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Neu-Ulm

20.07.2020

Corona im Landkreis: Rückkehrer sind das größte Risiko

In Bayern kann sich jeder kostenlos auf das Coronavirus testen lassen, auch ohne Symptome. Im Landkreis kam es aber nicht vor, dass zu viele Menschen dieses Angebot wahrgenommen und die Arztpraxen überfordert haben.

Plus Der Neu-Ulmer Landrat zieht Bilanz und warnt vor unbedachtem Umgang mit Covid-19. Denn nach wie vor bestehe die Gefahr einer Ausbreitung – vor allem durch Reisende.

Abendessen im Restaurant, ein Freibadbesuch, Reisen ins Ausland: Für viele Bürger stellt sich im Zuge der Lockerungen wieder Normalität ein. Doch Landrat Thorsten Freudenberger warnt vor unvorsichtigem Verhalten. Trotz der sinkenden Fallzahlen bestehe nach wie vor Gefahr durch Covid-19. „Wir bewegen uns auf dünnem Eis“, sagt Freudenberger.

Der Landkreis Neu-Ulm hat einen großen Vorteil

Es sei eine unsichere Zeit: Täglich erschienen neue Erkenntnisse. Im Moment würde die Möglichkeit der Wiederansteckung bereits infizierter Menschen untersucht sowie bleibende Schäden durch das Virus.

Es gebe jedoch einen großen Vorteil im Landkreis Neu-Ulm: „Wir haben die Strukturen, um schnell reagieren zu können“, sagt der Landrat. Durch rasche Testungen, zielgerichtetes Ausfindigmachen von Kontaktpersonen und das Einleiten von Quarantänemaßnahmen könnten weitere Verbreitungen verhindert werden – wie etwa vor Kurzem bei den Fällen in Kindergärten und Schulen im Landkreis.

Mit einer Grafik verdeutlicht Freudenberger den Erfolg des Lockdowns und der Maskenpflicht: Ab April zeigt sich eine kontinuierliche Abnahme der Corona-Fälle im Landkreis. Das sei nur gelungen, weil sich viele Menschen umsichtig verhalten haben. Das Infektionsgeschehen müsse jedoch weiter beobachtet werden. In den vergangenen Wochen seien die Fallzahlen wieder leicht gestiegen. Peter Diehling, der Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz erklärt, warum das so ist: „Das geht auf die Reiserückkehrer der Pfingstferien zurück.“

Alten- und Pflegeheime könnten immer zu Hotspots werden

Landrat Freudenberger bekräftigt, dass dieses Phänomen den Kreistag auch in Zukunft beschäftigen werde. Daneben müssten vor allem Gemeinschaftseinrichtungen beobachtet werden. „Alten- und Pflegeheime können grundsätzlich immer zu Hotspots werden“, sagt Freudenberger. Dort stünden die bestehenden Besuchsrechte oft in der Kritik, doch Ärzte blieben zurecht vorsichtig. „Wir müssen hier einen Mittelweg finden“, sagt der Landrat. Aus seiner Sicht ist der Landkreis mit einem blauen Auge davon gekommen.

Auch das Verhalten der Bürger bei den freien Corona-Tests sieht Freudenberger positiv. Bayern ist das einzige Bundesland, in dem Menschen sich kostenfrei und ohne Symptome testen lassen können. Das trage wesentlich zur Vertrauensbildung bei, und auch die Befürchtungen im Vorfeld seien nicht eingetreten. „Die Arztpraxen sind nicht überrannt worden, die Leute gehen verantwortungsvoll mit dem Angebot um“, sagt Freudenberger.

Wie es mit der Wirtschaft weitergehe, sei schwer zu sagen. Das hänge wesentlich vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. In mehreren Gesprächen mit Unternehmen hat Freudenberger nach eigenen Angaben viel Hoffnungsvolles, aber auch Niederschmetterndes gehört.

Hier lesen Sie mehr über die aktuelle Corona-Situation im Landkreis:

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