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Landkreis

22.05.2018

„Wunschgrab“ gibt’s nicht überall

In Krumbach gibt es keine Wunschgrabregelung.
Bild: Maximilian Czysz

Ein Grab zu Lebzeiten reservieren kann man im Landkreis beispielsweise in Günzburg und Ichenhausen. Warum der Krumbacher Bürgermeister dagegen ist.

Haunsheim ist eine kleine Gemeinde im Landkreis Dillingen. „Wer hier stirbt, bekommt das nächste Grab“, erklärt Krumbachs Bürgermeister Hubert Fischer im Gespräch mit unserer Zeitung. Am Friedhof in Haunsheim gibt es keine Familiengräber, sondern nach der Reihe belegte Einzelgräber – gleich gestaltet mit einheitlichen, handbemalten Kreuzen. Das soll die Gleichheit im Tod symbolisieren.

In Ichenhausen hingegen kann zu Lebzeiten das Wunschgrab gesichert werden. Dort komme bereits im Vorfeld eine Verschlussplatte mit Familienname an die ausgesuchte Urnenstele, erklärt die Ichenhauser Hauptamtsleiterin Katja Müller. Reservierte Erdgräber werden mit einer Einfassung versehen. Schon vor der Bestattung muss das Grab gepflegt werden. „Vorbild unserer Entscheidung für ein Wunschgrab war der Friedhof in Burtenbach mit der gleichen Regelung. Und immer wieder bekommen wir neue Anfragen für ein Wunschgrab.“

Auch in Günzburg gibt es die Möglichkeit, sein Wunschgrab bereits zu sichern, erklärt Pressesprecherin Julia Ehrlich. Nach Ablauf der Liegezeit könne das Grab fünf Jahre reserviert werden. Nur fünf Jahre? „Ja“, sagt Ehrlich. „Die meisten Menschen, die sich ihr Grab sichern, wissen, dass ihre Zeit nicht mehr lange ist.“ Fünf bis zehn Reservierungen gebe es jährlich.

Doch wann sollte man anfangen, sich Gedanken über seine Grabstätte zu machen? Mit 40? Mit 30? „Kein Mensch möchte sterben. Und ich selbst würde mir jetzt noch kein Grab aussuchen wollen“, sagt Thannhausens Bürgermeister Georg Schwarz. Dort gebe es schon lange die Möglichkeit, Gräber, deren Liegezeit ausgelaufen sei, zu kaufen. Doch „zu Lebzeiten ist noch nie jemand gekommen und hat sein Grab ausgesucht“, erklärt Schwarz. Wegen der unschönen Lücken im Friedhof habe die Stadt Thannhausen letztes Jahr begonnen, große Urnengräber zu errichten. Das große Urnengrab wird in bis zu sechs kleine Gräber unterteilt. Jedes einzelne Grab ist bis zu einem Meter breit. Inklusive einer Grabplatte und der Möglichkeit zur Bepflanzung. „Doch wenn heute jemand kommen würde und sagen würde: Herr Schwarz, dieses Grab steht schon seit längerer Zeit leer. Ich möchte es haben, dann würde ich es nicht verweigern.“ Unter einer Bedingung, betont Schwarz: Die Liegefrist von bis zu 20 Jahren müsste abgelaufen sein.

Krumbachs Bürgermeister Hubert Fischer sagt: „Vorsorge ist gut, aber man sollte die Kirche im Dorf lassen.“ Deswegen könne in Krumbach nicht bereits zu Lebzeiten ein Wunschgrab erworben werden. „Ich denke nicht, dass es die Leute glücklich macht, wenn sie sich jetzt schon Gedanken über ihre Grabstätte machen. Denn wer weiß, welche Möglichkeiten es für die Beisetzung in ein paar Jahren geben wird.“

Außerdem ist sich Fischer sicher, dass mit dem vorsorglich gekauften Wunschgrab auch höhere Investitionen verbunden sind als gedacht. „Die Bepflanzung zur Schließung von Friedhofslücken – das hört sich erst einmal gut an“, sagt Fischer. Doch mit einem vorsorglich gekauften Grab würden enormer Mehraufwand und immense Kosten anfallen.

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