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Landkreis Günzburg

17.06.2019

Vergewaltigung am Badesee kommt vor Gericht

Vor dem Amtsgericht Günzburg (Archivbild) findet die Verhandlung am Dienstag statt.
Bild: Bernhard Weizenegger

Ein 37-Jähriger soll eine Bekannte auf einem Parkplatz schwer missbraucht haben. Ihm droht Gefängnis.

Ein schweres Sexualverbrechen wird am kommenden Dienstag, 18. Juni, um 9 Uhr am Amtsgericht in Günzburg verhandelt. Angeklagt ist ein 37-Jähriger. Er soll im August 2018 an einem Badesee bei Wasserburg eine Frau vergewaltigt haben.

Laut Anklage hatte der Mann, der aus dem Landkreis Heidenheim stammt, die Frau einige Tage zuvor an eben jenem Badesee kennengelernt. Nach Kontakten über Facebook und WhatsApp besuchte der Angeklagte die Geschädigte zu Hause in ihrer Wohnung im nördlichen Landkreis Günzburg, wo es zunächst zu einvernehmlichen Küssen kam. Als der Angeklagte dann zudringlich wurde und die Frau an intimen Stellen berührte, wehrte diese ihn ab. Eine zweite Frau aus dem Nachbarzimmer kam hinzu und sie warfen den Mann aus der Wohnung.

Am See begrapschte er sie immer wieder

Es hätte danach vorbei sein können. Doch als der Angeklagte sich später bei der Frau entschuldigte, gab sie ihm eine zweite Chance. Als sie sich ein paar Tage später wiederum zum Baden am Wasserburger See trafen, kam es zu dem Übergriff. Der Mann hatte die Frau mit dem Auto abgeholt. Am See begrapschte er sie immer wieder, sodass sie schließlich sagte, sie wolle nun nach Hause fahren.

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Zurück beim Auto, riss der Mann laut Anklage die hintere rechte Tür auf, packte seine Bekannte am Arm und zerrte sie auf die Rücksitzbank. Der Angeklagte zog ihr nun die Hose und die Unterhose aus, legte sich auf sie und drang in sie ein.

Die Frau sagte mehrfach, dass er damit aufhören solle, und versuchte, den Angeklagten von sich wegzudrücken. Der Mann machte dennoch weiter und ließ erst von ihr ab, als ein weiteres Auto auf den bis dahin verlassenen Parkplatz am See einfuhr.

Tatumstände konnten schnell ermittelt werden

Nach dem Vorfall zeigte die Frau den damals 36-Jährigen nicht unmittelbar an. Erst im November vergangenen Jahres ging sie zur Polizei. Die Tatumstände konnten dann aber schnell ermittelt werden. Nun droht dem Mann eine Haftstrafe, denn Vergewaltigung ist laut Strafgesetzbuch mit einer Freiheitsstrafe von nicht unter zwei Jahren zu ahnden.

Und eine Strafe von mehr als zwei Jahren kann nicht zur Bewährung ausgesetzt werden. Zudem ist der 37-Jährige bereits wegen eines anderen Sexualverbrechens vorbestraft.

Wie der Frau eine Aussage erspart bleiben könnte

Über den Fall wird am Dienstag ein Schöffengericht unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Walter Henle urteilen. Als Zeugen sind unter anderem das Opfer und eine Freundin geladen. Legt der Angeklagte ein Geständnis ab, könnte der Frau eine Aussage vor Gericht erspart bleiben. Den Gerichtssaal betreten wird der Angeklagte als freier Mann. Er sitzt nach Auskunft des Amtsgerichts nicht in Untersuchungshaft, da von dem Mann weder Flucht- noch Verdunklungsgefahr ausgingen.

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