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Ichenhausen

05.08.2018

Bei Tropenhitze eiskalt eingeschenkt

Raus mit dem Glück: Ichenhausens derzeit bester Offensivspieler, Janick Reitz, bejubelt seinen Treffer zum 3:0-Endstand.
Bild: Ernst Mayer

Auf dem Weg zum klaren Heimsieg gegen Mering ragt ein Landesliga-Fußballer des SCI heraus. Warum es trotzdem ein Erfolg der ganzen Mannschaft ist.

So mancher Ichenhauser Fußball-Fan mag angesichts der Bullenhitze an eine Fata Morgana geglaubt haben. Doch es lag keine Wahrnehmungstrübung vor an diesem schönen Sonntag im Hindenburgpark – der SC Ichenhausen ist in diesen Sommertagen tatsächlich so unwirklich gut. Dem heimischen Fußball-Landesligisten gelang der vierte Sieg in Serie. Es war ein blitzsauberes 3:0 gegen den SV Mering.

Vor 100 Zuschauern (unter ihnen Löwen-Profi Sascha Mölders, der aus dem Drittliga-Spiel gegen Lotte eine Oberschenkelverletzung mitgebracht hatte und ein wenig humpelte) erzielten die Gastgeber mit ihrem ersten nennenswerten Vorstoß auch gleich den Führungstreffer. Es ging auf das Konto des besten Offensivspielers, den die Königsblauen derzeit besitzen: Janick Reitz. Er passte auf Kilian Kustermann, lief weiter in den freien Strafraum, wohin der Ball dann auch postwendend kam, und schoss flach ins lange Eck (14.). Kurz danach stand erneut Reitz im Mittelpunkt: Gut 20 Meter vor dem Tor zog er ab, doch die Kugel sprang vom Pfosten ins Feld zurück (19.).

Nach ein paar Minuten Sommerfußball kam die beste Phase der Meringer. Als der Ball hoch und weit in den SCI-Strafraum flog, zögerte Liridon Rrecaj mit dem Herauslaufen und verhalf Manuel Utz zur Schusschance, letztlich aber verkürzte der SCI-Keeper den Winkel geschickt und die Aktion verpuffte (28.). Kurz danach fand eine Hereingabe Markus Gärtner, dessen Kopfball aus der Mitte des Sechzehners knapp am Tor vorbeirauschte (31.). Dass nicht mehr passierte, war unter anderem das Verdienst von Benjamin Sturm. Der Neuzugang, übrigens einziger Vertragsamateur im Kader des SCI, war zum ersten Mal von Beginn an dabei. Als Linksverteidiger stand der langjährige Regionalligaspieler naturgemäß nicht im Zentrum des Spielaufbaus, aber defensiv löste er seine Aufgaben solide und unaufgeregt.

Bei Tropenhitze eiskalt eingeschenkt

Vor allem diese Phase war es aber, die SCI-Trainer Oliver Unsöld zum Seitenwechsel ein bisschen skeptisch stimmte. „So nach einer halben Stunde waren wir nicht mehr ganz da“, bemängelte er zu Recht.

Das Kapitel Vorentscheidung hätten seine Jungs nach Wiederbeginn schnell schreiben können. Reitz trieb den Ball bis zur Torauslinie, passte zurück an den kurzen Fünfer, dort hatte Denis Nickel freie Bahn und alle Zeit der Welt, scheiterte jedoch am wunderbar parierenden Torwart Nicolas Köpper (50.). Zwei Minuten später gab’s die nächste Gelegenheit aus der Preisklasse Hochkaräter. Wieder schlug Reitz den Ball zentimetergenau in die Mitte, fünf Meter vor der Kiste stieg Andreas Beckmann nach oben, köpfte allerdings über den Querbalken. Dann probierte es Reitz selbst: Diesmal lief er mit dem Ball am Fuß in den Strafraum und probierte den Kunstschuss aus ganz spitzem Winkel; Zentimeter trennten ihn vom 2:0 (61.). Das fiel kurz danach – überraschenderweise ganz ohne Beteiligung von Reitz. Nickel sprintete einem weiten Ball von Sturm durch die verwaiste Spielhälfte der Meringer hinterher, hatte schließlich nur noch den Torwart vor sich und schob das Spielgerät aus 16 Metern überlegt ins lange Eck (63.).

Weiterhin kamen nur die Gastgeber in den Genuss, sich Tormöglichkeiten herauszuspielen. Alle Ichenhauser blieben wach, zielstrebig und vor allem mannschaftsdienlich. Als Boyer unbeachtet in der Nähe der rechten Strafraumecke an den Ball kam, blickte er auf, nahm genau Maß und schlenzte den Ball ans Lattenkreuz (74.). So machte also der Mann des Tages des 3:0. Mit einer flüssigen Kombination über sechs, sieben Stationen spielten die Königsblauen die Gäste schwindlig, letztlich legte Mateusz Staron den Ball präzise in den Lauf von Reitz und der schob ihn mühelos über die Linie (83.). Diese großartige Szene entlockte SCI-Sportleiter Rudi Schiller den Kommentar: „Respekt vor der Truppe. In so kurzer Zeit so einen Mannschaftsgeist entwickeln, das ist einfach toll.“

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