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Illertissen

17.05.2018

Betrüger sind im Internet auf Erfolgskurs

Sie bestellten eine Videospielkonsole und Konzertkarten über Internetportale – doch die gewünschten Waren trafen nie ein: Mehrere Bürger in Illertissen und Umgebung sind unlängst Opfer von Betrügern geworden.
Bild: Ole Spata/dpa (Symbol)

Die Illertisser Polizei meldet mehrere Straftaten. Dahinter steckt eine Masche.

Sie bestellten eine Videospielkonsole und Konzertkarten über Internetportale – doch die gewünschten Waren trafen nie ein: Mehrere Bürger in Illertissen und Umgebung sind unlängst Opfer von Betrügern geworden. Die hiesige Polizei meldet eine ganze Reihe von Fällen. Wer dabei eine ungewöhnliche Häufung vermutet, liegt falsch: „Das passiert inzwischen tagtäglich“, sagt Polizeichef Franz Mayr auf Anfrage unserer Zeitung. Es handele sich um „Massendelikte“.

Wie andernorts ist die Zahl der Betrugsfälle anhaltend hoch: Im Jahr 2017 verbuchten die Illertisser Ermittler in ihrem Zuständigkeitsbereich 210 Delikte, das sind acht mehr als 2016. Viele Fälle tauchen in der Sammlung jedoch gar nicht auf, weil sich die Tatorte nicht in der Region befinden – anders als die Geschädigten. Vier weitere Anzeigen aus den vergangenen Tagen fließen nun in die Statistik für 2018 ein.

In Illertissen bestellte ein 50-Jähriger über das Internet bei einem in Belgien ansässigen Anbieter Konzertkarten für das sogenannte „Graspop-Festival“ (ebenfalls in Belgien). Doch nach der Bezahlung des Preises in Höhe von 380 Euro brach jeglicher Kontakt zum Verkäufer ab. Die Tickets wurden nicht geliefert.

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Ähnlich erging es einem 41-jährigen Mann aus Kellmünz: Bei einem Internethändler bestellte er eine Videospielekonsole für 199 Euro. Der Betrag wurde überwiesen, das Gerät kam nicht an. Bei Recherchen stellte der Käufer fest, dass es sich bei dem Anbieter um einen bekannten Fake-Shop (einen erfundenen Laden) handelte.

Erschrocken dürfte ein 46-jähriger Altenstadter bei der Durchsicht seiner Unterlagen sein: Über seine Kreditkarte war sein Konto widerrechtlich mit einem Betrag von 100 Euro belastet worden. Einige Tage zuvor war der Mann per E-Mail aufgefordert worden, seine Kreditkartendaten zu „bestätigen“. Die Anfrage stammte von Kriminellen.

In Kellmünz stellte eine 31-Jährige fest, dass ein unbekannter Täter bei verschiedenen Firmen Waren im Wert von 231 Euro bestellt – und hierzu ihre Bankdaten angegeben hatte. Wie er an diese gelangte, ist allerdings unklar.

Momentan kämen solche Betrügereien „in gehäuftem Maße“ vor, sagt Polizist Mayr. Weit verbreitet sei die Masche mit erfundenen Läden. Wer darauf reinfällt, hat oft das Nachsehen: Für die Polizei seien solche Straftaten mitunter schwer zu ahnden, weil die Verantwortlichen im Ausland operierten, zum Beispiel in Osteuropa, Großbritannien oder Holland. Mayr rät, sich vor einen Kauf über den Anbieter zu informieren: „Echte Superschnäppchen sind in etwa so häufig wie ein Sechser im Lotto.“

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