donnerstag in Günzburg statt.
Bild: Alexander Kaya

Beate Sander aus Ulm ist durch Aktien Millionärin geworden. In Günzburg erzählt sie, wie sie das geschafft hat. Die Arbeit mit ihrem Depot nennt sie einen Knochenjob.

Von nichts kommt nichts. Das gilt auch für Aktiengeschäfte. Ein beredtes Beispiel für diese These ist die 81-jährige Beate Sander. Erst 1996 hatte die ehemalige Lehrerin an den Realschulen in Neu-Ulm und Pfuhl damit begonnen, Geld in Aktien zu investieren. Aus ihrem Startkapital von damals 60 000 D-Mark hat sie inzwischen eine Million gemacht (So hat die "Aktienoma" aus 30.000 Euro eine Million gemacht ) - In Euro, versteht sich

. Die „Börsen-Oma“, so ihr liebevoller Spitzname, ist seit Jahren auf Tour – als Buchautorin, als Kolumnistin für Zeitungen, als TV-Gesprächspartnerin und als Vortragsreisende. Wie am gestrigen Donnerstagnachmittag bei der Sparkasse in Günzburg. Ihr Appell ist einfach: „Gehen Sie weg vom Sparbuch, investieren Sie in Aktien“. Schwieriger ist die Umsetzung: „Das ist Knochenarbeit“. Zumindest, wenn man das Geschäft so betreibt wie Beate Sander.

Mit fast 60 fing sie an in Aktien zu investieren

Die ehemalige Lehrerin ging auf die 60 zu, als sie anfing, in Aktien zu investieren. Beate Sander wollte nach eigenen Angaben nie zocken, auf den schnellen Gewinn war sie nicht aus. Langfristig und nachhaltig sollten die Anlagen sein. Lohnt sich das im Alter noch? Eine Frage, die sich mancher im voll besetzten Saal der Sparkasse – überwiegend Senioren – gestellt haben mag.

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Es lohnt sich, versichert Beate Sander. Für einen selbst, mindestens aber für die Kinder und Enkel. Man muss nur wissen, wie. Im Gespräch mit Sparkassen-Vorstand Uwe Leikert nennt die Börsen-Oma ein Beispiel. Die Menschen werden immer älter. Sie brauchen ein Hörgerät oder einen Treppen-Lift, sie müssen zum Arzt oder ins Krankenhaus – warum also nicht in Unternehmen investieren, die auf medizinischem Gebiet und damit weitgehend krisenfest unterwegs sind? Oder in Unternehmen, die sich kreativ des Klima- oder Umweltschutzes annehmen. Man müsse ja nicht mit Rüstung oder Kinderarbeit spekulieren.

Auch mit kleinen Beträgen kann man ins Aktiengeschäft einsteigen

Der Erfolg war Beate Sander nicht in die Wiege gelegt. „Ich und mein Mann haben keinen Cent geerbt“. Zunächst habe es gegolten, das Reihenhäuschen und das Studium der Kinder zu finanzieren. Die Botschaft: Man kann auch mit kleinen Beträgen ins Aktiengeschäft einsteigen. Und das in jedem Alter. Gerade jetzt in Zeiten von Niedrig- oder Negativzinsen. Die andere Botschaft: „Das Sparbuch frisst Ihr Geld auf, ich will Ihnen Appetit auf Aktien machen“.

Beate Sander hat gemäß dem Motto „Breit gestreut hat nie gereut“ rund 120 Aktien-Titel in ihrem Depot. „Da verkraftet man auch mal einen Verlust“. Das opulente Depot beschäftigt die 81-Jährige nach eigenen Angaben freilich den ganzen Tag. Wo geben die Kurse nach, wo ziehen sie an? Was ist Schrott, was sind die gewinnversprechenden Renner? Etwa elf Stunden sei sie auf den Beinen, um börsentechnisch auf dem Laufenden zu bleiben, erklärt die Referentin. Das muss man natürlich mögen. „Vor 40 Jahren hätten Sie mich dafür totschlagen müssen“, räumt sie ein. Inzwischen ist es ihr Leben.

Sie hat 20 Bücher geschrieben

Tipps hat Beate Sander in Fülle parat. Vor allem in ihren inzwischen 20 Finanzbüchern. Nicht nur auf die großen Dax-Werte achten, auch auf die zahlreichen lohnenden Nebenwerte. Nicht nur deutsche Aktien, sondern auch solche aus dem Ausland. Und keine Angst vor dem nächsten Börsencrash. Der biete die Chance, günstig und wertsteigernd einzukaufen. Aber nachhaltig und langfristig sollte es sein - etwa durch Investitionen in Digitales, Künstliche Intelligenz oder High-Tech.

Mehr als 20 Aktien-Titel, das zeigen Studien, überblickt ein normaler Mensch nicht. Was also tun, wenn man nicht die Zeit und die Begeisterung von Beate Sander aufbringen kann? Es folgte der Werbeblock der Sparkasse. Sie berate kompetent und nachhaltig, versicherten Uwe Leikert und Harald Schaich, der Leiter der Abteilung Wertpapiergeschäft.

mit der Börsen-Oma Beate Sander finden in den kommenden Tagen in der Region statt: Zu Gast bei der Sparkasse ist sie am Freitag, 20. September, um 10 Uhr im Mittelschwäbischen Heimatmuseum in Krumbach und am Dienstag, 24. September, um 14 Uhr im Unteren Schloss in Ichenhausen. Die Volkshochschule Günzburg veranstaltet einen Vortrag mit Beate Sander am Dienstag, 1. Oktober, um 19 Uhr im Leipheimer Zehntstadel. Eine Anmeldung unter der Veranstaltungsnummer V901h ist erforderlich bei der vhs-Geschäftsstelle, Telefon (08221) 3686-0, oder im Internet unter www.vhs-guenzburg.de

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