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Illertissen

26.12.2017

Ein Lichtblick: Was das neue Feuerwehrhaus bietet

Von wegen schlechte Sicht: Im neuen Feuerwehrhaus in Illertissen sollen Löschkräfte für Einsätze mit Atemschutzgeräten geschult werden.
Bild: Willi Baur (Symbol)

Die Illertisser Stadträte haben sich mit dem aktuellen Stand der Planung befasst. Dabei zeigte sich: Das Gebäude ist durchdacht und gut ausgestattet. Aber der Bau wird teurer.

Das neue Feuerwehrhaus nimmt konkrete Formen an – zumindest auf dem Papier: Das wurde in einer Sitzung des Stadtrats deutlich, als Architekt Berthold Braunger den Stand der Planungen präsentierte. Dabei zeigte sich: Das hallenartige Gebäude am Ahornweg wird eine ganze Reihe von Funktionen aufweisen, um die Bedürfnisse der Löschkräfte möglichst gut zu erfüllen – darin sollen neben der Illertisser Wehr auch kreisweite Einrichtungen untergebracht sein. Gleichzeitig wird der Bau teurer, als zuerst geschätzt. Demnach liegen die Kosten bei rund 8,96 Millionen Euro, zuvor hatte eine Summe von 7,40 Millionen im Raum gestanden. Das hat mehrere Gründe.

Zunächst seien die Baupreise seit der ersten Schätzung im Jahr 2015 gestiegen, sagt Kämmerer Markus Weiß auf Anfrage unserer Zeitung. Von sechs Prozent ist die Rede, was eine Steigerung um einige hunderttausend Euro bedeutet, wie zu erfahren war. Zudem seien die Nebenkosten des Bauprojekts vormals auf 15 Prozent taxiert worden. Und damit schlichtweg zu niedrig, wie Braunger in der Sitzung deutlich machte, dessen Büro inzwischen mit der Planung beauftragt ist. Realistisch sei ein Satz von 20 bis 25 Prozent. Und drittens hat man seither in Sachen Ausstattung nachgebessert, hieß es. Hier gibt es nun detaillierte Pläne als vor zweieinhalb Jahren.

Wenn es brennt, muss es schnell gehen. Dann kommt Leben in das Feuerwehrhaus: Damit die Abläufe auf dem Gelände reibungslos funktionieren, gibt es getrennte Ein- und Ausfahrtswege. Die Atemschutzanlage, eine Institution des Kreises, lasse sich separat betreiben, erläuterte Braunger. Nach den Einsätzen könnten die Feuerwehrleute um das Gebäude herum zum Waschplatz fahren. Vorgesehen sind auch Werkstätten und Lagerräume. Die Wehren aus der Umgebung könnten ihre Ausrüstung zur Reinigung in einer Schleuse abgeben. Zudem wird das Feuerwehrhaus Kommandozentralen für Stadt und Landkreis beherbergen: In diesen Räumen würden Bürgermeister und Landrat bei „Großeinsatzlagen“ die Tätigkeiten der Rettungskräfte überwachen, sagte Braunger. Und fügte hinzu: „Hoffen wir, dass wir das nie brauchen.“

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Im ersten Stock des Hauses befinden sich unter anderem Büros, das Floriansstüble und ein Schulungsraum mit Platz für 100 Personen. Eine Besonderheit des Gebäudes sei es, dass die Fahrzeughalle von allen Ebenen her eingesehen werden könne. Braunger: „Esw its eine sehr schöne und kompakte Anlage.“

Über die Bausumme wurde in der Ratssitzung nur wenig gesprochen, lediglich Ansgar Batzner (Freie Wähler) fragte nach den höheren Nebenkosten. Sie seien in damaligen Überlegungen zu niedrig angesetzt gewesen, sagte Silvia Berger vom städtischen Bauamt dazu.

Die vorherrschende Meinung unter den Räten: Das neue Haus ist eine wichtige Einrichtung und sollte lieber früher als später gebaut werden. „Butter bei die Fische“, forderte Wilhelm Fischer (CSU). Und Andreas Fleischer (SPD) hoffte, dass der Bau noch im kommenden Jahr beginnen kann. Ansgar Bauer (Freie Wähler) fragte, wie sich das Haus bei Bedarf erweitern lasse: Falls Illertissen eine Berufsfeuerwehr bekommen sollte, müssten zum Beispiel Schlafräume entstehen. Das sei möglich, sagte Bauexpertin Berger, man habe sich dazu Gedanken gemacht.

Es handele sich um einen Zweckbau, betonte Bürgermeister Jürgen Eisen (CSU): „Der muss funktionieren, nicht mehr und nicht weniger.“ Feuerwehrleute und Planer hätten sich intensiv mit dem Projekt beschäftigt und dabei einige Einsparungen umsetzen können. So habe man „eine Million weggebracht“. Seiner Ansicht nach steckt viel „Hirnschmalz“ in dem Projekt, das so nun umgesetzt werden könne. Sonderwünsche seien nicht berücksichtigt, sagte Eisen. Und: „Das Ganze zu dem Preis zu machen, ist sportlich.“

Seites der Stadtverwaltung dürfte man aufmerksam verfolgen, wie sich die Kosten entwickeln. Unklar ist, was aus der Idee von Rat Rüdiger Stahl (ÖDP/AB/Grüne) wird: Er fragte, ob der weithin sichtbare Turm des Gebäudes architektonisch ansprechend gestaltet werden könne – etwa im Stile des für seine bunten Häuser bekannten Künstlers Friedenreich Hundertwasser.

Die Stadtratsfraktionen werden den Entwurf nun beraten. Im Januar wollen sie dann in einer Sitzung erneut darüber sprechen und einen Beschluss fassen, wie es heißt.

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