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Landkreis Günzburg

28.11.2020

Seit zehn Jahren gibt es die Lebenshilfe-Stiftung im Kreis Günzburg

2010 gründete Georg Uebele die Lebenshilfe-Stiftung für den Landkreis Günzburg. Die Arbeit liegt ihm sehr am Herzen, doch es ist schwierig, Nachfolger für das Ehrenamt zu finden.
Bild: Lara Schmidler

Plus Georg Uebele erzählt, warum er vor zehn Jahren die Lebenshilfe-Stiftung für den Kreis Günzburg gegründet hat und was ihn an dem Ehrenamt begeistert.

Fast genau zehn Jahre ist es her, dass Georg Uebele die Lebenshilfe-Stiftung für den Landkreis Günzburg gegründet hat. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits seit etwa zehn Jahren bei der Lebenshilfe Günzburg aktiv. Der Anlass war die Fusion der Lebenshilfe Landkreis Günzburg mit der Lebenshilfe Donau-Iller in Ulm, die direkte Hilfe vor Ort schwieriger machte. „Deshalb wollte ich etwas schaffen, um auch zukünftig die spezielle Hilfe lokal im Landkreis Günzburg möglich zu machen“, erläutert der 84-Jährige.

Lebenshilfe-Stiftung kann sich auf den Landkreis Günzburg konzentrieren

Aus diesem Grund rief er unabhängig von der Lebenshilfe die Stiftung ins Leben, die aus einem Kuratorium und einem Vorstand besteht, deren Mitglieder alle ehrenamtlich tätig sind. Die Unterstützung ist rein finanzieller Art und kann von Menschen mit Behinderung aller Altersstufen und deren Familien sowie von Menschen, die von Behinderung bedroht sind, beantragt werden. „Menschen mit Einschränkungen bekommen zwar Hilfe vom Bezirk oder ähnlichen staatlichen Einrichtungen, aber das reicht oft nicht für die Teilhabe an Kultur oder adäquater Freizeitgestaltung aus“, erzählt Uebele.

Insgesamt hat die Stiftung seit ihrer Gründung im Jahr 2010 rund 160000 Euro ausgeschüttet, also etwa 16000 pro Jahr. Insbesondere Reittherapiestunden, die von der Lebenshilfe Donau-Iller angeboten werden, sind beliebt bei den Antragstellern. Aber auch für Anschaffungen, die bei einer Behinderung erforderlich sind, wird das Geld der Stiftung genutzt – wie etwa den behindertengerechten Umbau eines Autos, spezielle Wickelliegen oder einen Gebärdendolmetscher für Bildungsreisen.

Die finanzielle Unterstützung ist der Stiftung nur durch Spenden möglich

Ein besonderes Herzensprojekt von Stiftungsgründer und Kuratoriumsvorsitzendem Uebele und der Vorstandsvorsitzenden Gabriele Miller ist die Suche nach behindertengerechtem Wohnraum im Kreis Günzburg. Bis jetzt konnte die Stiftung drei Wohnungen für vier Menschen mit Einschränkungen finanzieren.

All diese Unterstützungen kann die Stiftung nur dank der Spenden aus dem Kreis Günzburg stemmen. Ob diese im aktuellen Jahr zurückgegangen sind, ist noch nicht absehbar, erst am Jahresende sind die Spendenbeiträge einsehbar. Mangels Freizeitmöglichkeiten sind jedoch die Anträge im Jahr 2020 deutlich gesunken, etwa um die Hälfte, wie Uebele und Miller schätzen.

Anträge bis zu 1000 Euro kann der Vorstand bewilligen, für alles darüber muss das Kuratorium einbezogen werden. „Das Kuratorium ist das Kontrollorgan“, erklärt Uebele. Mindestens einmal im Jahr treffen sich alle Mitglieder und besprechen Probleme und Lösungsansätze.

Lebenshilfe ist für die soziale, die Stiftung für die finanzielle Hilfe da

Aus Uebeles Sicht hat sich in den vergangenen zehn Jahren nicht viel an der Arbeit der Lebenshilfe-Stiftung verändert. Die Arbeit für von Behinderungen betroffenen Menschen ist für ihn eine Herzensangelegenheit. „Ich sehe eine deutliche Notwendigkeit und habe den Wunsch, zu helfen“, sagt der ehemalige Ingenieur, der bis heute auch im Vorstand der Lebenshilfe Donau-Iller vertreten ist.

Es ist ihm wichtig, den Unterschied zwischen der Lebenshilfe und der Lebenshilfe-Stiftung für den Landkreis Günzburg deutlich zu machen. „Die Stiftung ist eine finanzielle Hilfe, die Lebenshilfe ist an den Betroffenen dran“, erklärt er. So habe die Stiftung für die drei Wohnungen gezahlt, die Betreuung der dort Wohnenden übernimmt jedoch die Lebenshilfe.

Und denkt Uebele mit seinen 84 Jahren auch ans Aufhören? „Das ist eine gute Frage“, sagt er und lacht. Solange er könne, wolle er weitermachen. Er profitiere davon, dass er, anders als die meisten Mitglieder der Stiftung, nicht mehr arbeite und daher mehr Zeit habe. „Aber wenn der Zeitpunkt kommt, an dem ich nicht mehr kann, höre ich auch auf.“

Es ist schwierig, Nachfolger für ein Ehrenamt zu finden

Absehbar ist das noch nicht. Denn auch nach 20 Jahren steckt Uebele all sein Herzblut und seine Energie in die Lebenshilfe und die Lebenshilfe-Stiftung. „Er ist immer noch das Zugpferd“, bestätigt auch Gabriele Miller augenzwinkernd. Sie ist hauptberuflich bei der Lebenshilfe Donau-Iller tätig und vor etwa anderthalb Jahren zu der Stiftung gestoßen. „Nachdem alle Anträge an die Stiftung über mich laufen und ich schon einen Einblick hatte, wie viel Gutes die Stiftung bewirkt, fiel mir die Entscheidung leicht, mich als Vorstandsvorsitzende zur Wahl zu stellen“, erklärt sie.

Grundsätzlich sei es schwierig, neue Mitglieder zu gewinnen, die bereit seien, sich ehrenamtlich zu engagieren. „Das ist immer das Problem: Man findet keinen Nachfolger“, sagt Uebele. „Das Ehrenamt ist uncool geworden.“

Spenden gehen an das Konto der Lebenshilfe-Stiftung, IBAN DE68 7205 1840 0040 1946 49

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