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Landkreis Neu-Ulm

22.12.2020

Corona: Impf-Kapazitäten im Kreis Neu-Ulm zu gering? Kreisräte mit offenem Brief an Ministerin Huml

Sind die Kapazitäten der Corona-Impfzentren im Landkreis Neu-Ulm zu gering?
Bild: Kaya

Plus Sind Kapazitäten der Corona-Impfzentren im Landkreis Neu-Ulm zu gering? Zwei Kreisräte wenden sich in einem offenen Brief an Bayerns Gesundheitsministerin.

Die jüngsten Mitteilungen aus dem Landratsamt Neu-Ulm zur Impfstrategie haben Jürgen Bischof und Wolfgang Schrapp von den Freien Wählern nicht zufriedengestellt. Die beiden Kreisräte haben die Sorge, dass die Kapazitäten der Impfzentren in Bayern deutlich zu gering bemessen sind. Sie haben sich deshalb mit einem offenen Brief an die zuständige Ministerin der bayerischen Staatsregierung gewandt.

In einer E-Mail an Melanie Huml ( CSU), Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, verweisen Bischof und Schrapp auf Zahlen der Ärzte Zeitung. Das Medium hat eine Umfrage unter den Bundesländern vorgenommen, aus der sich sehr große Unterschiede im Verhältnis der Kapazitäten der Impfzentren zur jeweiligen Einwohnerzahl ergeben.

Impfzahlen in Deutschland: Bayern liegt laut Ärzte Zeitung nur auf Platz 12

Die beiden Kreisräte bemängeln mit Blick auf die angekündigten Impfzahlen nicht nur, dass es in Bayern doppelt so lange dauern würde wie in Baden-Württemberg, bis zwei Drittel der Einwohner zweimal geimpft werden: Im Vergleich der 14 Bundesländer, für die Zahlen in der Ärzte Zeitung veröffentlicht wurden, liege Bayern nur auf dem zwölften Rang, schreiben Bischof und Schrapp. „Und in acht Bundesländern ist die Durchimpfungsdauer um mehr als ein halbes Jahr kürzer.“

In einer Tabelle haben die Verfasser der E-Mail an die Ministerin die Zahlen zusammengefasst und auf eine vergleichbare Größe umgerechnet. An der Spitze ihrer Rangliste steht das Bundesland Berlin, wo 140.000 Impfungen pro Woche vorgenommen werden sollen. Bis zwei Drittel der knapp 3,7 Millionen Einwohner zweimal geimpft sind, würden rein rechnerisch 35 Wochen vergehen. Baden-Württemberg (11,1 Millionen Einwohner) käme mit geplanten 374.500 Impfungen in sieben Tagen binnen 40 Wochen zu einer Durchimpfung und damit auf den zweiten Platz der Rangliste. In Bayern sind bislang 30.000 Impfungen pro Tag geplant, also 210.000 pro Woche. Bis zwei Drittel der gut 13,1 Millionen Einwohner im Freistaat zwei Impfdosen erhalten haben, würden 83 Wochen vergehen.

"Inakzeptabel": Freie Wähler fordern Erklärung von Gesundheitsministerin Melanie Huml

„Damit werden die Bürgerinnen und Bürger in Bayern deutlich schlechter versorgt und es ist zu befürchten, dass die Einschränkungen für die Bevölkerung und die Wirtschaft in Bayern um viele Monate länger andauern als in anderen Bundesländern“, schreiben Bischof und Schrapp. „Gerade angesichts der nach wie vor sehr hohen Infektionszahlen in Bayern halten wir beides für inakzeptabel.“ Sie bitten Melanie Huml, die Unterschiede in den Kapazitäten zwischen den Bundesländern aufzuklären und zu prüfen, ob nicht auch in Bayern schnellstmöglich größere Kapazitäten geschaffen werden müssen.

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