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Günzburg

12.02.2019

Die Metzgerei Mader schließt ihre Filiale in Günzburg

Die Metzgerei Mader, die ihren Hauptsitz in Waldstetten hat, schließt im März ihre Filiale am Günzburger Marktplatz.
Bild: Bernhard Weizenegger

Aus mehreren Gründen ist im März Schluss in der Metzgerei Mader am Günzburger Marktplatz. Der Metzgermeister spricht über die Gründe - und die Probleme der Branche.

Was viele Kunden schon länger vermutet haben, ist jetzt Gewissheit: Metzgermeister Karl Mader bestätigte am Montag auf Anfrage unserer Zeitung, dass der Betrieb in der gleichnamigen Filiale in Günzburg in Kürze eingestellt wird. Mitte oder Ende März schließt das Geschäft am Marktplatz nach 21 Jahren. Ein konkretes Datum will Mader, der sein Hauptgeschäft in Waldstetten hat und zwei weitere Filialen in Ellzee und Ichenhausen, später bekannt geben. Für die Geschäftsaufgabe nennt er mehrere Faktoren. Es mangele seit Längerem an Verkaufspersonal und auch an Kundschaft, die Kosten hingegen seien gestiegen. Die Entscheidung sei ihm schwer gefallen. Leichter wurde es für ihn dadurch, dass der Pachtvertrag jetzt ohnehin ausläuft und er diesen nicht mehr verlängert.

Ganz überraschend kommt der Schritt nicht. Bereits im vergangenen Jahr waren die Öffnungszeiten in der Günzburger Filiale deutlich verkürzt worden. Seitdem hat der Laden montags bis mittwochs und samstags nur noch vormittags geöffnet, nur donnerstags und freitags werden die Kunden auch am Nachmittag bedient. Hauptproblem ist laut Karl Mader, der auch stellvertretender Innungsobermeister für die Landkreise Günzburg und Neu-Ulm ist, dass kaum noch Verkaufspersonal geschweige denn Lehrlinge zu gewinnen sind. Damit kämpfe nicht nur er, sondern die gesamte Branche.

Das Personal wird übernommen

Der Beruf habe leider von Haus aus einen eher schlechten Ruf. „Es will heutzutage einfach keiner mehr machen“, sagt Mader bedauernd. Da er das Personal „nicht mit dem Lasso einfangen“ könne, habe er es bereits in den Filialen durchwechseln lassen. Jetzt bleibe ihm nichts anderes übrig, als sich zu verändern beziehungsweise zu verkleinern. Die drei Verkäuferinnen aus Günzburg – zwei in Voll-, eine in Teilzeit – werden künftig in anderen Filialen eingesetzt, die Köchin hat laut Mader eine neue Anstellung gefunden.

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Das fehlende Personal war aber nur ein Grund, die Verkaufsstelle in Günzburg aufzugeben. Das Geschäft habe in den vergangenen drei bis fünf Jahren stagniert, die Kunden seien rückläufig gewesen. Für den Verbraucher sei es einfacher und auch billiger, einen Supermarkt außerhalb des Zentrums anzusteuern, als die Metzgerei Mader. Die Parkplatznot sei groß, wer einen Platz bekomme, müsse dafür noch zahlen.

Zu spüren bekomme der Laden auch, dass im Sommer der Marktplatz für den Verkehr ganz gesperrt ist. Hinzu kamen laut Karl Mader zuletzt viele Baustellensperrungen, für die die Kunden große Umwege in Kauf nehmen mussten. Insgesamt habe sich das Geschäft finanziell nicht mehr getragen. „Die Kosten sind uns davongelaufen“, sagt der Metzgermeister. Die Miete sei zu teuer geworden.

Fremdschlachtung der Metzgerei Mader ist ein Erfolgsmodell

Dass es auch anders gehen kann, zeigt das Hauptgeschäft in Waldstetten, wo sich Mader mehrere Standbeine aufgebaut hat. Dank seines in den vergangenen Jahren erweiterten Schlachthauses mit EU-Zulassung kann Mader auch Kollegen unterstützen, die nicht mehr selbst schlachten. Die Zusammenarbeit sei ein kleines Erfolgsmodell ebenso wie die Ochsenbraterei, die „sehr gute Zuwächse“ habe.

Auch wenn die Filiale in der Kreisstadt schließt, arbeitet Karl Mader an einer „kleinen Lösung, damit die Günzburger Kunden nicht ganz leer ausgehen“. Das könnte so aussehen, dass die Wurstwaren über andere Händler vertrieben werden. Mehr will Mader dazu nicht sagen.

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