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Holzwerk in Gundremmingen: Ein Coup mit großem Aber

Holzwerk in Gundremmingen: Ein Coup mit großem Aber
Kommentar Von Christian Kirstges
29.01.2019

Die Firma Scheiffele-Schmiederer siedelt sich in der Atomgemeinde an. Das ist für den Ort eine bedeutende Entwicklung - auf den ersten Blick.

Es klingt beeindruckend, was die Holzfirma Scheiffele-Schmiederer in Gundremmingen plant. Es soll der deutschlandweit modernste Standort seiner Art werden, inklusive einer vollständigen Digitalisierung und 3D-Nutzung. Für die Gemeinde ist es von dieser Warte aus betrachtet ein Erfolg, das Unternehmen für sich gewonnen zu haben, da die Investition zumindest teilweise eigentlich beim Nachbarn Dillingen geplant war.

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Bloß so modern Scheiffele-Schmiederer sich in der Atomgemeinde präsentiert: Lohnt sich der Verbrauch von gut neun Hektar Fläche und die Verlegung von Vogelschutzgebieten für (zunächst) 100 Arbeitsplätze, die insgesamt gesehen wohl nicht neu geschaffen werden?

Natürlich muss Gundremmingen für die Zeit vorsorgen, wenn die Jobs beim Atomkraftwerk abgebaut sind. Beide Betriebe lassen sich aber nicht in Relation setzen. Denn beim AKW sind jetzt noch gut fünf Mal so viele Menschen beschäftigt wie es beim Holzwerk sein sollen. Vor einigen Jahren waren es noch mehr – und das sicherlich auch in anderen Gehaltsklassen.

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Und dass Scheiffele-Schmiederer auch bei weiterem Wachstum in Gundremmingen jemals an diese Zahlen heranreicht, ist utopisch. Daher ist die Ansiedlung sicher positiv für den Standort, aber der Preis ist hoch, alleine was die Fläche angeht. Ganz abgesehen davon, dass man ein ganzes Gewerbegebiet für ein Unternehmen mit eben wenigen Arbeitsplätzen hergibt und so von dessen Entwicklung mit abhängig ist.

Lesen Sie hier den Bericht: "Ein Tag, zwei Spatenstiche: 60 Millionen Euro werden investiert"

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