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Landwirtschaft

27.04.2020

Was Lebensmittel aus der Region bedeuten

Marianne Stelzle

Vom Einsatz für die Heimat und von falscher Verbraucherwahrnehmung: Wie Bäuerinnen ihre Lage sehen

Mit ihrem Einkaufsverhalten bestimmen die Verbraucher maßgeblich, welche Lebensmittel bei uns produziert werden.

„Essen aus Bayern bedeutet Vielfalt auf dem Teller und ist zugleich Klimaschutz pur“, betonte Kreisbäuerin Marianne Stelzle während des Landfrauentags in Burtenbach, der noch vor den Ausgangsbeschränkungen aus Anlass der Corona-Krise stattgefunden hatte.

Nach einer Andacht mit dem ehemaligen Reisensburger Pfarrer Heribert Singer und dem Günzburger Landfrauenchor begrüßte Stelzle mehr als zweihundert Landfrauen und zahlreiche Ehrengäste in der Burggrafenhalle. Sie ging auf das Motto „Region gestalten!“ ein und resümierte, dass es die Menschen sind, die eine beziehungsweise ihre Region prägen und gestalten. „Wir Bauern pflegen die Kulturlandschaft und produzieren regionale Lebensmittel“, sagte Stelzle. Und dennoch würden sie von der Gesellschaft immer weniger als prägende Mitgestalter der Region wahrgenommen, sondern mehr als Unternehmer mit Streben nach Profit.

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„Mit heimisch produzierten Lebensmitteln leisten wir Bäuerinnen und Bauern einen Beitrag zum Klimaschutz, weil wir lange Transportwege vermeiden.“ Wer sich beim täglichen Einkauf für Nahrungsmittel aus Bayern entscheidet, bestimme mit, dass auch künftig noch Lebensmittel in der Region erzeugt werden.

Mit Ferdinand Munk stand ein Günzburger Unternehmer am Rednerpult, der nach eigenen Worten stolz darauf ist, dass er seine Heimat aktiv mitgestalten konnte und kann. In erster Linie gehe es darum, Verantwortung zu übernehmen.

Um eine Region lebenswert zu gestalten, sei der Einsatz aller gefragt, der Bürgerinnen und Bürger, der bäuerlichen und anderer Unternehmen, der Vereine, Politiker und Touristen. Erfolg kommt für Munk nicht von selbst. Dazu gehören Mut, Engagement, Herzblut und ein Mit- statt ein Gegeneinander. „Wenn es einer Region und den Menschen gut geht, geht es auch den Betrieben gut.“

Wer eine Region gestalten will, müsse die Menschen zusammenbringen. Deshalb empfahl Munk den Landfrauen, das öffentliche Leben mitzugestalten, sei es im Bereich der Kultur, der Bildung oder Wohltätigkeit. „Zeigen sie Präsenz und helfen Sie mit, wo Sie können, das Leben muss ein Geben und Nehmen sein.“

Für den erfolgreichen Unternehmer ist Empfehlungsmarketing immer die beste Werbung. Wer sich in Vereine und Organisationen einbringt und Sponsoring betreibt, komme automatisch ins Gespräch, lerne viele Menschen kennen und könne sich auf diesem Weg ein vielfältiges Netzwerk und einen steigenden Bekanntheitsgrad aufbauen. Die Einstellung, andere werden es schon machen, sei der falsche Weg. „Tue Gutes und rede darüber, auch wenn wir derzeit in einer Neid- und Ich-Gesellschaft leben.“

Abschließend würdigte Munk die Arbeit der Landfrauen, die sie täglich auf ihren Höfen für ihre Heimat leisten.

Um bereits den Jüngsten der Gesellschaft regionale Lebensmittel näherzubringen, setzen sich Bäuerinnen seit Jahrzehnten mit den Aktionen „Landfrauen machen Schule“ und „Kindertag auf Bauernhöfen“ ein. Die erwachsenen Verbraucher erreicht der Bauernverband mit seinem neuen Projekt „Frühstück am Bauernhof“. (zg)

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