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Landkreis Günzburg

19.03.2015

Die Sparkassen-Filialen kommen auf den Prüfstand

Die Geschäftsstelle an der Ulmer Straße in Burgau gehört zu den modernsten der 21 Filialen der Sparkasse Günzburg-Krumbach. Das Kunstwerk „Three friends“ des Künstlers Terence Carr schmückt den Eingangsbereich.
Bild: Bernhard Weizenegger

Wie die Sparkasse Günzburg-Krumbach in der Niedrigzinsphase ihre Ertragslage verbessern will. Und wie die Vorstände Pache und Leikert über eine mögliche Fusion denken.

Die Finanzwelt ist im Wandel. Bürger bekommen für ihr Erspartes bei konventionellen Anlageformen kaum noch Zinsen. Banken selbst klagen über einen ausufernden bürokratischen Aufwand und niedrige Zinsspannen. „Das Brot- und Butter-Geschäft bricht weg“, hat der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Günzburg-Krumbach, Walter Pache, beim Bilanz-Pressegespräch bedauert. Und er erwartet auf absehbare Zeit auch keine Änderung. Deshalb wird die Sparkasse aller Voraussicht nach weiter auf die Kostenbremse treten. In diesem Jahr kommen deshalb auch die 21 Filialen und zwei Selbstbedienungsgeschäftsstellen der Sparkasse im Landkreis auf den Prüfstand, kündigten Pache und sein Vorstandskollege Uwe Leikert an. „Wir werden in der Fläche bleiben“, versicherte der Vorstandsvorsitzende. Sollte die Analyse aber ergeben, dass einige Filialen kaum noch von Kunden besucht werden, müsse man über Konsequenzen nachdenken.

Das Bankgeschäft habe in den vergangenen zehn Jahren eine Online-Revolution erlebt, so Pache. Die Zahl der Kunden, die zur Erledigung von Bankgeschäften in eine Filiale kommen, habe vielerorts deutlich abgenommen. „Nur ein Prozent der Kontakte mit Kunden, das sind etwa 60000 im Jahr, finden in unseren Geschäftsstellen oder Kompetenzcentern statt“, informierte der Vorstandsvorsitzende. Daneben hat die Sparkasse Günzburg-Krumbach im vergangenen 1,2 Millionen Verfügungen an Geldautomaten, 1,4 Millionen Ausdrucke von Kontoauszügen, drei Millionen Besucher in der Internet-Filiale und 4000 App-Nutzer gezählt. Im Kunden-Service-Center riefen 146000 Bürger an. Die Geschäftsstelle vor Ort werde immer wichtiger als Ort der intensiven, persönlichen Beratung, analysierte Pache: „Sie kann daher nur in einer sinnvollen Größenordnung betrieben werden.“ Grundsätzlich prognostizierte der Sparkassenchef: „Die Anzahl der Bankfilialen wird weniger werden.“ Dies gelte aber für alle Kreditinstitute. Die Sparkasse Günzburg-Krumbach habe nicht vor, von heute auf morgen mehrere Filialen zu schließen.

Gerüchte hatte es zuletzt gegeben, dass die heimische Sparkasse Fusionsgedanken hege. Dies wiesen Leikert und Pache zurück. Angesichts der vielen regulatorischen Vorschriften könnten einige Dinge in einem größeren Verbund effektiver gelöst werden. Die Fusion der Sparkassen Günzburg und Krumbach vor 14 Jahren sei eine solche „Win-Win-Situation“ gewesen, sagte Pache. Im Verwaltungsrat sei darüber diskutiert werden, ob Fusions-Gespräche mit anderen Sparkassen in der Region geführt werden sollen. Das wollten die Kommunalpolitiker aber nach Informationen unserer Zeitung nicht. 

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