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Inklusion

17.12.2013

Ziemlich beste Freunde

Die Mitglieder des Juze Offingen organisieren und gestalten gemeinsam mit den Heimbewohnern aus Günzburg einen Konzertabend. Zwischen ihnen ist mittlerweile eine enge Freundschaft entstanden.
Bild: Anita Süß

Das Jugendzentrum Offingen organisiert zusammen mit Bewohnern der Albertus-Magnus-Wohnstätten in Günzburg einen Konzertabend

Offingen Entstanden ist das, womit am Anfang wohl niemand gerechnet hat: eine innige Freundschaft. Denn eigentlich sind die „Freude“ sehr unterschiedlich: Auf der einen Seite stehen die Mitglieder des Jugendzentrums (Juze) Offingen, auf der anderen Seite Bewohner des Haus am Auweg, der Albertus-Magnus- Wohnstätten in Günzburg.

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Die 21-jährige Anita Süß hat sie alle zusammengebracht. Sie macht in der Heilerziehungspflegeschule in Dürrlauingen ihre Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin und startete im Rahmen dieser Ausbildung ein Inklusionsprojekt. Ihre Idee: Die Jugendlichen aus Offingen organisieren und gestalten gemeinsam mit den Heimbewohnern aus Günzburg einen Konzertabend.

Jonas Wörz, 18 Jahre alt und Vorsitzender des Juze, gibt zu: „Auf beiden Seiten waren am Anfang Ängste. Doch schon beim ersten Treffen war davon schnell nichts mehr zu spüren. Nach einer halben Stunde war es das Normalste auf der Welt“. Zusammen haben sie bereits Plakate und T-Shirts für den Konzertabend gestaltet. Noch haben sie alle Hände voll zu tun, denn schon Ende Januar wird die Band „The Gießlers House Band“ aus dem Raum Ichenhausen im Offinger JuZe auf der Bühne stehen. Für Anita Süß ist das Wichtigste, dass an diesem Abend alle zusammen feiern, eine angenehme Stimmung herrscht und sich keine Grüppchen bilden. Doch eigentlich, so lenkt sie schnell wieder ein, sind die Befürchtungen gar nicht nötig. Schließlich verstehen sich alle so gut.

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Das bestätigt auch Jonas Wörz. Er erinnert sich aber auch noch gut an das erste Treffen mit den Heimbewohnern. Die Jugendlichen seien nicht sicher gewesen, wie sie sich verhalten sollen. Anita Süß hat dafür gesorgt, dass das Eis schnell gebrochen wurde.

Um sich kennenzulernen, trafen sich alle im Jugendzentrum in Offingen. Es wurde Musik gespielt, die Teilnehmer hatten Zeit sich zu beschnuppern und jeweils ein Heimbewohner gestaltete mit einem Juze-Mitglied eine Leinwand. Die Zusammenarbeit klappte auf Anhieb und jeder hatte Spaß. Die Begegnungen seien alle sehr offen gewesen, berichtete Anita Süß.

Von Anfang an sei die Idee für das Projekt von den Juze-Mitgliedern sehr gut aufgenommen worden. „Das Juze hat keine Vorurteile. Deshalb war es einfach, es musste niemand überzeugt werden, bei dem Projekt mitzumachen“, sagte Jonas Wörz. Die 17- bis 27-Jährigen des Juze in Offingen besuchten auch die Einrichtung. Die Bewohner durften ihnen die Räume des Haus Auweg und somit ihren Lebensraum zeigen, um so ein Bild von den Lebensumständen zu bekommen.

Die Heimbewohner genießen die Arbeit mit dem Offinger JuZe. „Sie haben alle einen Ansprechpartner dem sie zum Beispiel Geschichten aus ihrem Leben erzählen können. Ihre Stärken werden hervorgehoben und ihre Schwächen werden schon fast vergessen, alles wird gemeinsam gemacht – unabhängig der individuellen Fähigkeiten“, erzählt Anita Süß.

Der Kontakt soll nicht abbrechen

Jonas Wörz ist wichtig, dass nach dem Konzert der Kontakt nicht abbricht, sondern dass ab und an ein Treffen stattfinden wird. „Die Freundschaft soll erhalten bleiben, denn solche Freundschaften sind von großem Wert.“

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