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Illertissen

13.12.2018

Das Aus der Illertisser Notaufnahme schlägt hohe Wellen

Die Notaufnahme soll es in Illertissen nicht mehr geben.
Bild: Jonathan Mayer

Plus Nach der Geburtenstation verliert die Illertalklinik in Illertissen eine weitere Einrichtung. Viele Bürger machen ihrem Unmut auf Luft. Wie es nun weitergehen soll.

Der Frust sitzt bei vielen tief: „Anscheinend wird hier auf lange Zeit gesehen darauf hingearbeitet, nur noch zwei Kliniken im Landkreis zu erhalten“, schreibt ein Facebook-Nutzer auf unserer Seite in dem sozialen Netzwerk. Und er ist bei weitem nicht der einzige, der sich über die Nachricht echauffiert, die Notaufnahme im Illertisser Krankenhaus soll nicht mehr so bestehen bleiben, wie bisher.

Wie berichtet, soll sich für die Patienten aber so gut wie nichts ändern – sagt zumindest die Sprecherin der Kreisspitalstiftung Edeltraud Braunwarth. „In Illertissen werden auch in Zukunft rund um die Uhr Ärzte da sein, die die Patienten versorgen, die dort reinkommen“, versichert sie gegenüber unserer Redaktion. Vielmehr sei angedacht, die Rettungsdienste in einem Notfall zunächst immer die Weißenhorner Klinik anfahren zu lassen. „Natürlich beurteilt der Notarzt die Situation vor Ort“, so Braunwarth. Hintergrund für diese Entscheidung ist ein Beschluss, der – je nach Einstufung des Krankenhauses – eine Intensivstation in der Klinik vorsieht, wenn das Krankenhaus eine Notaufnahme betreibt. Doch in Illertissen gibt es keine Intensivstation. „Deswegen können wir den Begriff Notaufnahme nicht mehr führen“, erklärt Braunwarth.

Facebook: Nutzer machen ihrem Ärger über die medizinische Versorgung Luft

Mehr als 30 Kommentare sind unter dem Artikel, der am Donnerstag in der Illertisser Zeitung und am Mittwoch bereits online auf unserer Internet- und Facebook-Seite erschienen ist, zu finden. Die meisten Nutzer ärgern sich über die Nachricht, dass es die Notaufnahme bald nicht mehr geben wird. Eine Nutzerin schreibt: „Na hoffentlich erinnern sich bei der nächsten Wahl viele daran, genauso wie an das Übergehen des Bürgerentscheides bezüglich der Geburtenstation und es bekommen die Herrschaften des Krankenhausauschusses dann dafür die Quittung.“ Eine andere Leserin wendet sich mit folgenden Worten an die Facebook-Gemeinschaft: „Traurig was mit dem Illertisser Krankenhaus passiert ist und noch weiter geschehen wird. Wofür dann der Millionen teure Umbau überhaupt notwendig war?“. Wieder andere prangern an, dass die Klinik in Weißenhorn ohnehin schon völlig ausgelastet sei – und jetzt kämen noch die Illertisser Notfall-Patienten dazu.

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Weißenhorner Klinik: Eine Neuerung ist vorgesehen

Wie Braunwarth mitteilt, sei auch dort eine Neuerung vorgesehen: Die Rede ist von einem Umbau der Notaufnahme. „Der Umbau sollte schon im vergangenen Jahr stattfinden“, so Braunwarth. Allerdings werden noch die Ergebnisse der Beraterfirma abgewartet und danach entsprechend gehandelt. Vorgesehen sind verschiedene Bereiche in der Weißenhorner Notaufnahme. So sollen etwa Patienten, die gar keine notfallärztliche Versorgung benötigen, gleich in eine andere Abteilung gebracht werden können. Doch bis es soweit ist, dauert es wohl noch. Laut Braunwarth müssten die Ergebnisse abgewartet und erst dann könne mit der Erneuerung begonnen werden.

Ihr ist es wichtig zu betonen, dass sich trotz dieser vermeintlich drastischen Nachricht nichts für die Patienten in Illertissen ändern werde. Ziel sei lediglich, dass die Rettungsdienste die Klinik in Weißenhorn anfahren sollen, dort werde die Diagnostik in der Notaufnahme gemacht und anschließend gehe es für den Patienten in eine der drei Kliniken – eben je nach Krankheitsbild. Habe ein Patient eine Wunde, die genäht werden muss oder handele es sich um einen Herzpatient, werde die Person ohnehin nach Weißenhorn gebracht. Dort stünden entsprechende Geräte und Abteilungen zur Verfügung. Wie die neue Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten abläuft, soll sich im Januar klären.

Wie die Nachricht im Krankenhausausschuss ankam, lesen Sie hier: Notaufnahme an der Illertalklinik wird gestrichen

Und mehr zu den Gruselzahlen der Kliniken gibt es unter diesem Link: Kreiskliniken im Minus: Neue Gruselzahlen

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