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Vöhringen

12.09.2020

Die Iller bei Vöhringen soll schöner werden

Das Illerufer ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. Im Vöhringer Bauausschuss wurden nun Ideen gesammelt, wie der Fluss weiter aufgewertet werden könnte.

Plus Eine neue Hängebrücke, Campingplätze und ein Wasserrad: An Ideen mangelt es in Vöhringen nicht. Wie die Stadt das alles umsetzen und finanzieren möchte.

Ohne die Iller gäbe es Vöhringen in seiner heutigen Form sicher nicht. Der Fluss als Energielieferant lockte zu Zeiten der Industrialisierung den Konzern Wieland in das damalige Dorf. Für den Ort wurde das zum Wendepunkt. Vöhringen ist zu einer beachtlichen Stadt herangewachsen, für die die Iller ein wertvolles Naherholungsgebiet ist. Im Rahmen eines Leader-Projekts soll der Fluss den Bürgern nun noch näher gebracht werden.

Vöhringen wurde kürzlich in das Projekt „Flusslandschaften in Schwaben 2.0“ aufgenommen. Die erste Auflage des Projekts beschäftigte sich mit Donau und Wertach, nun sollen auch die anderen Fließgewässer in Schwaben zum Zug kommen. In einer Machbarkeitsstudie sollen diverse Vorschläge aus Stadtverwaltung und Bauausschuss überprüft werden.

Ein Rundweg dank neuer Brücke

Die Idee einer Hängebrücke über die Iller schwirrte auch durch den Raum und kam erst kürzlich in einer Besprechung zur Illersanierung wieder auf den Tisch. Mit der Leader-Förderung könnte das Projekt nun umgesetzt werden. Die Stadtverwaltung schlug vor, die Verbindung etwa auf Höhe des Klärwerks zu schaffen. So würde laut Stadtplaner Timo Söhner in Verbindung mit der Illerrieder Brücke ein knapp 3,8 Kilometer langer Rundweg entstehen.

Als zusätzliches Angebot für die Bürger könnte man daraus mit Spielgeräten zu Akustik und Optik eine Art Sinneslehrpfad machen, schlug Söhner vor.

Weiter sollte in der Machbarkeitsstudie nach Ansicht der Stadtverwaltung überprüft werden, ob es an der Iller einen geeigneten Platz für Camping-Stellplätze gibt, um auch den Tourismus etwas zu fördern. Stadtrat Werner Zanker (SPD) schlug vor, diesbezüglich das Gespräch mit dem Schützenverein zu suchen. Auf dem Gelände des Vereinsheims würden solche Plätze eventuell gut hinpassen. Nebenbei würde auch die dort ansässige Gastronomie profitieren.

Neuer Glanz für alte Poliere?

Im Zuge des Leader-Projekts könnte sich auch an der Alten Poliere etwas tun. Über das Areal spricht der Vöhringer Stadtrat in unregelmäßigen Abständen immer wieder. Nun kam die Idee auf, dort eine kleine Lehrstelle zum Thema Wasserkraft zu schaffen. Die Stadtverwaltung schlug vor, dazu ein kleines Wasserrad zu errichten. Bürgermeister Michael Neher sieht darin auch ein Ziel für Schulklassen oder Kindergartengruppen. Mit dem Wasserrad könnte man über einen kleinen Dynamo auch Strom erzeugen, um Kindern auf anschauliche Weise etwas über Energiegewinnung beizubringen.

Herbert Walk (CSU) zeigte sich von allen Vorschlägen begeistert, besonders aber von der neuen Idee zur Alten Poliere. Er verweist auf die Stadtgeschichte, in der die Wasserkraft schließlich eine entscheidende Rolle gespielt hatte. Er erinnerte außerdem an das alte Mühlrad, das vor einigen Jahren von der Brücklesmühle abmontiert wurde und seither sein Dasein eingezäunt auf einer Wiese fristet und immer weiter von Gras überwuchert wird. Walk: „Ich bin mir sicher, der Eigentümer würde das Mühlrad gern zur Verfügung stellen.“ Ex-Bürgermeister Karl Janson hatte das Rad vor einigen Jahren für einen symbolischen Euro erworben, erklärte Walk im Bauausschuss. Ziel war, es in irgendeiner Form zu erhalten. „Wenn man da mal in die Pötte kommen würde, wäre das sicher gut“, sagte Walk.

Auch Viktor Kern von der Fraktion der Grünen befürwortete die Projekte rund um die Iller.

Machbarkeitsstudie wird zum Großteil gefördert

Nun sollen die vorgeschlagenen Projekte nach einem einstimmigen Beschluss des Bauausschusses in einer Machbarkeitsstudie untersucht werden. Diese Studie wird im Rahmen des Projekts „Flusslandschaften in Schwaben 2.0“ gefördert, sodass die Stadt Vöhringen nur 20 Prozent der Kosten selbst tragen muss. Im Anschluss daran wird entschieden, welche Ideen tatsächlich umgesetzt werden können.

Über das Programm Leader fördert das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bayernweit Projekte zur Entwicklung ländlicher Regionen. In der bald ablaufenden Förderperiode 2014 bis 2020 standen rund 126 Millionen Euro an EU- und Landesmitteln zur Verfügung.

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