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Burtenbach

21.01.2020

Rathaus-Sanierung: Bürgermeister kontert Kritik als „rufschädigend“

Im vergangenen Jahr wurde die Sanierung des Rathauses Burtenbach abgeschlossen. Doch noch immer wird darüber diskutiert, wie die Mehrkosten zustande gekommen sind.

Plus Die Freien Wähler Burtenbach hatten ein „Gschmäckle“ unterstellt. Der Architekt erklärte dem Gemeinderat jetzt, wie und warum Mehrkosten entstanden sind.

Beim Streit im Marktrat um die Mehrkosten der Rathaus-Sanierung wurde jetzt ein Schlussstrich gezogen. In nicht öffentlicher Sitzung wurden die zusätzlichen Ausgaben in Höhe von fast 700000 Euro vom Architekten erklärt und einstimmig genehmigt. Die von Gemeinderätin Christina Scherer (Freie Wähler) erwähnte „Geschmäckle“-Unterstellung wurde in der Sitzung widerlegt und „damit gänzlich ausgeräumt“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Der Verdacht des „Geschmäckle“ war in der Dezember-Versammlung des Gremiums aus der Freien Wähler-Fraktion gekommen (lesen Sie hierzu mehr). In einer nicht öffentlichen Sitzung am 16. Januar habe Architekt Manfred Lux aus Neusäß diese Unterstellung als völlig haltlos kritisiert, so Roland Kempfle gegenüber unserer Zeitung. Der Burtenbacher Bürgermeister forderte alle Beteiligten auf, „solch ruf- und berufsschädigendes Verhalten zu unterlassen“. Laut Sitzungsvorlage sei Freie Wähler-Gemeinderätin Scherer „zurück gerudert“ und habe erklärt, sie sei in der Presse falsch wiedergegeben worden.

Architekt Manfred Lux erläutert die Ausgabepositionen

Nach Auffassung des Bürgermeisters sei die Darstellung in der Günzburger Zeitung jedoch korrekt gewesen. Architekt Lux hatte in der Sitzung am 16. Januar die einzelnen Ausgabepositionen bei der Sanierung des Rathauses ausführlich erläutert und diese in Relation zur Ursprungskalkulation und den Ausschreibungsergebnissen mit Auftragsvergaben gesetzt, heißt es in der Sitzungsvorlage. Nach Abgleich der entstandenen Mehrkosten mit den Einsparungen bei einigen Gewerken betragen die höheren Ausgaben nun 662000 Euro.

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Diese hätten in allen Positionen schlüssig erklärt werden können, seien plausibel und nachvollziehbar. Wegen der Bausubstanz des Rathauses und nach Berücksichtigung von Änderungswünschen des Gemeinderates sei der zusätzliche Aufwand „alternativlos und unausweichlich“ entstanden. An der ordnungsgemäßen Bauausführung und Notwendigkeit der erfolgten Ausgaben bestünden „nicht die geringsten Zweifel“, so die Information der Verwaltung.

Bürgermeister Roland Kempfle spricht von Wahlkampf-Manöver

Der Marktrat habe den Bericht des Architekten zu den Kosten der Rathaus-Sanierung zur Kenntnis genommen, die Erläuterungen zu den Mehr- beziehungsweise Minderkosten seien schlüssig und nachvollziehbar. Sofern Mehrkosten oder außerplanmäßige Kosten entstanden sind, die nicht durch formelle Beschlüsse des Gemeinderats oder als Geschäft der laufenden Verwaltung während der Bauphase abgedeckt waren, werden diese hiermit nachträglich genehmigt, so der einstimmige Beschluss des Gremiums.

Bürgermeister Kempfle stufte die Kritik an den höheren Rathaus-Kosten unserer Zeitung gegenüber als Wahlkampf-Manöver ein. Er räumte aber ein, dass es vielleicht an der Kommunikation in dieser Sache gehapert habe. Wenn der Architekt bei den Mehrkosten gleich einen höheren Puffer von 20 bis 25 Prozent wie bei einer Altbau-Sanierung üblich, statt nur fünf Prozent, eingebaut hätte, wäre es wohl nicht zu dieser Diskussion gekommen.

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