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08.07.2010

Aus dem Leben eines Models

K!ar.Text-Reporterin Anna-Lisa Hennrich (rechts) traf Model Marina Boldyreva. Die 25-Jährige sammelte schon zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Titel "Miss Bikini Deutschland". In der zweiten Staffel der ProSieben-Sendung "Germany´s next Topmodel" schaffte es die Studentin unter die Top 100. Fotos: Hennrich/privat
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K!ar.Text-Reporterin Anna-Lisa Hennrich (rechts) traf Model Marina Boldyreva. Die 25-Jährige sammelte schon zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Titel "Miss Bikini Deutschland". In der zweiten Staffel der ProSieben-Sendung "Germany´s next Topmodel" schaffte es die Studentin unter die Top 100. Fotos: Hennrich/privat

Landkreis Einmal Germany's next Topmodel zu sein war schon vor Beginn der gleichnamigen Castingshow der Traum vieler Mädchen: den Durchbruch zu schaffen und in der ganzen Welt herumzureisen, sein Gesicht auf den Titelseiten bekannter Magazine zu sehen oder in Werbespots aufzutreten. Genauso wie Heidi Klum eben. Sie verspricht mit ihrer Sendung, eine Kopie des amerikanischen Vorbilds mit Tyra Banks, jungen Frauen genau diese Chance.

Aber ist das Modelbusiness wirklich so, wie es im Fernsehen dargestellt wird? K!ar.Text hat sich darüber mit der 25-jährigen Marina Boldyreva unterhalten. Sie lebt in Augsburg und Weißenhorn, ist selbst erfolgreiches Model und hat es in der zweiten Staffel unter die Top 100 geschafft.

Schon beim ersten Casting fiel ihr auf, wie ungewöhnlich zeit- und nervenaufwendig der Ablauf ist. "Normalerweise sind bei den Castings maximal 50 Models, 100 bei den ganz großen", sagt sie. "Dort kommst du gleich an die Reihe und musst nicht erst unzählige Verträge unterschreiben, bis du überhaupt vorlaufen darfst. Normal wird dir auch sofort gesagt, ob sie dich gerne buchen würden oder nicht. Bei " Germany's next Topmodel" mussten alle Mädchen den ganzen Tag in der großen Halle verbringen, um dann am Abend erst zu erfahren, ob sie weiterkommen oder nicht." Dass Entscheidungen ständig hinausgezögert werden, kennen die Zuschauer auch von den Castings während der Sendung. Im richtigen Leben gebe es das kaum. "Da wird dir gesagt, Glückwunsch, du bist dabei oder nicht."

Im Modelbusiness kommt es auf die Größe an

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Was die mitunter äußerst außergewöhnlichen Jobs während der Folgen angeht, hat Marina eine klare Meinung. Vom Catwalk mit einer Schlange über der Schulter bis hin zum intimen Kuss mit einem völlig fremden männlichen Model - die Herausforderungen, denen sich die jungen Mädchen stellen müssen, seien oft übertrieben und hätten mit der Realität nur wenig zu tun. "Die intimste Werbung, die ich kenne, ist die von Calvin Klein aus den Neunzigern. Und da küssen sich die beiden nicht einmal. Außerdem kann jeder immer noch ablehnen", sagt Marina.

Was neben den vielen Halbwahrheiten in der Sendung allerdings der Realität entspricht, ist, dass es im Leben als Model auf die Körpergröße ankommt. "Ich bin selbst 1, 74 Meter groß und damit gehöre ich oft schon zu den kleineren. Bei den Castings für die Laufstege wird da wirklich streng darauf geachtet."

Im Lauf der Jahre musste Heidi Klum ihre Talente unter immer mehr Bewerberinnen aussuchen, darunter viele 16- und 17-Jährigen, die sich einen Mädchentraum erfüllen wollen. Das könne aber auch nach hinten losgehen, findet unser Topmodel. "Während der Sendung wird der Charakter der Teilnehmerinnen unglaublich geformt und sie werden so dargestellt, wie man sie haben möchte." Viele Mädchen, die in den einzelnen Staffeln unter den Top 10 waren, hat Marina inzwischen kennengelernt und gemerkt, dass sie ganz anders sind, als es im Fernsehen oft rüberkommt. Ihre Erklärung: Zum Beispiel würden von einer nur die Szenen gezeigt, in denen sie zickig ist, ohne ihre sympathische Seite zu zeigen.

Dass vor allem die verschiedenen Persönlichkeiten hervorgehoben werden, zeigt auch das Finale. Dort stehen immer drei "Newcomer" auf der Bühne, die gerade äußerlich total unterschiedlich sind. Auch dafür hat Marina eine Begründung: "Die Zuschauerinnen müssen sich mit den Teilnehmerinnen identifizieren können. Das ist meiner Meinung nach ein Grund, warum einige Bilderbuchmodels frühzeitig rausfliegen: weil sie einfach so ganz anders sind als 'normale' deutsche Mädchen."

Wie schwierig der lange Weg zum Topmodel ist, weiß Marina aus eigener Erfahrung. Selbst Gewinnerinnen der ProSieben-Sendung mussten sich wieder ans normale Leben gewöhnen, weil sie es nicht geschafft haben. "Man braucht viel Ehrgeiz und Selbstbewusstsein. Das Wichtigste ist, dass man auf Menschen zugehen kann, um sich Chancen zu verschaffen und nicht darauf wartet, dass einem alles in den Schoß fällt. Das haben nicht alle der Siegerinnen erkannt."

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