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Kirchenmusik

23.10.2014

„Die Schöpfung“ aus 100 Kehlen

Eine gewaltige Sängerschar füllte den Kirchenraum in Leipheim bei der Aufführung von Haydns „Die Schöpfung“.
Bild: Broy

Haydns Meisterwerk als monumentale Aufführung in Leipheim

Mit Joseph Haydns Meisterwerk „Die Schöpfung“ stand am Kirchweihsonntag eine zentrale Komposition der Chorliteratur auf dem Programm der Leipheimer Kirchenkonzerte. Den Text entnahm der Meister dem 1. Buche Mose, den Psalmen und John Miltons Genesis-Epos „Paradiese Lost“. In Leipheim war die deutsche Fassung von Gottfried Baron van Swieten zu hören, die Joseph Haydn 1795 bis 1798 vertonte.

Für die Realisierung eines solchen epochalen Werkes bedarf es eines gewaltigen „Apparates“. So umfasste die fast den ganzen Chorraum ausfüllende Sängerschar an die einhundert Personen, die sich aus der Kantorei Leipheim, dem Petruschor Neu-Ulm und zahlreichen Gästen zusammensetzte. Mit zehn Chorsätzen fiel dem Projektchor eine Riesenaufgabe zu, die er klangschön, doch oft auch kraftvoll löste. Dazu war er dank der monatelangen Schulung durch die beiden Chorleiter Johanna Larch aus Leipheim und dem Neu-Ulmer Oliver Scheffels in der Lage.

Ein Löwenanteil fiel auch den Solisten zu. Sie verkörperten die biblischen Gestalten Gabriel, Eva, Uriel, Raphael und Adam. Die Palme des Solistenterzettes gebührt zweifellos der Sopranistin Andrea Chudak aus Berlin. Ihre kraftvolle und in allen Lagen wohlklingende Stimme verströmte Wohlbehagen und Innigkeit. Nicht viel nach standen die beiden Männerstimmen Markus Zeitler und Sönke Morbach. Der vom Ulmer Theater bekannte Bass Sönke Morbach verlieh dem vorgestellten Tierreich sprechendes und anschauliches Profil. Von seiner besten Seite zeigte sich der Tenor Markus Zeitler aus München in der bekannten Arie des Uriel „Mit Würd und Hoheit angetan ...“.

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Das um Bläser – teilweise aus der Region – verstärkte Ansbacher Kammerorchester war für Solisten und Chor ein sicherer Begleiter, das die musikalische Spannung des zweistündigen Werkes bis zum letzten Takt hielt. Mit ruhiger und klarer Gestik leitete die Leipheimer Kirchenmusikerin Johanna Larch. Man merkte, dass sie der anspruchsvollen Aufgabe gewachsen ist.

Mit der Wiedergabe des schwungvollen Schlusschores, wobei das Gesangsterzett um die Altistin Berenike Beitzel erweitert wurde, mag in vielen begeisterten Zuhörern der Wunsch entstanden sein, ähnliche musikalische Großtaten wieder aufs Programm zu setzen. (zg)

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