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Landkreis Günzburg
06.01.2022

Arbeitsmarkt im Landkreis Günzburg hat sich trotz Corona-Krise erholt

Der Arbeitsmarkt hat sich trotz Corona-Krise erstaunlich schnell wieder erholt - auch im Landkreis Günzburg.
Foto: Bernhard Weizenegger (Symbolbild)

Der Stellenmarkt nähert sich laut Agentur für Arbeit schon wieder Werten des Vorkrisenniveaus an. Im Dezember stieg die Arbeitslosigkeit in der Region wieder an.

Trotz Corona-Pandemie hat sich der Arbeitsmarkt im vergangenen Jahr überraschend schnell erholt. Das teilt Richard Paul, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Donauwörth, mit, der auf die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Jahr 2021 zurückblickt. Nach dem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit und einem beinahe kompletten Einbruch der Arbeitskräftenachfrage mit Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2020 seien zwar im ersten Halbjahr 2021 die Arbeitslosenzahlen hoch und die Nachfrage nach Personal eher verhalten geblieben. Doch ab der Jahresmitte haben sich laut Paul die Arbeitslosenzahlen als auch der Stellenmarkt wieder stabilisiert und sich den Werten des Vorkrisenniveaus angenähert. Im Dezember stieg die Arbeitslosigkeit im Landkreis Günzburg deutlich an.

Im Jahresdurchschnitt liegt die Arbeitslosenquote bei 2,4 Prozent und mit 0,3 Prozentpunkt unter dem Vorjahreswert. Durchschnittlich waren im Landkreis Günzburg 1769 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind laut Arbeitsagentur 227 weniger als im Jahr 2020 und 340 mehr als im Jahr 2019.

Hohe Ausgaben beim Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld

Das Kurzarbeitergeld sicherte der Arbeitsagentur zufolge auch im Jahr 2021 in großem Umfang Arbeitsplätze und Beschäftigung. So zahlte die Agentur für Arbeit Donauwörth 101,5 Millionen Euro an konjunkturellem Kurzarbeitergeld inklusive Sozialversicherungsbeiträgen aus. Das sind 22,6 Prozent weniger als im Jahr 2020. Damals waren es 126 Millionen Euro. Während in der ersten Jahreshälfte von den Unternehmen noch viele Anzeigen wegen der pandemiebedingten Einschränkungen gestellt wurden, gingen in den Sommermonaten die eingereichten Anzeigen deutlich zurück. Jedoch stiegen mit den auftretenden Lieferengpässen die Anzeigen zu Kurzarbeit ab dem Herbst wieder an.

"Die Pandemie hat sehr deutlich gezeigt, wie wichtig das Instrument des Kurzarbeitergeldes ist. Um das vermehrte Antragsaufkommen in den nächsten Monaten zu bewältigen, haben wir die Personalressourcen wieder hochgefahren", so der Agenturchef. Im Jahr 2021 wurden insgesamt 106,2 Millionen Euro an Arbeitslosengeld I inklusive Sozialversicherungsbeiträgen ausbezahlt. Das sind 8,1 Prozent weniger als im Jahr 2020. Damals betrugen die Ausgaben 115,6 Millionen Euro.

Männer sind viel stärker von der Arbeitslosigkeit betroffen als Frauen

Männer (51,4 Prozent) waren im vergangenen Jahr mehr von Arbeitslosigkeit betroffen als Frauen (48,6 Prozent), teilt die Agentur mit. Deren Arbeitslosigkeit sank im Vorjahresvergleich mit minus 18,2 Prozent deutlicher als die der Frauen (minus 2,8 Prozent). Bei den jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren sank die Arbeitslosigkeit um 76 (30,4 Prozent) auf 173 Personen. Im Jahr 2021 waren durchschnittlich 723 Menschen im Alter ab 50 Jahren gemeldet, 31 (4,2 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der Menschen mit Behinderung ging um 3 (1,3 Prozent) auf 219 zurück und die der ausländischen Arbeitslosen um 83 (14,4 Prozent) auf 494. Einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um 61 oder 19 Prozent zum Vorjahr gab es bei den Langzeitarbeitslosen auf 380.

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Der Arbeitsmarkt ist ständig in Bewegung. Im Verlauf des Jahres meldeten sich 6062 Menschen arbeitslos, davon kamen 2827 aus einer Beschäftigung. Im Gegenzug konnten sich 6735 Personen aus der Arbeitslosigkeit abmelden, davon nahmen 2697 eine Erwerbstätigkeit auf. Beim Jobcenter Günzburg waren 492 Menschen arbeitslos gemeldet, das entspricht 28 Prozent aller Arbeitslosen. Hier ist ein Anstieg um 40 Personen (plus 8,9 Prozent) zu verzeichnen. Bei der Agentur für Arbeit sank die Zahl der Arbeitslosen um 17,3 Prozent (minus 268) auf 1277 Personen.

Starker Beschäftigungszuwachs im Gesundheitswesen

Der Neuzugang von Stellen ist im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls gestiegen. Im gesamten Jahresverlauf wurden 3778 Arbeitsstellen zur Besetzung gemeldet, 723 oder 23,7 Prozent mehr als vor einem Jahr, aber 1709 bzw. 31,1 Prozent weniger als vor zwei Jahren. Absolut betrachtet wird die stärkste Zunahme beim Wirtschaftsbereich Information und Kommunikation mit plus 391 bzw. 97,8 Prozent verzeichnet. Weitere Branchen wie Gesundheitswesen, Heime und Sozialwesen, Verkehr und Lagerei hatten ebenfalls einen Beschäftigungszuwachs. Ein Rückgang der Beschäftigtenzahlen ist in den Bereichen Gewinnung Steine und Erden, Gastgewerbe, Handel sowie Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen zu beobachten. Am ungünstigsten war die Entwicklung in der Metall- und Elektroindustrie. Hier zeigt sich ein deutliches Minus von 333 bzw. 3,2 Prozent.

Wie saisonüblich, stieg die Arbeitslosigkeit zum Jahresende deutlich an. Im Landkreis Günzburg sind aktuell 1554 Menschen arbeitslos gemeldet, 212 mehr als vor einem Monat. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber November um 0,3 Prozentpunkte auf 2,1 Prozent. "Verglichen mit den Vorjahreszahlen hat sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt sehr gut stabilisiert. Erfreulicherweise liegt die Zahl der Arbeitslosen sogar unter dem Niveau vor der Krise", so der Chef der Arbeitsagentur Richard Paul. Der Bestand an offenen Arbeitsstellen liegt derzeit bei 1577. Im Dezember wurden dem Arbeitgeber-Service 337 neue Stellen gemeldet. Die Zahl der Anzeigen über konjunkturelle Kurzarbeit ist von November auf Dezember leicht gesunken. Bis zum 27.12.2021 gingen 33 neue Anzeigen für 277 Beschäftigte ein. Im November wurden 36 Anzeigen für 518 Beschäftigte eingereicht. (AZ)

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