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Burgau

31.08.2019

Massiver Widerstand gegen geplante Motorsportanlage

Über den geplanten neuen Motorsportplatz des AMC Burgau am Bahnhof – hier ist der alte zu sehen, die Fläche wird inzwischen anderweitig genutzt – ist ein Streit entbrannt.

Gegner und Befürworter der geplanten Motorsportanlage beim Burgauer Bahnhof trafen am aufeinander. Negativ fiel dabei ein Befürworter der Anlage auf.

Der Widerstand formiert sich weiter. Und er wird massiver. Die Rede ist von der Motorsportanlage, die der Automobilclub (AMC) Burgau in der Nähe des Burgauer Bahnhofs anlegen will. In unmittelbarer Nachbarschaft des Geländes befindet sich die Firma Altrad Lescha Atika. Deren Geschäftsführer Stefan Feyer kündigte an, mit allen juristischen Mitteln gegen die Anlage vorzugehen, sollte sie vom Landratsamt genehmigt werden.

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Die Interessengemeinschaft „Gegen Motorsportanlage Burgau“ (Gemo) ( Gegen geplanten Motorsportplatz formiert sich Widerstand ) hatte am Donnerstagabend zu einer Info-Veranstaltung geladen. Der Saal des Gasthofs Zahler in Röfingen war rappelvoll. Zwei Stunden tauschten Gegner und Befürworter der Anlage ihre Argumente aus – trotz mancher Emotionen in sachlicher Weise.

Beleidigende Zwischenrufe

Die unrühmliche Ausnahme machte ein Verfechter der Anlage. Mit teils beleidigenden Zwischenrufen störte er die Veranstaltung von Anfang bis Ende. Mehrfach stand der Burgauer kurz vor dem Rauswurf.

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Unter Beifall erklärte Feyer, seine Firma sei „nicht gewillt“, die Anlage „so einfach hinzunehmen“. Im Gegenteil: „Wir werden alles in Bewegung setzen, um sie zu verhindern.“ Sollte der Bau genehmigt werden, würden Fachanwälte mit einer Prüfung beauftragt. Denn auf dem Spiel stünden vielfältige Interessen des Unternehmens.

Im Zweifelsfall werde vor Gericht „auch über wirtschaftliche Schäden zu reden sein“, erklärte der Geschäftsführer. Die Firma habe die finanziellen Mittel, ein juristisches Verfahren problemlos durchzuziehen.

Eine zentrale Frage lautet: Kann die Motorsportanlage – wie vorgesehen – im Rahmen eines „vereinfachten“ Verfahrens und damit ohne Anhörung der Öffentlichkeit genehmigt werden? Mit dem Genehmigungsmanagement wurde vom AMC das Augsburger Planungsbüro AU beauftragt. Dessen Vertreter Karlheinz Gaag erklärte, im Falle der Burgauer Motorsportanlage sähen die gesetzlichen Vorgaben ein vereinfachtes Verfahren vor.

Gemeinderat kritisiert, dass Haldenwang und Röfingen übergangen werden

Rechtsanwalt Frank Lehnert, Mitglied des Röfinger Gemeinderates, meldete leise Zweifel an. Er berät das Organisationsteam der Interessengemeinschaft, bestehend aus Eveline Kuhnert und Robert Lindner (beide Burgau) sowie Dirk Vollertsen und Anton Bachmayer (beide Röfingen). Auch Bachmayer ist Gemeinderat. Selbst bei belanglosen Genehmigungsverfahren würden Nachbargemeinden eingebunden, bei einer so wichtigen Entscheidung aber würden Röfingen und Haldenwang übergangen, kritisierte er. „Das ist ein Unding.“ Bachmayers Fazit: „Wir brauchen diese Anlage auf keinen Fall.“

Karlheinz Gaag und Vertreter des AMC waren bemüht, die Bedenken der Kritiker zu zerstreuen. Im Rahmen eines Lärmschutzgutachtens sei berechnet worden, dass die Grenzwerte – die nächsten Burgauer Wohngebiete sind 500 bis 600 Meter entfernt – unterschritten würden. Für Röfingen, rund einen Kilometer entfernt, seien von daher keine Berechnungen angestellt worden, sagte Gaag.

Anlage dient hauptsächlich zum Fahrsicherheitstraining

Die Anlage diene zu 75 Prozent dem Fahrsicherheitstraining, nur 25 Prozent der Öffnungszeiten seien zwischen April und Oktober für motorsportliche Aktivitäten vorgesehen. Die Anlage mit einer Gesamtlänge von etwa 350 Metern – die kreisförmig angelegte Fahrstrecke ist rund 700 Meter lang – sei zudem so angelegt, dass nicht schneller als 80 Stundenkilometer gefahren werden könne, was den Lärm zusätzlich mindere. Zudem sei die Anlage vor allem für AMC-Mitglieder, allenfalls noch für die wenigen Nachbarclubs, vorgesehen. Trotz allem Bemühen: Den Kritikern fehlte der rechte Glaube.

Mit Gelächter wurde denn auch die Aussage des Landratsamtes bedacht, die Anlage sei „aus baurechtlicher Sicht nicht als erheblich belästigend zu betrachten“. Bislang, so erklärte Versammlungsleiter Dirk Vollertsen, tappen die Mitglieder der Interessengemeinschaft noch weitgehend im Dunkeln.

Denn irgendwelche schriftlichen Unterlagen im Rahmen des Genehmigungsverfahrens seien nicht zugänglich. Karlheinz Gaag sagte zu, entsprechendes Material in Kürze auszuhändigen. „Wir haben nichts zu verbergen.“

Es fehlt noch die Genehmigung des Landratsamtes Günzburg

Gebaut ist die Motorsportanlage noch lange nicht. Zum einen fehlt die Genehmigung des Landratsamtes, sollte gegen einen positiven Bescheid geklagt werden, hätte dies aufschiebende Wirkung. Das Verfahren wird sich also mutmaßlich ziehen. Und es wird wohl noch die eine oder andere Info-Veranstaltung geben. Im günstigsten Falle dann ohne lästige Störer.

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