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Landkreis Neu-Ulm

30.01.2021

Digitales Lernen: So läuft das Homeschooling im Landkreis Neu-Ulm

So gut funktioniert das Homeschooling im Landkreis Neu-Ulm.
Foto: Marcus Merk (Symbolfoto)

Plus An den 49 Grund- und Mittelschulen im Kreis Neu-Ulm wird aus der Ferne unterrichtet. Schulamtsleiter Ansgar Batzner zieht eine erste Bilanz: Nicht alles klappt gut.

Wie läuft es eigentlich mit dem Distanzunterricht? Und wie klappt es mit der Digitalisierung an den Schulen im Landkreis Neu-Ulm? Eine Frage, die der Illertisser SPD-Stadtrat Kasim Kocakaplan in der Stadtratssitzung aufwarf. Einer, der es wissen muss, saß ebenfalls mit am Ratstisch: Stadtrat Ansgar Batzner, zugleich Leiter des Staatlichen Schulamts im Landkreis Neu-Ulm. Dieser nutzte die Gelegenheit, um für die viel gescholtenen Lehrkräfte eine Lanze zu brechen: „Die Kolleginnen und Kollegen sind überaus aktiv.“

So gut funktioniert der Distanzunterricht im Landkreis Neu-Ulm

Am Tag nach der Sitzung zog Batzner auch offiziell Bilanz der drei Wochen, in denen der Distanzunterricht seit dem Ende der Weihnachtsferien läuft. „Dessen Qualität ist dank des Engagements der Lehrkräfte und der sukzessiv besseren Ausstattung an allen 49 Grundschulen und Mittelschulen im Landkreis Neu-Ulm gut“, so Batzner. Die Schulen in allen 17 Landkreiskommunen hätten auf Basis ihrer Voraussetzungen vor Ort passgenaue Unterrichtskonzepte erarbeitet, die täglich digital gestützt umgesetzt werden und so verlässliche Lehr-und Lernprozesse sicherstellen.

„Das ist richtig klasse, was die Schulen leisten. Guter Distanzunterricht verlangt sehr viel Arbeit und Aufwand von unseren Schulleitungen und Lehrkräften. Kompliment auch an die Kinder sowie deren Eltern. Unglaublich was selbst Erst- und Zweitklässler mittlerweile an digitalen Kompetenzen erworben haben“, betont Batzner. Dabei macht er aber deutlich: „Selbst der beste Distanzunterricht kann den Präsenzunterricht nicht vollständig ersetzen“. Zudem könne der Präsenzunterricht auch aus pädagogischen Gründen nicht 1:1 digital abgebildet werden. Auch gesundheitliche Aspekte sprechen dagegen, den Kindern von acht bis 13 Uhr durchgängige Bildschirmarbeit zuzumuten.

Die digitalen Angebote sind seit dem ersten Lockdown besser geworden

An nahezu allen Schulen gebe es umfangreiche digitale Angebote, und die Ausstattung mit WLAN und Schülerleihgeräten sei dank der Unterstützung durch die digitalen Berater und die Kommunen deutlich besser als beim ersten Lockdown. „So schlimm die Corona-Pandemie ist, und so viel Leid dadurch entstanden ist, so positiv hat sie sich auf die Digitalisierung an den Schulen ausgewirkt“, sagte Batzner in der Stadtratssitzung.

Trotzdem kann auch der Schulamtsleiter nicht verhelen, dass es gerade bei der Ausstattung der Schulen besser laufen könnte. „Die Schulen und die Kommunen haben die Geräte zwar bereits bestellt, vielerorts stehen sie bereits zur Verfügung, aber aufgrund von Ausschreibungsmodalitäten, Lieferengpässen und abschließender Konfiguration sind in manchen Schulen noch nicht alle einsatzbereit“, räumt er ein.

So wird der Distanzunterricht während der Corona-Pandemie strukturiert

Die Schulen nutzen weiterhin unterschiedliche Wege, den Lernstoff zu den Schülern zu bringen – Videoplattformen wie Microsoft Teams, Erklärvideos, Cloudlösungen, ein virtueller Tagesbeginn und täglicher Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern beziehungsweise den Erziehungsberechtigten, auch telefonisch oder mittels Messenger-Diensten, wird der Distanzunterricht strukturiert.

Dass das nicht für alle Familien so einfach ist, sieht auch der Schulamtsleiter. „Gerade jüngere Kinder brauchen im Distanzunterricht Unterstützung durch Erwachsene. Insbesondere für Alleinerziehende, aber auch für berufstätige Eltern, die zu Hause arbeiten und ihre Kinder unterstützen, ist die aktuelle Situation nicht einfach.“

Der Nachteil: Manche Schüler und Schülerinnen verlieren den Anschluss

Batzner und seine Schulamtskolleginnen Elisabeth Holand und Silvia Wawra verweisen auch auf die Situation derjenigen Kinder und Jugendlichen, die wegen Corona nicht vollumfänglich die nötigen Kompetenzen erwerben können. Manche Schülerinnen und Schüler liefen Gefahr, den Anschluss zu verlieren. Hier seien die Kooperation zwischen Schule und Elternhaus, das „Hinschauen“ und die Sorge um jedes einzelne Kind, aber auch die Schulsozialarbeit wichtiger denn je.

Der Schulamtsleiter verweist auf eine Übersicht, die das Kultusministerium jüngst den Schulen zur Verfügung gestellt hat. Sie listet als Qualitätskriterien für guten Distanzunterricht Klare Strukturen und Verbindlichkeit, regelmäßigen persönlichen Kontakt, kontinuierliches Feedback, Gestaltungsspielräume und Methodenvielfalt sowie systematischen Einsatz geeigneter Werkzeuge zum Lernen und Kommunizieren und Informationen über Hilfsangebote auf. Diese Kriterien zeigten, was die Schulen leisten, so Batzner.

Darüber hinaus sind an vielen Schulen im Landkreis auch Lehrkräfte vor Ort im Einsatz für die Notbetreuung von Kindern. Allein an der Illertisser Bischof-Ulrich-Schule werden derzeit nach Angaben des Schulamtsleiters 73 Kinder vor Ort betreut.

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