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05.07.2010

"Wir hatten das Thermometer stets im Auge"

Günzburg Der Großeinsatz des Rettungsdienstes vom Freitag im Zusammenhang mit den Bundesjugendspielen an der Maria-Theresia-Volksschule in Günzburg ist immer noch großes Gesprächsthema. Nach übereinstimmenden Aussagen der Rettungsleitstelle Krumbach und des Roten Kreuzes in Günzburg wurden fünf Schüler wegen Kreislaufproblemen behandelt, einer von ihnen ambulant. Vier Kinder wurden mit Rettungswagen in Kliniken gefahren. Zwei von ihnen kamen in die Kinderklinik nach Ulm - nicht aufgrund der Schwere der Erkrankungen, sondern weil sie noch keine zwölf Jahre alt sind. Die beiden anderen wurden in die Kreisklinik nach Günzburg gebracht.

Nach Informationen von Schulleiterin Karin Virag brachten Eltern selbstständig zwei weitere Kinder wegen Sportverletzungen ins Krankenhaus: Ein Mädchen hatte über ein Ziehen im Oberschenkel geklagt, ein Bub vertrat sich den Fuß. Also endeten die Bundesjugendspiele an der Maria-Theresia-Volksschule, die am Vormittag abgebrochen worden waren (wir berichteten), für sechs Kinder im Krankenhaus - für vier wegen der Hitze oder nach einem Kreislaufkollaps, für zwei wegen Sportverletzungen.

Noch am gleichen Tag entlassen

"Alle außer einem Schüler wurden noch am Freitag aus dem Krankenhaus entlassen. Dieser kam am Samstag wieder nach Hause", informierte die Schulleiterin am Montag. Gestern seien alle außer einem Mädchen wieder in der Schule gewesen. Der Vater wollte seine Tochter sicherheitshalber noch einen Tag zu Hause lassen. Ihr sei es bereits am Donnerstag vor der Sportveranstaltung nicht so gut gegangen.

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"Wir sind uns unserer Verantwortung durchaus bewusst", betonte Karin Virag. Gerade weil die Verantwortlichen bei Mädchen und Buben, die ihnen anvertraut werden, besonders vorsichtig sein wollen, sei der Rettungsdienst verständigt worden. "Wir hatten das Thermometer stets im Auge. Als wir mit den Bundesjugendspielen um 8 Uhr angefangen haben, war klar, dass wir abbrechen würden, wenn es wärmer als 22 bis 23 Grad Celsius werden würde", so die Schulleiterin.

Insofern halte sie den Vorwurf, die Schule habe angesichts der anhaltend hohen Temperaturen in der vergangenen Woche nicht flexibel genug gehandelt, für nicht richtig. Man habe im Vorfeld die Eltern informiert. Außerdem erfordere eine solche Sportveranstaltung eine gewisse Vorlaufzeit und Organisation. "Viele Schüler reagierten mit großer Enttäuschung darauf, dass die Bundesjugendspiele abgebrochen wurden", so Virag.

Weitsprung, werfen, laufen

Bei den Bundesjugendspielen muss jeder teilnehmende Schüler dreimal einen Weitsprung absolvieren, dreimal werfen und einmal - je nach Altersklasse - zwischen 50 und 100 Meter laufen. "Wenn das am Vormittag nicht mehr möglich ist, dann brauchen wir auch keinen Basketball-, Volleyball- oder Fußballsport mehr anzubieten." Auf dem Sportplatz, auf dem die Maria-Theresia-Schule die Bundesjugendspiele abhält, stünden viele Bäume und Sträucher. Dort gebe es genügend Schattenplätze.

Gestern erinnerte Karin Virag die Schülerinnen und Schüler ihrer Schule per Durchsage daran, stets ausreichend Flüssigkeit zu trinken. "Wir müssen ihnen das auch beibringen." Ansonsten habe der Vorfall keine Konsequenzen, so die Schulleiterin.

Im Internetforum unserer Zeitung wird der Vorfall lebhaft diskutiert. Auf unserer Homepage gehen die Meinungen weit auseinander. "Alles wird heutzutage zum Drama hochgeschaukelt", schreibt ein User. Während ein anderer anmerkt, dass ihm niemand erzählen könne, das man um diese Zeit nicht noch kleinere körperliche Leistungen bringen kann, schimpft ein anderer: "Wie deppert muss man sein? Kein Erwachsener schindet sich an einem Tag in solcher Sonne, an dem weit über 30 Grad angesagt waren und auch erreicht wurden."

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