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Illertissen

18.05.2019

Alexander Abt will in Brüssel für die Umwelt kämpfen

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Umweltverschmutzung durch Plastikmüll ist eines der Themen, die ÖDP-Kandidat Alexander Abt angehen will.

In Illertissen spricht der ÖDP-Kandidat für die Europawahl über Plastikmüll und über Politik für das Allgemeinwohl.

Der gigantische Müllstrudel, der im Nordpazifik im Meer treibt, ist nur einer von fünf solchen Strudeln in den Weltmeeren. Und er ist sogar größer als Europa.

Alexander Abt tritt bei der Europawahl am 26. Mai für die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP). Er sprach bei seinem Auftritt in Illertissen auch über diesen Strudel: „Sie können da tagelang mit dem Schiff durchfahren und schwimmen immer noch im Plastikmüll“, verdeutlichte Abt dessen Ausmaße. Er fand eindeutige Worte, was die Zukunft anbelangt, wenn die Menschen nicht umdenken und die Politik sich nicht ändert.

Alexander Abt ÖDP
Bild: Zita Schmid

„Mit der Art und Weise, wie wir agieren, fahren wir an die Wand“, sagte Abt, der im Hotel Kolb in Illertissen zu dem Thema „Gemeinwohlpolitik für ein gerechtes Europa“ sprach. Seine Definition für dies Politik: Von Gemeinwohl könne gesprochen werden, wenn die Fragen „Dient es dem Menschen, der Umwelt und dem Frieden?“ alle mit „Ja“ beantwortet werden könnten. Dies ist laut Abt aktuell kaum der Fall.

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Das Plastikproblem wird sich noch verschärfen

Was den Plastikmüll betrifft, so trage auch Europa seinen Teil dazu bei. So wurden im Jahr 2016 weltweit 335 Millionen Tonnen Kunststoff produziert – 60 Millionen Tonnen in Europa. Die Prognose für 2050 gehe von einer Verdreifachung der Produktion in Deutschland aus. „Bald schwimmt mehr Plastik im Meer als Fische“, so Abt. Um hier etwas zu ändern, reiche der aktuelle politische Beschluss, Einweggeschirr und Ohrenstäbchen aus Kunststoff zu verbieten, nicht aus.

Eines weiteres Thema des Abends war auch der hohe Anteil der Erwerbstätigen, die im Niedriglohnsektor arbeiten und die damit drohende Armut. So verdiente im Jahr 2017 von den rund 45 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland jeder vierte weniger als 10,50 Euro brutto in der Stunde. 16,1 Prozent der Deutschen würden an der Armutsgrenze leben. „Dient das dem Menschen?“, fragte Abt in die Runde der Zuhörer. Eine funktionierende Gesellschaft verlange eine leistungsgerechte Bewertung herkömmlicher Erwerbsarbeit, aber auch familiärer Erziehungs- und Pflegearbeit. Deshalb fordere seine Partei einen Mindestlohn von 12,50 Euro sowie sozialversicherungspflichtiges Erziehungs- und Pflegegeld, das somit auch der späteren Rente zukommt.

Abt fordert: Mehr Geld, um Fluchtursachen zu bekämpfen

Milliardenzahlen weise dagegen der deutsche Verteidigungshaushalt auf. 38,5 Milliarden waren es im Jahr 2018 (in Europa 260 Milliarden). Heuer sollen es in Deutschland 42,9 Milliarden sein. Auch hier stellt Abt die Frage, ob das tatsächlich dem Gemeinwohl, sprich dem Frieden, diene. Um tatsächlich Frieden zu schaffen sollte viel mehr Geld in die Bekämpfung von Ursachen, die zu Missständen, zu Krieg und schließlich auch zur Flucht führen, ausgegeben werden. Nach Abts Meinung sollten diese Ausgaben den Verteidigungsausgaben angepasst werden. Das Fazit des 47-jährigen Polizeibeamten, Memminger Stadtrats und Bezirksrats, der auf dem dritten Platz der ÖDP-Liste zur EU-Wahl steht, lautete schließlich: „Es brennt, das ist die unangenehme Wahrheit.“

Grenzenloses Wirtschaftswachstum und maßlosen Konsum halte die Erde nicht mehr aus. Jeder stehe in der Verantwortung, auch er. Deshalb stelle er sich zur EU-Wahl. „Wir können es besser machen“, ist seine Meinung. Das erfolgreiche Volksbegehren „Rettet die Bienen“ oder die „Fridays for Future“-Aktionen der jungen Generation seien hoffnungsvolle Ansätze.

Auch Claudia Roth von den Grünen war vor der Wahl in der Region zu Gast: Claudia Roth spricht in Babenhausen über die EU und das Grundgesetz

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